Montag, 27. Februar 2017


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Wenig Nachwuchs bei Turmfalken und Schleiereulen

Nasses Wetter und Mäusemangel drückten den Bruterfolg

(lifePR) (Sempach, ) 2008 flogen aus vielen Nistkästen nur wenige Jungfalken und Jungeulen aus. Grund: In manchen Gegenden machten sich die Mäuse rar. Zudem liess der nasse Frühling das Gras so dicht und hoch spriessen, dass es den Schleiereulen und Turmfalken das Jagen erschwerte.

Bei ihren Nistkastenkontrollen trafen die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vogelwarte Sempach vielerorts nur auf 2-3 statt 5-6 junge Turmfalken. Auch bei den Schleiereulen gab es heuer nur wenig Nachwuchs. Vor allem anfangs der Brutsaison war die Zahl der Jungeulen deutlich unterdurchschnittlich. Viele Schleiereulen zögerten wegen den fehlenden Mäusen jedoch ihren Brutbeginn hinaus, so dass einige der Bruten erst jetzt Ende August ausfliegen.

Ausfälle gab es auch bei den Mäusebussarden. Beim Waldkauz legten viele Vögel überhaupt keine Eier. Im Kanton Schaffhausen beispielsweise gab es praktisch keinen Waldkauz-Nachwuchs.

Nasser Frühling, wenig Mäuse
Auf späte Schneefälle im März folgte ein verregneter, kühler April. Zusammen mit der Wärme im Mai wuchs das Gras darum in der Schweiz dieses Frühjahr eher spät, dann aber schoss es kräftig in die Höhe. Erneut regnerisches Wetter anfangs Juni verzögerte die Mahd. Im dichten hohen Gras gelingt den Turmfalken und Schleiereulen das Jagen von Kleinsäugern nur mit Mühe. Weil ausserdem die Mäusebestände gering waren, hatten es Greifvögel und Eulen doppelt schwer, in der kritischen Zeit genügend Futter für ihre Jungen zu beschaffen.

Gestaffelte Mahd und Ökoflächen würden helfen
Wo die Wiesen nach und nach gemäht werden, fällt es Turmfalken und Schleiereulen leichter, Mäuse zu jagen. In Zeiten mit geringen Mäusepopulationen finden beide Vogelarten zudem oft in der direkten Umgebung von Ökoflächen (z.B. Buntbrachen) noch einige Mäuse für ihre hungrigen Jungen.

Unter Kontrolle
Seit 8 Jahren beobachten viele freiwillige Mitarbeitende der Vogelwarte Sempach die beiden mäusefressenden Vogelarten Turmfalke und Schleiereule. In zwei Dutzend über das ganze Mittelland verteilten Untersuchungsgebieten erheben sie jedes Jahr den Bestand und den Bruterfolg dieser beiden bei den Landwirten sehr beliebten Mäusejäger.

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