Montag, 11. Dezember 2017


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Antiobiotikaresistente Keime kein neues Problem

DBV: Bundesinstitut für Risikobewertung versachlicht die Debatte

Bonn, (lifePR) - Der Deutsche Bauernverband (DBV) bewertet die Äußerung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR), wonach die Belastung von Geflügelfleisch mit resistenten Keimen bereits seit 2009 kritisch verfolgt wird, als Beitrag zur Versachlichung der Debatte. Aus Sicht des DBV muss eine umfassende Risikobewertung aller möglichen Verbreitungswege sowohl in der Nutztierhaltung, in der Heimtierhaltung (vor allem Hunde und Katzen) und in der Humanmedizin jetzt vorangetrieben werden.

Der Präsident des DBV, Gerd Sonnleitner, hat davor gewarnt, in der Diskussion um den Einsatz von Antibiotika bei Tieren die Landwirte einseitig zu verurteilen. "Wir müssen die Komplexität dieses Themas in ihrer Gesamtheit sehen", sagte Sonnleitner vor Journalisten in München und Düsseldorf. Wichtige Probleme seien auch die Übertragung multiresistenter Keime von Mensch zu Mensch in Kliniken aber auch in privaten Haushalten, so Sonnleitner unter Berufung auf das Bundesinstitut für Risikobewertung. "In der Landwirtschaft sei der Einsatz von Antibiotika trotz wachsender Tierbestände in den letzten Jahren gesenkt worden. Tiere, die krank seien, müssen aber behandelt werden können", sagte Sonnleitner. Das erfordere schon der Tierschutz. "Ich möchte ausdrücklich betonen, dass wir dieses Thema sehr ernst nehmen", fasste Sonnleitner zusammen.

"Deshalb haben wir Bauern gemeinsam mit den in der Landwirtschaft tätigen Tierärzten und der Geflügelwirtschaft ein Monitoring des Antibiotikaeinsatzes beschlossen", so Sonnleitner. "Damit wollen wir detailliert den Status Quo erheben, den Handlungsbedarf besser erkennen und gezielte Bekämpfungsmaßnahmen festlegen. Wir brauchen eine konsequente Minimierungsstrategie für den Einsatz von Antibiotika von allen Beteiligten."

DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born betonte gegenüber dem ZDF und verschiedenen Zeitungen in Berlin, dass die Erhebung des BUND "keine wirklich neue Erkenntnis" sei. Der BUND attackiere mit der Veröffentlichung völlig undifferenziert die Massentierhaltung, "ohne zu definieren, was er darunter versteht". Der Gebrauch von Tierarzneimitteln werde auch von den Landwirten kritisch betrachtet, egal ob in großen oder kleinen Stallungen. "Der BUND verschweige zudem, dass mehr als 99 Prozent der Milch-, Ei- und Fleischprodukte keine Antibiotika-Rückstände aufweisen. So etwas ärgert uns Bauern maßlos", sagte Born. Der Generalsekretär wies darauf hin, dass sowohl in Deutschland als auch in der EU die vorbeugende Gabe von Antibiotika zur Leistungsförderung seit Jahren verboten sei.

Der DBV hat unterdessen eine Liste häufig gestellter Fragen zum Einsatz bei landwirtschaftlichen Nutztieren auf seine Internetseite www.bauernverband.de gestellt. Unter dem Stichwort "FAQ zu Antibiotika" werden 12 Fragen zum Einsatz von Tierarzneien und Antibiotika ausführlich beantwortet.

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