Dienstag, 21. November 2017


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Schroders Global Investor Study 2017

Kapitalanlage ist für Anleger wichtiger als Sparen und Immobilienerwerb

Frankfurt am Main, (lifePR) - Heutige Anleger erweisen sich als sehr kapitalmarktorientiert. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Fondsgesellschaft Schroders, für die über 22.000 Anleger in 30 Ländern befragt wurden. Demzufolge geben Investoren der Kapitalanlage an den Finanzmärkten Vorrang vor Spareinlagen bei Banken, dem Erwerb von Immobilien und Luxusgütern (wie Urlaub oder einem neuen Auto) sowie dem Schuldenabbau. Allerdings haben viele immer noch unrealistisch hohe Renditeerwartungen, was auf unzureichendes Anlagewissen hindeutet. Erfreulicherweise besteht aber weltweit großes Interesse daran, mehr über das Thema Kapitalanlage zu erfahren.

Die Kapitalanlage hat Vorrang vor Spareinlagen, dem Kauf von Luxusgütern und dem Schuldenabbau

Wenn es um die Verwendung ihrer verfügbaren Einkommen geht, wollen die meisten Befragten im nächsten Jahr an den Finanzmärkten investieren. 23 Prozent der Umfrageteilnehmer wollen Geld in Aktien, rohstoffbasierten Anlagen, Anleihen oder ähnlichen Instrumenten anlegen. An zweiter Stelle (20 Prozent) steht das Sparen des Einkommens, entweder durch Einlagen bei Banken (16 Prozent) oder durch Geldaufbewahrung zuhause (4 Prozent) – trotz niedriger oder gar keiner Zinsen.

Die Rückzahlung von Schulden (einschl. Hypothekendarlehen) hat für lediglich 9 Prozent Priorität, was sehr wahrscheinlich an den niedrigen Kosten für den Schuldendienst liegt.

Regionale Unterschiede

Asien

Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in Asien, wo in China und Taiwan für jeweils 45 Prozent, in Hongkong für 39 Prozent und in Japan für 38 Prozent der Befragten die Kapitalanlage oberste Priorität hat. Südkorea weicht von diesem Trend ab. Dort geben 19 Prozent der Umfrageteilnehmer Spareinlagen bei Banken und 16 Prozent dem Immobilienerwerb Vorrang vor einer Kapitalanlage an den Finanzmärkten (12 Prozent).

Europa und Deutschland

In Europa messen Schweden (29 Prozent) und Italiener (26 Prozent) der Kapitalanlage die höchste Bedeutung bei. Dagegen haben Spareinlagen bei Banken für Anleger in Frankreich (16 Prozent Kapitalanlage / 21 Prozent Spareinlagen), Russland (18 Prozent Kapitalanlage / 24 Prozent Spareinlagen) und Portugal (23 Prozent Kapitalanlage / 29 Prozent Spareinlagen) höchste Priorität, was angesichts der europaweit niedrigen Zinssätze verwundert.

Für deutsche Investoren rangieren ebenfalls Kapitalanlagen an erster Stelle, mit 19 Prozent priorisieren hiesige Anleger diese Verwendungsmöglichkeit jedoch sowohl unterhalb des weltweiten als auch des europäischen Durchschnitts. Auf den weiteren Plätzen folgen der Erwerb von Luxusgütern (16 Prozent), Rücklagen für die Altersvorsorge (14 Prozent) sowie der Erwerb von Immobilien (13 Prozent). Spareinlagen bei Banken priorisieren nur 9 Prozent der deutschen Anleger – gemeinsam mit dänischen Investoren (9 Prozent) bringen sie damit gegenüber Kreditinstituten das weltweit geringste Vertrauen zum Ausdruck.

Nord- und Südamerika

In Nord- und Südamerika (USA, Kanada, Brasilien und Chile) geben insgesamt 19 Prozent der Befragten der Kapitalanlage Vorrang, dicht gefolgt von Einlagen bei Banken (16 Prozent). Dabei besteht in lateinamerikanischen Ländern eine stärkere Neigung zum Immobilienkauf als in den USA und Kanada.

Unrealistische Ertragserwartungen

Die Umfrage hat deutlich gemacht, dass die Anleger unrealistisch hohe Ertragserwartungen haben. In den nächsten fünf Jahren erwarten Anleger weltweit eine durchschnittliche jährliche Rendite von 10,2 Prozent (8,7 Prozent in Europa und jeweils 11,7 Prozent in Asien sowie in Nord- und Südamerika), während der MSCI World Index in den letzten 30 Jahren eine jährliche Rendite von 7,2 Prozent erreicht hat.1

Die Ertragserwartungen deutscher Investoren waren realistischer als die global sowie für Europa gemessenen Ergebnisse. Mit einer erwarteten jährlichen Durchschnittsrendite von 7,6 Prozent für die nächsten fünf Jahre lagen sie nur knapp oberhalb der tatsächlichen Entwicklung des MSCI World Index.

Diese hohen Renditeerwartungen weisen auf unzureichendes Wissen darüber hin, was man realistischerweise bei der Kapitalanlage erwarten kann. Allerdings wollen erfreulicherweise 88 Prozent der Anleger ihr Wissen zu diesem Thema erweitern.

Zuversicht der Anleger

Auf die Frage nach der aktuellen geopolitischen Lage und deren Einfluss auf ihre Anlageentscheidungen gaben die Investoren unterschiedliche und teils widersprüchliche Antworten.
Auf die Frage, wie sich die derzeitige Unsicherheit mit Blick auf die internationale Politik auf ihre Geldanlagen auswirkt, sagte mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (59 Prozent), dass sie gegenwärtig nicht so hohe Anlagerisiken eingehen wollen. Doch fast ebenso viele (57 Prozent) meinen, dass das Weltgeschehen Anlagechancen bietet, oder sagten, dass sie wegen der Politik oder des Weltgeschehens keine Abstriche an ihren Anlagezielen machen wollen (54 Prozent).

Die für deutsche Investoren ermittelten Ergebnisse stimmten hierbei tendenziell mit den globalen Daten überein. So sagten 60 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer, dass sie aufgrund der internationalen Politik / des Weltgeschehens keine so hohen Risiken eingehen möchten. Demgegenüber sind 51 Prozent der deutschen Anleger der Überzeugung, dass das Weltgeschehen Anlagechancen bietet und 49 Prozent vertreten die Auffassung, sich von diesen Makro-Zusammenhängen nicht von ihren Anlagezielen abbringen zu wollen.

Dies könnte ein Hinweis sein, dass die Anleger zuversichtlich sind und bei der Verwendung ihres verfügbaren Einkommens der Kapitalanlage Vorrang geben, dabei gleichzeitig aber vorsichtig agieren.

Achim Küssner, Geschäftsführer Schroder Investment Management GmbH:

„Die für Deutschland ermittelten Ergebnisse zeigen, dass das Thema Kapitalanlage hierzulande noch zu oft stiefmütterlich behandelt wird. Dass nur 19 Prozent der deutschen Befragungsteilnehmer einer Anlage an den Finanzmärkten die oberste Priorität einräumen, weist im Vergleich zu den globalen Werten – und insbesondere gegenüber einigen asiatischen Ländern – auf einen Nachholbedarf hin. Wir sehen es als eine wichtige Aufgabe an, Investoren mit den richtigen Informationen zu versorgen und ihnen Lösungsvorschläge anzubieten, die ihnen dabei helfen, ihre individuellen Anlageziele zu erreichen.“

Sasha Miller, Head of Market Intelligence bei Schroders:

„Dass für Anleger die Kapitalanlage Priorität hat, weist darauf hin, dass sie relativ zuversichtlich sind – vielleicht, weil wir uns im neunten Jahr einer Hausse befinden, oder wegen des langsamen, aber stabilen Weltwirtschaftswachstums. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass Investoren die geopolitischen Risiken nicht ausklammern.

Interessanterweise stehen die Ergebnisse der Umfrage mit dem tatsächlichen Anlegerverhalten in diesem Jahr in Einklang, da Investmentfonds weltweit Mittel in Rekordhöhe zufließen dürften. Die Umfrage hat auch gezeigt, dass die Anleger unrealistische Renditeerwartungen haben, weshalb manche von ihnen Enttäuschungen erleben oder ihre finanziellen Ziele zum Beispiel in Bezug auf die Altersvorsorge verfehlen könnten. Erfreulicherweise besteht jedoch großes Interesse, mehr über das Thema Kapitalanlage zu erfahren.

Wir möchten Anleger ermuntern, mit einem Finanzberater zu sprechen, um ausgehend von ihren persönlichen Anlageerfordernissen zu planen.“

Die vollständigen Ergebnisse der Schroders Global Investor Study 2017 finden Sie hier: schroders.de/gis

1 Quelle: Thomson Reuters, MSCI World Index; durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für den MSCI World Index, ausgehend von den Gesamtrenditen von 1987 bis 2017; Stand 22. September 2017.

Schroder Investment Management GmbH

Als global tätiger Investment Manager helfen wir Institutionen, Intermediären und Einzelpersonen auf der ganzen Welt dabei, ihre Ziele zu erreichen und für die Zukunft gewappnet zu sein. In einer Welt, die ständigem Wandel unterworfen ist, verändern sich auch die Bedürfnisse unserer Kunden. Während unserer langjährigen Unternehmensgeschichte haben wir uns stets an Veränderungen angepasst und dabei immer im Auge behalten, was unseren Kunden am wichtigsten ist.

Dies gelingt uns mit Erfahrung und Kompetenz. Unsere Experten identifizieren auf Grundlage von Daten die Trends der Zukunft. Das ermöglicht uns eine einzigartige Perspektive, dank der wir stets mit hoher Überzeugung investieren können. Wir verwalten ein Vermögen von 488,3 Mrd. EUR (577,3 Mrd. US-Dollar / 430,2 Mrd. Pfund Sterling)* für unsere Kunden, die sich darauf verlassen, dass wir nachhaltige Erträge erwirtschaften. Wir tun auch weiterhin alles, um zukünftigen Wohlstand für sie und die Gesellschaft insgesamt zu schaffen. Heute arbeiten 4.100 Menschen auf sechs Kontinenten für uns, die sich genau darauf konzentrieren.

Wir sind ein globales Unternehmen mit lokaler Präsenz und die Bedürfnisse unserer Kunden stehen für uns stets im Mittelpunkt. Wir sind in mehr als 200 Jahren und über sieben Generationen hinweg gewachsen und haben unsere Expertise in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen und Interessen unserer Kunden weiterentwickelt.

Weitere Informationen über Schroders finden Sie unter schroders.de.

Diese Veröffentlichung wurde von Schroder Investment Management GmbH, Taunustor 1, 60310 Frankfurt am Main, herausgegeben.

* Stand: 30. September 2017

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