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Pressemitteilung BoxID: 278761 (Schweizerischer Bauernverband)
  • Schweizerischer Bauernverband
  • Laurstrasse 10
  • 5200 Brugg
  • https://www.sbv-usp.ch
  • Ansprechpartner
  • Francis Egger
  • +49 (79) 28069-66

Mehrwert optimieren statt maximieren

(lifePR) (Brugg, ) Der Bauernverband stellte an seiner Jahresmedienkonferenz auf dem Betrieb von Magdalena und Michael Schneider in Mattstetten seinen aktuellen Situationsbericht vor. Dieser untersuchte den Mehrwert der Schweizer Landwirtschaft und verglich diesen mit den Wünschen unterschiedlicher Anspruchsgruppen. Fazit: Die Forderungen stehen zum Teil im Widerspruch und Verbesserungen in einem Bereich müssen mit den negativen Folgen in anderen Bereichen als Gesamtpaket betrachtet werden.

"Wir sehen es als unsere Aufgabe einen Mehrwert zu schaffen, sei es durch ökologische Aufwertung, besonders tierfreundliche Haltung oder eine gezielte Qualitätsproduktion", sagen Magdalena und Michael Schneider. Das Betriebsleiterpaar bewirtschaftet einen typischen Schweizer Landwirtschaftsbetrieb in Mattstetten und war Gastgeber der diesjährigen Jahresmedienkonferenz des Schweizerischen Bauernverbands (SBV). Schneiders sind sich ebenso wie die meisten anderen Bauernfamilien bewusst, dass die Schweizer Bevölkerung berechtigte Erwartungen an die Landwirtschaft hat.

Diesen Erwartungen und dem von der Landwirtschaft bereit gestellten Mehrwert ging der aktuelle, an der Medienkonferenz vorgestellte Situationsbericht "Die Schweizer Landwirtschaft bringt Mehrwert" des SBV auf den Grund. Dazu gehören eine hohe Produktqualität und -sicherheit, Rückverfolgbarkeit oder die tierfreundliche und nachhaltige Produktion. Die Schweizerinnen und Schweizer schätzen zudem die mit der einheimischen Landwirtschaft verbundenen Zusatzleistungen, wie die Bereitstellung einer abwechslungsreichen Kulturlandschaft, die Pflege der ländlichen Traditionen oder die Belebung der Randregionen.

Gewisse Leistungen lassen sich am Markt nicht 1:1 verkaufen, weil sie nicht dem Individuum, sondern der Allgemeinheit zugute kommen. Zum Beispiel: Wer Schweizer Produkte kauft, fördert eine abwechslungsreiche Kulturlandschaft. Davon profitiert auch, wer für den Wocheneinkauf ins benachbarte Ausland fährt. Ein Teil der Leistungen muss folglich über die öffentliche Hand finanziert werden. Das geschieht heute mit den Direktzahlungen. Damit die Bauern solche erhalten, müssen sie nicht nur die strengen Schweizer Gewässer-, Tier-, Umwelt- oder Naturschutzgesetze einhalten, sondern zusätzliche Anforderungen im Rahmen des ökologischen Leistungsnachweises erfüllen. Daneben gibt es zahlreiche freiwillige Zusatzprogramm wie zum Beispiel der Biolandbau oder regelmässiger Auslauf für die Nutztiere.

Die Weiterentwicklung der Landwirtschaft und die Verteilung der Direktzahlungen geben immer wieder zu Diskussionen Anlass. Welche Entwicklung, welchen Mehrwert will man fördern? Eine Umfrage bei verschiedenen Stakeholdern der Landwirtschaft zeigt das Dilemma, in dem die Bauernfamilien stecken: Wirtschaft, Industrie und Gastronomie verlangen eine international konkurrenz- und wettbewerbsfähige Produktion. Tier- und Naturschutz wollen die Bereiche Ökologie und Tierwohl stärker fördern, was die Produktion aber weiter verteuert und somit dem anderen Anliegen entgegenläuft. Der Konsument würde gern den Fünfer und das Weggli bekommen: möglichst viel Ökologie und Tierschutz, aber ohne dafür mehr zu bezahlen. Als Quintessenz kann man festhalten: Die einzelnen Bedürfnisse lassen sich nicht maximieren, sondern lediglich innerhalb der unterschiedlichen Bedürfnisse optimieren.

Sämtliche Unterlagen sind auch auf der Internetseite http://www.sbv-usp.ch zu finden.