Mittwoch, 18. Oktober 2017


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Ausgleich braucht intelligente Konzepte

Produktionsintegrierte Kompensations- und Artenschutzmaßnahmen: Tagung der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft in Bonn

Bonn, (lifePR) - Das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Naturschutz ist gewiss nicht immer konfliktfrei, insbesondere, wenn es um Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Landschaft geht. In Nordrhein-Westfalen, insbesondere im Rheinland, wird aber bei der Gestaltung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Rahmen der Eingriffsregelung zunehmend auf kooperative Lösungen gesetzt, die sowohl im Sinne der Landwirtschaft sind und auch dem Naturschutz zugute kommen. Produktionsintegrierte Kompensations- und Artenschutzmaßnahmen (PIK) könnten sowohl der Landwirtschaft als auch dem Umwelt- und Naturschutz gerecht werden.

Dies hat der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), Friedhelm Decker, anlässlich einer Tagung der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft vergangene Woche in Bonn-Röttgen betont. Wie der RLV mitteilt, sei bei dieser Fachtagung vor mehr als 200 Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Naturschutz, Behörden und Planungsbüros "von der Theorie bis zur Praxis" intensiv über Möglichkeiten und die Akzeptanz produktionsintegrierte Kompensations- und Artenschutzmaßnahmen diskutiert worden.

Decker machte bei seiner Begrüßung deutlich, dass Landwirtschaft und Naturschutz das gemeinsame Interesse hätten, den ungebrochenen Flächenverlust durch Siedlungs- und Verkehrswegebau zu reduzieren, weil dieser sowohl die landwirtschaftliche Produktion wie auch die Artenvielfalt gefährde. Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen seien deshalb als Chance zu begreifen, gezielt Umweltmaßnahmen zu realisieren, ohne dass der Landwirt seine Flächen verliere. "Maßnahmen auf wechselnden Flächen stellen eine besondere Variante im Acker dar, bei denen naturschutzfachlich sinnvoll und landwirtschaftsverträglich Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in die landwirtschaftliche Produktion integriert werden können", sagte Decker.

Als Umweltbeauftragter des DBV nutzte der RLV-Präsident die Gelegenheit, um richtig zu stellen, dass der DBV mit seiner Kampagne gegen den Flächenverbrauch die Eingriffsregelung und die daraus resultierenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen keineswegs in Frage stellen wolle. "Der DBV will vielmehr auf den irreversiblen Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Äcker, Weiden und Wiesen aufmerksam machen, die wir alle einerseits zur Erzeugung von Nahrung und nachwachsenden Rohstoffen benötigen, die aber andererseits zahlreichen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum dienen", so der RLV-Präsident.

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