Die Premieren der Spielzeit 2019/20 in der Semperoper Dresden

Das Licht der Moderne aus dem Funken der Tradition

(lifePR) ( Dresden, )
In der zweiten Spielzeit unter der Intendanz von Peter Theiler präsentiert die Semperoper Dresden 33 Repertoirestücke und elf Premieren in den Sparten Oper und Ballett. Sieben große Opernneuproduktionen, zwei Premieren in Semper Zwei und zwei Ballettpremieren, darunter vier Dresdner Erstaufführungen, erwarten in der Spielzeit 2019/20 das Publikum. Zu den Uraufführungen zählen in der Sparte Oper der von Manfred Trojahn komponierte Prolog zu »Don Carlo«, das im Auftrag der Semperoper von Torsten Rasch komponierte Werk »Die andere Frau« sowie in der Sparte Ballett David Dawsons Choreografie »Vier letzte Lieder« nach der Musik von Richard Strauss.

Die Opernpremieren

Den Premierenauftakt bildet Gioachino Rossinis Dramma giocoso »Il viaggio a Reims/Die Reise nach Reims«, deren Handlung Regisseurin Laura Scozzi zeitgemäß in das heutige Europa-Parlament verlegt. Calixto Bieito, dessen vielbeachtete »Moses und Aron«-Inszenierung im vergangenen Jahr die Intendanz Peter Theilers eröffnete, interpretiert György Ligetis abgründig bizarres Weltuntergangsszenario »Le Grand Macabre«, das unter der Musikalischen Leitung des Ersten Gastdirigenten der Semperoper, Omer Meir Wellber, zur Aufführung kommt. Die Koproduktion mit dem Teatro Real Madrid wird nach der Dresdner Premiere in Spanien zu sehen sein. »Die Großherzogin von Gerolstein«, Jacques Offenbachs als Opéra-buffe komponierte Satire auf politisch kleingeistige Großmachtvorstellungen, bereichert in Josef E. Köpplingers Inszenierung als hochkarätig besetzte Operette den Spielplan. In der Partie der die Soldaten allzu sehr liebenden Fürstin wird mit Anne Schwanewilms unter der Musikalischen Leitung von Jonathan Darlington eine der weltweit bedeutendsten Strauss-Interpretinnen auf die Bühne der Semperoper zurückkehren. An ihrer Seite gibt Daniel Prohaska, Mitglied im »Neuen Wiener Vocalensemble«, den Prinzen Paul. Zu den Premieren-Highlights zählt die Premiere von Puccinis Oper »Madama Butterfly« in einer Koproduktion mit der Tokyo Nikkai Opera-Foundation und Det Kongelige Teater, Kopenhagen. In der Inszenierung von Amon Miyamoto brillieren unter der Musikalischen Leitung des Schweizer Dirigenten-Shootingstars Lorenzo Viotti, unter anderem Hrachuhí Bassénz als Cio-Cio-San und Christa Mayer als Suzuki sowie Freddie de Tommaso als B.F. Pinkerton. Für die Kostüme zeichnet der japanische Stardesigner Kenzō Takada, Gründer des Mode-Lables Kenzo, verantwortlich. Für die Uraufführung von Torsten Raschs im Auftrag der Semperoper für großes Orchester komponiertem musikalischen Kammerspiel »Die andere Frau« wird der Zuschauerraum zur Projektionsfläche: Regisseur Immo Karaman zwingt mit veränderter Raumpositionierung zum physischen Perspektivenwechsel. Das Libretto des Schriftstellers Helmut Krausser umfasst frühe babylonische Textfragmente, die, in die Komposition einbezogen, von der iranischen Sängerin Sussan Deyhim interpretiert werden.

Zwei in Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg entstandene Neuproduktionen feiern unter der Musikalischen Leitung Christian Thielemanns in Dresden Premiere. Zur Dresdner »Don Carlo«-Premiere in der Neuinszenierung von Regisseurin Vera Nemirova wird erstmalig die Ausnahme-Sopranistin Anna Netrebko die Partie der Elisabetta auf einer Opernbühne singen. Neben ihr interpretieren der aserbaidschanische Tenor Yusif Eyvazov die Titelpartie und der russische Ausnahmebassist Ildar Abdrazakov die Partie des Filippo II. Im Auftrag der Osterfestspiele Salzburg und der Semperoper Dresden komponiert Manfred Trojahn einen Prolog, der die vieraktige italienische Fassung ergänzt. Als Koproduktion mit den Osterfestspielen Salzburg, dem Tokyo Bunka Kaikan und dem New National Theatre, Tokyo kommt in einer Neuinszenierung von Jens-Daniel Herzog Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg« unter anderem mit Georg Zeppenfeld, Adrian Eröd und Klaus Florian Vogt zur Premiere.

In Semper Zwei sind unter der Musikalischen Leitung von Petr Popelka die Kammeroper, »Der goldene Drache« von Peter Eötvös in der Inszenierung von Barbora Horáková Joly, musiziert von Mitgliedern der Sächsischen Staatskapelle in Dresden, und Mischa Spolianskys »Wie werde ich reich und glücklich?« in der Inszenierung von Manfred Weiß unter der Musikalischen Leitung von Max Renne erstmalig zu erleben. 

Die Ballettpremieren

Mit »Iphigenie auf Tauris« wird das Semperoper Ballett erstmals eine Choreografie von Pina Bausch aufführen. Zum ersten Mal wird diese Tanzoper von der Pina Bausch Foundation einem Ensemble außerhalb des Tanztheater Wuppertal zur Aufführung anvertraut. Am Pult der Sächsischen Staatskapelle gibt Jonathan Darlington sein Dirigentendebüt mit dem Semperoper Ballett.

Im Ballettabend »Vier letzte Lieder« erwartet das Publikum eine besondere Uraufführung: 70 Jahre nach dem Tod von Richard Strauss sind seine Werke nun auch für den Tanz verfügbar, so dass erstmals in der Semperoper die titelgebenden »Vier letzten Lieder« choreografiert werden. David Dawson wird Strauss’ künstlerisches Vermächtnis in Tanz übersetzen. Ergänzt wird der Ballettabend durch George Balanchines Choreografie »Strawinsky Violinkonzert« aus dem Jahr 1972 und »Kleines Requiem« aus dem Jahr 1996 des Niederländers Hans van Manen. Der Abend findet statt unter der Musikalischen Leitung des Ersten Gastdirigent der Semperoper, Omer Meir Wellber, der ebenfalls erstmals mit dem Semperoper Ballett zusammenarbeiten wird.

Darüber hinaus schlägt das Semperoper Ballett auch in der kommenden Spielzeit wieder den Bogen zwischen klassischen Handlungsballetten wie »Dornröschen« und »Don Quixote« von Aaron S. Watkin über modern erzählte Dramen wie »Carmen« von Johan Inger und »Giselle« von David Dawson bis hin zum abstrakten Tanz des 20. und 21. Jahrhunderts im Ballettabend »Labyrinth« mit Werken von George Balanchine, Martha Graham, Ohad Naharin und Joseph Hernandez. Von Weihnachten bis Januar ist »Der Nussknacker« im Programm des Semperoper Balletts zu erleben.

Dialog und Diskurs

Die Semperoper bietet allen Interessierten mit Symposien zu ausgewählten Spielplanpositionen und mit der Reihe SemperDialog einen Raum für Information und Austausch.

Die Bedeutung des historischen Themas »30 Jahre friedliche Revolution« würdigend, bieten die Sächsischen Staatstheater eine Reihe von Sonderveranstaltungen an. In der Semperoper Dresden ist unter anderem am 11. Oktober 2019 noch einmal die Festaufführung von Ludwig van Beethovens »Fidelio« in der Inszenierung nach Christine Mielitz zu erleben.  
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