Montag, 23. Juli 2018


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Seit 60 Jahren CO2-freie Stromerzeugung im Lechkraftwerk Ellgau

Bewohner von Meitingen rechnerisch zu 100 Prozent regenerativ versorgt

München, (lifePR) - Einen runden Geburtstag konnte 2012 das Laufwasserkraftwerk Ellgau am unteren Lech im Landkreis Augsburg feiern. Das Kraftwerk ist das südlichste der vier leistungsstarken Lechkraftwerke der Rhein-Main-Donau AG (RMD) vor der Mündung des Lechs in die Donau. Zum Jahresende 2012 blickt der regenerative "Dauerläufer" auf 60 Jahre erfolgreichen Betrieb im Dienste einer umweltfreundlichen, erneuerbaren Stromerzeugung zurück.

Die Staustufe Ellgau dient als Mehrzweckanlage und wurde neben der Stromerzeugung für weitere staatlich-wasserwirtschaftliche Zwecke, insbesondere Hochwasserschutz sowie Sohl- und Grundwasserstabilisierung errichtet.

Seit der Inbetriebnahme 1952 erzeugte das nördlich von Meitingen bei Ellgau gebaute Lech- Kraftwerk aus seinen beiden Kaplan-Turbinen mit zusammen 10.000 Kilowatt Leistung durchschnittlich rund 56 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. Im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung werden damit jährlich rund 39.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden.

Seit Betriebsbeginn hat das Kraftwerk Ellgau rund 3,4 Milliarden kWh Strom erzeugt. Dabei kann in dem Kraftwerk eine Fallhöhe des Lechwassers von 8,25 Meter genutzt werden. Dafür wird das benötigte Wasser an drei Wehrfeldern aufgestaut, um dann mit bis zu 165 Kubikmeter pro Sekunde, das entspricht etwa 1.065 Badewannenfüllungen, die Turbinen anzutreiben und über die angekoppelten Generatoren CO2-frei Strom zu erzeugen.

Die Jahresstromerzeugung des Kraftwerks Ellgau entspricht dem Strombedarf von 16.000 deutschen Durchschnittshaushalten (3.500 kWh Jahresverbrauch bei rechnerisch 2,7 im Haushalt lebenden Personen). Mit einer Jahresproduktion aus dem Ellgauer Lechkraftwerk ließe sich rein rechnerisch der Haushaltsstrombedarf der rund 1.000 Einwohner von Ellgau über 43 Jahre lang decken. Für die rund 11.000 Einwohner von Meitingen würde die Ellgauer Jahresproduktion für knapp vier Jahre ausreichen.

Neben der CO2-Vermeidung von rund 2,36 Millionen Tonnen in den letzen sechs Jahrzehnten leistet auch die Rechenreinigungsanlage einen wichtigen Umweltbeitrag zur Reinhaltung des Lechs. Über 150 Tonnen Schwemmgut, in erster Linie Treibholz, aber auch Wohlstandsmüll und Schrott, "filtert" die Rechenreinigungsanlage in Ellgau pro Jahr aus dem Fluss. Ein zertifizierter Entsorgungsbetrieb transportiert dieses Material je nach Bedarf ab und übernimmt die fachgerechte Sortierung und Entsorgung.

Zum nachhaltigen Betrieb der Wasserkraftanlagen der RMD kümmert sich die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) aktiv um neue Formen der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Gewässernutzern. So wurden zum Beispiel gemeinsam mit Fachverwaltung und -verbänden, mit Wissenschaft und Fischerei eine Vielzahl von gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten durchgeführt, u. a. Projekte zur Verbesserung der Gewässerstruktur und Auenentwicklung. Auch ist die BEW als Projektpartner mitbeteiligt am Naturschutz-Großprojekt "Schwäbisches Donautal - Auwaldverbund von nationaler Bedeutung", einer Auwaldentwicklung oberhalb der Staustufe Dillingen.

Die vier RMD-Kraftwerke am Unteren Lech werden von der BEW betrieben und von deren Zentralwarte in Gersthofen bei Augsburg aus ferngesteuert.

Dazu RMD-Vorstand Dr. Albrecht Schleich: "Wir freuen uns, dass wir in der Bayerischen Elektrizitätswerke GmbH einen kompetenten und ausgezeichneten Betreiber für unsere Wasserkraftwerke an Donau und Lech gefunden haben, der unsere Anlagen im Sinne einer zuverlässigen, umweltfreundlichen, regenerativen Stromerzeugung für einen langfristigen Dauerbetrieb fit hält."

"Unsere beiden ältesten Wasserkraftkraftwerke entstanden vor 90 Jahren am Main in Würzburg (Untere Mainmühle, 1922) und an der Donau bei Passau (Kachlet 1922-1927). Seitdem erzeugen sie zuverlässig Strom. Unserem Kraftwerk Ellgau wünschen wir einen mindestens ebenso langen und erfolgreichen Betrieb, der vor allem auch dem Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens und denen unseres Betriebsführers BEW zu danken ist - darauf können alle mit Recht stolz sein", erklärte Schleich weiter.

Wasserkraft in Bayern

Die Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung ist angesichts der angestrebten Energiewende in Deutschland aktueller denn je. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft hat in Bayern eine über 100-jährige Tradition und ist nicht nur die älteste Form der Stromerzeugung, sondern immer noch die effizienteste Art, regenerative Energie rund um die Uhr, wetterunabhängig und in größerer Menge bereit zu stellen. Speziell in Bayern hat die Wasserkraft mit bis zu 15 Prozent einen hohen Anteil an der Stromerzeugung. Mit rund 11,4 Milliarden Kilowattstunden Jahreserzeugung 2011 liegt ihr Anteil im Bereich der erneuerbaren Energien bei rund 44 Prozent und ist somit wichtigster regenerativer Stromproduzent in Bayern, der zudem noch Grundlast fähig ist. Importunabhängig, zuverlässig, flexibel und kundennah stellen die über 200 großen und etwa 4.000 kleineren Wasserkraftanlagen an Bayerns Flüssen Strom in einer Größenordnung zur Verfügung, die für die Versorgung von rund 3,5 Millionen Durchschnittshaushalten ausreichen würde.

Um das bestehende Wasserkraftpotenzial zu erhalten, werden die Wasserkraftwerke mit hohem finanziellem Aufwand instand gehalten.

Laut einer Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts forsa aus dem Jahr 2009 befürworten 91 Prozent der Menschen in Bayern die Nutzung der Wasserkraft.

Bayerische Elektrizitätswerke GmbH

Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. Die BEW gehört zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern und erzeugt jährlich rund 1 Milliarde Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom aus regenerativer Wasserkraft. Die BEW betreibt dazu 35 Wasserkraftwerke an Donau, Iller, Günz, Lech und Wertach.

Zudem bieten die Bayerischen Elektrizitätswerke Dienstleistungen in den Bereichen Energie und Umwelt an. Die BEW beschäftigt rund 170 Mitarbeiter. Der Unternehmenssitz befindet sich in Augsburg.

Rhein-Main-Donau AG

Die Rhein-Main-Donau AG (RMD) mit Sitz in München wurde 1921 gegründet und gehört seit 1995 mehrheitlich zum E.ON-Konzern. Das bayerische Traditionsunternehmen besitzt an Altmühl, Donau, Lech, Main und Regnitz insgesamt 60 Wasserkraftwerke, darunter ein Pumpspeicherkraftwerk in Unterfranken mit 164 Megawatt installierter Leistung. Die Betriebsführung ihrer Anlagen hat die RMD an die E.ON Wasserkraft GmbH und die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH übertragen.

Die 59 Laufwasseranlagen verfügen allein über eine Ausbauleistung von 527 Megawatt und erzeugen pro Jahr durchschnittlich rund 3,4 Milliarden Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom aus Wasserkraft. Damit wird das Klima um rund 2,4 Millionen Tonnen CO2. entlastet.

Im Auftrag und auf Rechnung der Bundesrepublik Deutschland sowie des Freistaats Bayern ist die RMD Wasserstraßen GmbH, ein Tochterunternehmen der RMD AG, zuständig für die verbliebenen Aufgaben beim Donauausbau und beim Hochwasserschutz.

RMD CONSULT GmbH ist eine international tätige, unabhängig planende Ingenieurgesellschaft mit den Schwerpunkten Hochwasserschutz, Flussrenaturierung, Schifffahrtsstraßen, Wasserkraft, Regenerative Energien, dezentrale Energieversorgung und thermische Kraftwerksanlagen.

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