Mittwoch, 22. November 2017


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Landwirte nehmen Tierschutz sehr ernst

RLV startet Plakataktion für eine moderne, bäuerliche Tierhaltung

Bonn, (lifePR) - Der Verbraucher wünscht sie, Unter­nehmen der Milchbranche bewerben sie: Milch von glücklichen Kühen. Die Bilder, die dazu im Kopf sind und me­diengerecht geboten werden, haben mit der Realität auf den Höfen meistens wenig zu tun: Bilderbuchbauernhöfe aus Kindertagen. Doch eine Kuh kann auch mit 99 oder gar 199 Stallgenos­sinnen glücklich sein. Diese Botschaft wollen jetzt die Tierhalter im Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) vermitteln und deshalb selbstbewusst die gesellschaftliche Diskussion über die Nutztierhaltung führen. Den Auftakt dazu bildete am Dienstag (15. Januar) eine Plakataktion in Düsseldorf, mit der die Landwirte unter dem Motto "Meinen Kühen geht es gut" für eine moderne, bäuerliche Tierhaltung werben.

"Die Tierhaltung ist der sensibelste Bereich der Landwirtschaft. Ob bei Stallneubauten, bei Erwartungen und Forderungen der Verbraucher und Medien an Tierschutz und Tierhaltung, immer trifft die Landwirtschaft auf realitätsferne Wunschvorstellungen", sagte RLV-Präsident Friedhelm Decker beim Aufstellen des ersten Plakates an der Völklingerstraße in Düsseldorf, das den Neukirchen-Vluyner Milchviehhalter Johannes Leuchtenberg zeigt. Die überzogene Kritik einiger Tierschutzverbände an der Tierhaltung bereite den Bauern große Sorgen - auch weil sie bei einer oft schlecht informierten Bevölkerung auf fruchtbaren Boden Fällt. Da Politik auf "Volkesmeinung" reagiere, ließen Ilse Aigners Chartaprozess, der Tierschutzaktionsplan Niedersachsen, aber auch die Überlegungen des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministers ahnen, was auf die Tierhalter in Deutschland zukommen könnte, so Decker.

"Wir erleben es heute schon, dass insbesondere das Bauen von großen Kuh-, Schweine- und Geflügelställen immer häufiger auf den Widerstand der Bevölkerung sowie der Gemeinden und Städte, in denen sie errichtet werden sollen, trifft", erklärte der Präsident weiter. Baugenehmigungen würden viel zu oft vor Gericht verhandelt. Wachstumswillige Tierhalter stießen bei den besorgten Mitbürgern auf eine Mauer der Ablehnung.

Vor dem Hintergrund, dass kaum noch einer der so genannten Otto-Normal-Verbraucher wisse, wie heute Tiere aufgezogen und gehalten würden, müsse das nicht verwundern, hob Decker hervor. "Die Zeiten, wo fast jeder noch einen Landwirt richtig kannte oder sich gar auf einen 'bäuerlichen Opa' berufen konnte, sind leider lange vorbei." Umso mehr seien alle Tierhalter entscheidend gefordert, das öffentliche Bild ihrer Tierhaltungsformen gerade zu rücken.

Auch für Johannes Leuchtenberg, der in Neukirchen-Vluyn 70 Kühe in einem luftigen Boxenlaufstall hält, und seinen Beruf mit Herzblut und Überzeugung ausübt, ist das Wohlbefinden seiner Tiere ein wichtiges Anliegen, sowohl aus der ethischen Verantwortung gegenüber den Lebewesen, als auch aus der wirtschaftlichen Vernunft heraus. "Nur, wenn es den Tieren gut geht, bringen sie auch gute Leistungen", so Leuchtenberg. Transparenz in den Haltungsformen, konzertierte Aktionen in der langfristig angelegten Öffentlichkeitsarbeit und eine schon bei der Jugend beginnende Aufklärung über Tierschutzansprüche und -wirklichkeit seien notwendig, um Vorstellungen und Realität in Einklang zu bringen. Seiner Auffassung nach reiche es nicht aus, immer wieder darauf hinzuweisen, dass die Tierhaltung in den zurückliegenden Jahrzehnten ständig weiterentwickelt wurde und deutliche Verbesserungen beim Tierschutz erreicht werden konnten.

Ein Stall sei früher häufig klein, nass und eng gewesen wäre, machte der Milchviehhalter deutlich. Zudem wurden die Tiere oft das ganze Jahr über auf engem Raum angebunden gehalten. Moderne Ställe hingegen seien hell, klimatisiert und böten den Tieren ein artgerechtes Platzangebot. Leuchtenberg: "Die Formel 'klein = gut - groß = schlecht' ist somit - rational betrachtet - zwar falsch, doch in der Öffentlichkeit wird das leider völlig anders wahrgenommen." Landwirte und ihre Berufsverbände müssten glaubwürdige Wege finden, die Mitmenschen davon zu überzeugen, dass das Halten von Tieren hohe Anforderungen - auch ethische - an die Menschen stelle, die damit ihr Lebensunterhalt verdienen müssten.

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