Mittwoch, 18. Oktober 2017


Musikinstrumenten- und Musikequipmentmarkt verpasst Anschluss an Vorjahresniveau: Allgemein schlechte konjunkturelle Lage und Bildungspolitik bremsten Wachstum weiterhin aus

Berlin, (lifePR) - Die deutsche Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche verzeichnete für das vergangene Jahr einen Umsatzrückgang. Der Konjunkturbericht des Spitzenverbandes SOMM - Society Of Music Merchants e. V. ermittelt für das Marktvolumen ein leichtes Minus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das vermeldete der Branchenverband am Dienstag im Rahmen der weltweit größten Musikmesse in Frankfurt am Main.

Für das Jahr 2013 errechnet die IMIS* für das Marktvolumen der Branche einen geringfügigen Abwärtstrend von 1,9 Prozent. Die Branchenstatistik fiel in der Jahresauswertung im Vergleich zum Vorjahr um 18 Millionen Euro** auf 897 Millionen Euro Umsatz zu Endverbraucherpreisen. Trotz Bemühungen aller Marktteilnehmer konnte die minimale Schwankung des Vorjahres nicht abgewendet werden. So wurde, trotz Zugewinnen in den Bereichen Recording Hardware, Beschallung, Computer-Software und Kabel sowie Licht-Equipment und Zubehör sowie andere elektronische Produkte, der Umsatzrückgang nicht kompensiert. Zu stark an Kraft verloren haben die Bereiche Schlagzeug & Percussion, Blasinstrumente, Saiteninstrumente und Tasteninstrumente sowie Mikrofone und Kopfhörer als auch DJ-Equipment, sodass das Marktvolumen insgesamt an Stabilität verlor.

Als Grund für diesen gesamtdefizitären diversifizierten Markt ist unter anderem die schwache Konjunkturentwicklung innerhalb des deutschen und des gesamteuropäischen Marktes aufzuführen. Zudem drängen immer mehr fachfremde Onlinehändler auf das Parkett, die Musikinstrumente und deren Zubehör als profitablen Markt für sich entdeckt haben. "Jedoch sind diese Händler nicht innerhalb der MI-Branche anzusiedeln", sagte SOMM-Verbandsgeschäftsführer Daniel Knöll.

Größte Herausforderungen der MI-Branche sind nach wie vor ein stark umkämpfter Freizeitmarkt und fehlende oder nicht stattfindende Musikunterrichtsstunden an allgemeinbildenden Schulen. Der somit verwehrte Zugang zu Musikunterricht, erschwert in der Konsequenz die aktive Auseinandersetzung mit einem Musikinstrument. Das hat weitreichende Folgen für die Allgemeinbildung und für die gesamte Musikwirtschaft. "Der für die MI-Branche wichtige Erstkontakt und begleitete Umgang mit einem Einstiegsinstrument in Schulen wird so nicht mehr gewährleistet. Ausbleibendes und mangelndes Interesse am aktiven Musizieren und an künstlerischen Schaffensprozessen sind unter anderem die Folge. Das schlägt sich wiederum deutlich spürbar auch auf die Umsätze und Absätze des Musikfacheinzelhandels und somit auf die Einträglichkeit der Industrie nieder. Schwindende Kundschaft aufgrund ausbleibender musikalischer Bildung bekommen alle Marktteilnehmer deutlich zu spüren", so Knöll weiter.

Weitere Ursachen für den Umsatzrückgang des Marktvolumens sind unter anderem der immer noch anhaltende strukturelle Wandel innerhalb der Branche. "Die Umstellung auf das Onlinegeschäft und der Umgang mit neuen Absatzwegen sowie die Konzentration des traditionellen Facheinzelhandels hemmen die über Jahre eingespielten Verkaufsprozesse und stellen Hersteller und Händler vor immer neue Aufgaben."

* IMIS: Umsatz zu Endverbraucherpreisen, gemessen an der freiwilligen Branchenstatistik der SOMM. Insg. 32 teilnehmende Unternehmen.

** Saison- und kalenderbereinigte Werte

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