Dienstag, 24. April 2018


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Bauern setzen sich für Feldlerche ein

Im Rheinland wird kooperativer Naturschutz gelebt

Bonn, (lifePR) - Während Feldlerchen sonst mit ihrem Singflug trällernd Weibchen beeindrucken, sind die typischen Vögel der offenen Feldflur jetzt im Sinkflug. Die Zahl der Brutpaare soll seit den 80ern um rund 75 % zurückgegangen sein. Ursache wird dabei oft in der Landwirtschaft ausgemacht. Dabei werden andere Faktoren nahezu ausgeblendet. Mit dem Projekt „1 000 Fenster für die Lerche“, das die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft betreut, zeigen die Bauern im Rheinland, dass sie sich gerne für den sympathischen Vogel einsetzen und in unserem Bundesland bereits das Prinzip des kooperativen Artenschutzes mit der Landwirtschaft gelebt wird, zeigt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) auf.

So haben in den letzten drei Jahren die Landwirte in Nordrhein-Westfalen über 20 000 Feldlerchenfenster angelegt. Bei diesem, aus England stammenden Konzept, werden kleine Flächen von circa 20 m² bei der Saat ausgespart. Diese dienen dann als Anflugschneise. Hierdurch und durch die große Beteiligung der Landwirte an dem Förderprogramm leisten die rheinischen Landwirte einen großen Beitrag zum Erhalt der Feldvögel. Nunmehr die Schuld am Rückgang etwa des Feldlerchen-Bestandes allein bei den Landwirten zu suchen, ist mehr als ungerechtfertigt, zeigt sich der Verband über die einseitige Schuldzuweisung enttäuscht. So wird insbesondere die zunehmende Versiegelung der Fläche völlig ausgeblendet. Auch Faktoren wie die Zerschneidung und Zersiedlung der Landschaft sowie die Probleme der freilaufenden Haustiere und der Prädatoren gehören zu den wichtigen Ursachen, die den Rückgang der Arten befördern.

Während hierzulande Singvögel geschützt werden, stehen diese in anderen europäischen Ländern auf dem Speiseplan. Erst im November vergangenen Jahres wurde nach Mitteilung des Deutschen Naturschutzrings in den EU-News vom 9. November 2011 ein Lkw mit 10 000 frisch geschossenen Singvögeln, überwiegend Feldlerchen, die in Italien als Delikatesse verkauft werden sollten, von ungarischen Zöllnern entdeckt.

Die rund 150 rheinischen Landwirte, die nach RLV-Angaben in den vergangenen Jahren Feldlerchenfenster alleine im Rahmen des Projektes für „et Levelingche“ angelegt haben, hoffen auch in Zukunft auf Unterstützung. Weitere Angaben zu dem Projekt finden Interessierte unter www.rheinische-kulturlandschaft.de.

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