Bautätigkeit wieder schwächer, aber insgesamt guter Jahresstart

Arbeitsvolumen sinkt im März

(lifePR) ( Wiesbaden, )
Die Auswertung der von den Unternehmen der Bauwirtschaft an SOKA-BAU übermittelten Beitragsmeldungen1 hat ergeben, dass das effektive Arbeitsvolumen im März 2019 saisonbereinigt2 gegenüber dem Vormonat um 4,5 % gesunken ist. Dies muss allerdings vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die geleisteten Arbeitsstunden im Februar – unter andere begünstigt durch die milde Witterung3 – äußerst kräftig um 10 % zugenommen hatten (vgl. Tabelle 1). Im Quartalsvergleich liegt das Arbeitsvolumen im ersten Quartal um rund 1 % über dem des Schlussquartals 2018.

Ähnlich zeigt sich die Entwicklung bei den Frühindikatoren. Zwar haben sowohl die (volumenmäßigen) Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe als auch die Baugenehmigungen im Hochbau im Februar nachgegeben (– 2,0 % bzw. – 10,5 %). Auch dies muss aber im Zusammenhang mit der starken Entwicklung der Vormonate gesehen werden. So sind die Baugenehmigungen im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsdurchschnitt weiter aufwärtsgerichtet.

Gleichwohl dürften sich die Baukonjunktur in den einzelnen Bausparten in den kommenden Monaten in unterschiedlichem Tempo entwickeln. Die Finanzierungskonditionen für den privaten Wohnungsbau haben sich angesichts schwindender inserhöhungserwartungen zuletzt weiter verbessert, die Zinsen für Hypothekenkredite sind auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2016 gefallen. Auch nahm die Erwerbstätigkeit bis zuletzt weiter zu. Bei den Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes blieb die Stimmung dagegen bis zuletzt schlecht, die Indikatoren deuten darauf hin, dass sich das Verarbeitende Gewerbe weiterhin in der Rezession befindet.4 Zunehmend frei werdende Kapazitäten sprechen zudem gegen eine Ausweitung der Investitionstätigkeit, und damit gegen eine stärkere Zunahme der Investitionen in Wirtschaftsbauten. Im öffentlichen Bau stützt in diesem Jahr der Investitionshochlauf des Bundes. Für das Gesamtjahr erwarten der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) einen Anstieg des nominalen Umsatzes im Bauhauptgewerbe um 6,0 %.

1 Die Unternehmen der Bauwirtschaft sind verpflichtet, bis zum jeweils 15. Kalendertag des Folgemonats die Bruttolohnsumme, die Arbeitsstunden und die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer an SOKA-BAU zu mel-den. Die Auswertung durch SOKA-BAU erfolgt zum zweiten Arbeitstag des darauffolgenden Monats. Die Definition der Bauwirtschaft unterscheidet sich dabei von der Definition des Baugewerbes des Statistischen Bundesamtes. Grundsätzlich sind alle Unternehmen beitrags- und damit meldepflichtig, in denen mehr als 50% der Arbeitszeit auf in den Tarifverträgen genauer definierte Bautätigkeiten entfällt. Ein Vergleich der Unternehmens- und Beschäftigungszahlen mit denen des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass die Zahl der von der SOKA-BAU erfassten Unternehmen die Zahl der Unternehmen des Baugewerbes nach WGZ 2008 unterschreitet, aber deutlich größer ist als die Zahl der Unternehmen des Bauhauptgewerbes (Hoch- und Tiefbau ohne Ausbaugewerbe).
2 Saison- und kalenderbereinigt mit Census X-13-Arima.
3 Vgl. Deutscher Wetterdienst (2019), Deutschlandwetter im Februar 2019: Wieder sehr mild, dazu trocken und außergewöhnlich sonnenscheinreich. Pressemitteilung vom 27.02.2019.
4 Vgl. IHS Markit (2019), Einkaufsmanagerindex bleibt auch im April tief in der Schrumpfungszone trotz mi-nimalen Anstiegs. Pressemitteilung vom 02.05.2019.
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