Maria Loboda. Idyl In An Electronics Factory

(lifePR) ( Frankfurt am Main, )
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16. NOVEMBER 2018 – 3. FEBRUAR 2019
PRESSEVORBESICHTIGUNG: DONNERSTAG, 15. NOVEMBER 2018, 11 UHR

Die Skulpturen und Installationen von Maria Loboda sind rätselhaft und voller Geheimnisse. Erst auf den zweiten Blick erschließen sich ihre verschlüsselten Botschaften. Mit ihren Arbeiten im Raum überträgt die Künstlerin vergangenes Wissen in die unmittelbare Gegenwart. Vom 16. November 2018 bis zum 3. Februar 2019 präsentiert die Schirn Kunsthalle Frankfurt mit der Ausstellung „Idyl In An Electronics Factory“ drei Arbeiten von Maria Loboda, die sie eigens für die öffentlich frei zugängliche Rotunde entwickelt hat. Im Zusammenklang schreiben ihre Werke der Rotunde eine Erzählung ein, die auf den wegweisenden US-amerikanischen Landschaftsarchitekten James C. Rose (1913–1991) verweist.

Die Ausstellung „Maria Loboda. Idyl In An Electronics Factory“ wird durch die SCHIRN ZEITGENOSSEN gefördert.

Die zentrale Installation im Außenraum der Rotunde trägt den Titel Tout terriblement: Sie besteht aus zwei parallel angeordneten Hecken aus portugiesischem Lorbeer, die bis zum ersten Obergeschoss der Rotunde hinaufragen, den Durchgang versperren und den Raum zu einem Labyrinth machen. In und zwischen den Hecken stecken zudem vier organisch anmutende Beton-Skulpturen, die zusammen die abstrahierte Form eines „R“ ergeben. Die Hecken fußen in Bottichen – ebenfalls aus Beton –, die die Künstlerin an unterschiedlichen Stellen mit eingeritzten Buchstaben versehen hat. Diese ergeben zusammen den Ausspruch Tout te**iblement, den der Modedesigner Yves Saint Laurent (1936–2008) bekannt machte und damit wiederum ein Kalligramm des französischen Dichters Guillaume Apollinaire (1880–1918) zitierte.
Mit dem Ausstellungstitel „Idyl In An Electronics Factory“ nimmt Loboda direkt Bezug auf eine Rezension desselben Titels, die 1963 in dem US-amerikanischen Designmagazin Interiors erschien. Diese widmet sich dem von James C. Rose neu entworfenen Innenhof einer Firma für elektronische Komponenten in Livingstone, New Jersey. Als wesentliche Eigenschaften der Landschaftsarchitektur verstand James C. Rose die Bewegung und Veränderung der Landschaft. Dabei schloss er die Beziehungen aller in der Landschaftsarchitektur vorkommenden Materialien mit ein – etwa die sich in ständiger Veränderung befindliche Pflanze genauso wie die statische und unbewegliche Skulptur oder den sich in der gestaltenden Landschaft aufhaltenden und bewegenden Menschen.
Im Rotundenumgang des ersten Obergeschosses hängt eine großformatige Leinwand, auf der Maria Loboda das Cover jener Ausgabe des Magazins Interiors reproduziert hat. Dieses Gemälde, Grand Interiors, zeigt eine kolorierte Skizze eines Bistrotischs mit zwei Stühlen vor einer Wendeltreppe. Durch seine Dimensionen wirkt das Bild seltsam in den Gang eingeklemmt und auffallend disproportional, wie stecken geblieben. Ebenfalls im Rotundenumgang prangt auf der Wand der Schriftzug Note the lizard on the circuit – ein Hinweis für die Besucherinnen und Besucher, sich auf die Suche nach einem Gecko zu begeben, der als Tierpräparat seinerseits in der Rotunde platziert ist.

Matthias Ulrich, Kurator der Ausstellung, über die Künstlerin: „Mit schlichter Ästhetik und Sparsamkeit der Mittel verstärkt Maria Loboda die poetische Wirkung ihrer Skulpturen und Rauminstallationen. In der Schirn Kunsthalle Frankfurt präsentiert sie einen Skulpturengarten im wörtlichen Sinne, Skulptur und Garten in einem, ein Labyrinth auf engstem Raum. Sie führt die Besucherinnen und Besucher einen Weg entlang, der aus einzelnen Stationen besteht, die wiederum einzelne Geschichten enthüllen. Die Künstlerin arbeitet dabei mit einfachen Objekten und Gegenständen, die ihre unheimliche Wirkung erst dadurch entfalten, dass sie ihnen ihre vertraute Form entzieht und eine neue Gestalt überstülpt.“

Maria Loboda (*1979 in Krakau) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte von 2003 bis 2008 bei Mark Leckey an der Städelschule in Frankfurt am Main. Ihre Arbeiten wurden bereits weltweit in Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, u. a. in der Kunsthalle Basel, im IAC – Institut d’art contemporain in Villeurbanne, in The Power Plant in Toronto, in den Kunstvereinen Braunschweig und Bielefeld sowie im Museo Reina Sofía in Madrid. Darüber hinaus nahm Loboda im Jahr 2012 an der documenta 13 teil.

Während der Eröffnung am 15. November 2018 ab 19 Uhr wird die Ausstellung zudem um die Performance Teddy – Eine Warnung mit Eugen Ivan Bergmann ergänzt, die sich an die Kurzgeschichte Teddy von J. D. Salinger (1919–2010) anlehnt.

Die Ausstellung wird durch die SCHIRN ZEITGENOSSEN ermöglicht, einen Kreis privater Förderer junger Kunst an der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Die Schirn dankt Jan Bauer und Lena Wallenhorst, Oliver und Nicole Behrens, Andreas Fendel, Olaf Gerber und Nicole Emmerling de Oliveira, Markus Hammer und Birgit Heller, Hartmuth und Lilia Jung, Andreas Lukic und Sunhild Theuerkauf-Lukic, Shahpar Oschmann, Jörg Rockenhäuser und Vasiliki Basia, Reiner Sachs und Brigitta Bailly für ihr Engagement.

In der Rotunde der Schirn wurden zeitgenössische künstlerische Positionen jüngst von Neïl Beloufa (2018) sowie u. a. von Philipp Fürhofer, Lena Henke (2017), Rosa Barba, Peter Halley (2016), Heather Phillipson, Alicja Kwade (2015), Andreas Schulze (2014), Yoko Ono (2013), Bettina Pousttchi (2012), Barbara Kruger (2010), Eva Grubinger (2007), Jan De Cock (2005), Ayşe Erkmen und Olafur Eliasson (2004) präsentiert.

ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG UND PERFORMANCE Die Ausstellung „Idyl In An Electronics Factory“ wird am 15. November 2018 ab 19 Uhr eröffnet. Dabei findet die Performance Teddy – Eine Warnung mit Eugen Ivan Bergmann sowie ein DJ Set von Thomas Hammann statt.

DAS KÜNSTLERHEFT Maria Loboda. Idyl In An Electronics Factory enthält einen Beitrag von Matthias Ulrich und eine Biografie von Maria Loboda. Es wird während der Laufzeit der Ausstellung (16. November 2018 – 3. Februar 2019) bei Spector Books erscheinen, gestaltet von VERY, Frankfurt.

ORT SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT Römerberg 60311 Frankfurt DAUER 16. November 2018 – 3. Februar 2019 EINTRITT frei INFORMATION www.schirn.de E-MAIL welcome@schirn.de TELEFON +49.69.29 98 82-0 FAX +49.69.29 98 82-240 KURATOR Matthias Ulrich KURATORISCHE ASSISTENZ Johanna Laub
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