Samstag, 23. September 2017


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Gewichtsverlagerung

Rohstoffmärkte im Bann der (Umwelt-)Politik / Autor: Alwin Schenk

Köln, (lifePR) - Trotz koordinierter Förderkürzungen ist der Ölpreis im ersten Halbjahr in US-Dollar gerechnet um 15 % gesunken. Das lag an den noch immer sehr hohen Lagerbeständen, einer relativ schwachen Nachfrage und einem Wiederanstieg der US-Produktion, nachdem sich der Break-even-Preis für Schieferöl innerhalb von drei Jahren nahezu halbiert hat. Die sehr variable US-Produktion deckelt wahrscheinlich die Preise bei rund 50 USD/Barrel, während Edelmetalle unverändert von den hohen geopolitischen Spannungen profitieren.

Die OPEC schwächelt

Die Macht der OPEC schwindet. Sie repräsentiert nur noch ein Drittel der Weltölproduktion, ihre Mitglieder sind zerstritten und setzen eigene Beschlüsse in den seltensten Fällen konsequent um. Saudi-Arabien verträgt sich nicht mit dem Iran und sucht jetzt die Konfrontation mit Katar. Venezuela und Nigeria halten sich selten an Förderquoten und die Produktionsmengen von Libyen sind kaum zu prognostizieren. Mittlerweile fördert Russland mehr Öl als Saudi-Arabien und die US-Produktion holt mit Riesenschritten auf. Die Break-even- Preise für Schieferöl liegen heute in den USA bei 40 USD/Barrel - verglichen mit 80 USD/Barrel vor drei Jahren - und von der neuen amerikanischen Administration sind kaum kostentreibende Umweltauflagen zu erwarten. Wenn die US-Produktion weiter ansteigt, und dafür spricht die hohe Zahl der noch ungenutzten Bohrlöcher, dürfte das den Preisanstieg deckeln. Dass die Preise wieder steigen, ist unser Basisszenario. Die Ölnachfrage dürfte das Angebot schon bald übersteigen, die Förderkürzungen wurden prolongiert und die Investitionen wurden zumindest außerhalb der amerikanischen Ölindustrie in den vergangenen Jahren stark zurückgefahren.

Gold bleibt ein sicherer Hafen

Im Unterschied zu den Energiepreisen sind die Notierungen für Edelmetalle in der ersten Jahreshälfte gestiegen. Der aktuelle Goldpreis liegt knapp 10 % über den pessimistischen Prognosen vom Jahresanfang und für den Rest des Jahres werden wiederum nur sehr verhaltene Ertragserwartungen formuliert. Der "faire Wert" läge niedriger und würde zum Fixpunkt, sobald sich die geopolitischen Spannungen auflösen. Nur zeichnet sich das nicht ab. Die politische Unsicherheit bleibt hoch, nimmt sogar zu, wenn sich die Krise um Katar zuspitzt und die Kapriolen und Widersprüche in der amerikanischen Außenpolitik nicht enden.

Industriemetalle belasten die Umwelt

Nach einem starken Anstieg im ersten Quartal sind die Preise für Industriemetalle im zweiten Quartal wieder spürbar gesunken. Die treibende Kraft des Preisanstiegs beim Kupfer zu Jahresanfang waren Produktionsausfälle in mehreren Minen und der danach einsetzende Preisverfall ist wiederum eng mit der wieder einsetzenden Produktion verbunden. Neben konjunkturell bedingten Nachfrageschwankungen werden zukünftig verstärkt umweltpolitische Beschlüsse die Preisfindung an den Märkten bestimmen, denn die Förderung und Produktion von Rohstoffen wird in den Schwellenländern zunehmend als Ursache für Umweltprobleme gesehen. In China belegen die Luft- und die Wasserverschmutzung die Plätze zwei und vier im Ranking der am dringlichsten zu lösenden Probleme, weit vor den Themen Gesundheit, Verkehr und Arbeitslosigkeit. Dem werden die Behörden Rechnung tragen und der beabsichtigte Abbau der Überkapazitäten in der chinesischen Aluminiumproduktion ist dafür ein wichtiges Indiz. Auch aus anderen für die Rohstoffproduktion wichtigen Schwellenländern häufen sich die Meldungen über umweltpolitisch motivierte Minenschließungen. Die Philippinen ließen im Februar 23 der landesweit 41 Minen vorläufig schließen. El Salvador geht sogar noch weiter und hat die Förderung von Metallen insgesamt verboten.

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