Aktuelles Heft der Zeitschrift "OST-WEST / Europäische Perspektiven" fragt nach dem Einfluss der Medien in Deutschland sowie in Mittel- und Osteuropa

(lifePR) ( Freising, )
"Frei und doch abhängig": Diese Diagnose lässt sich für die Medienlandschaft in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas erstellen. Auch heute, 20 Jahre nach der Gründung freier Medien, ist in den ehemals kommunistischen Staaten eine neutrale Berichterstattung nicht immer gewährleistet. Aber nicht nur der Einfluss von Politik und Wirtschaft auf Presse, Rundfunk und Fernsehen sind zu beobachten, sondern auch der Einfluss der Massenmedien auf den Nutzer selbst. Die Medien üben Macht auf den Menschen aus, er kann sich ihnen nicht entziehen. Aber wie wirken sie genau? Wie ist ihr Einfluss zu bewerten?

Die aktuelle Ausgabe von "OST-WEST. Europäische Perspektiven" (OWEP) mit dem Titel "Medien als Macht?" spürt diesen Fragen nach. Das Heft stellt sowohl die Situation in Deutschland als auch in unterschiedlichen Ländern in Mittel- und Osteuropa vor. Den länderspezifischen Analyen vorausgehend, beschreibt Werner D'Inka, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ein allgemeines journalistisches Grunddilemma, nämlich die Wechselbeziehung von unabhängiger Darstellung und wirtschaftlicher oder politischer Abhängigkeit. Dass die Zange von Wirtschaft und Politik in bestimmten Regionen aber besonders wirksam ist, zeigen die Berichte zur Ukraine und zu Bosnien und Herzegowina.

Ähnliches gilt aber auch für Russland. Folgt man der Ausführung von Dr. Florian Töpfl, Postdoctoral Fellow an der Columbia University New York, sind dort staatstreue Fernsehsender und gezähmte Printmedien an der Tagesordnung, obwohl sich in den vergangenen zwanzig Jahren eine vielfältige Medienwelt entwickelt hat.

Polens Beispiel erscheint dagegen positiver. Schon in der kommunistischen Zeit hat es ein blühendes katholisches Pressewesen gegeben, das nach wie vor eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Diskurs in Polen spielt. Hingegen sei die freie Berichterstattung in Rumänien aufgrund politischer und wirtschaftlicher Interessenskämpfe immer wieder gefährdet. "Pressefreiheit wird dort vielerorts als Freiheit begriffen, andere Meinungen nicht mehr hören zu müssen", schreibt Professor Radu Preda, Universität Cluj-Napoca.

Freie Medien sind demnach nicht immer ein Kriterium für unabhängigen Journalismus. Gerade deshalb solle das Thema Ethik der Medien mehr in den Mittelpunkt rücken, so die Meinung zweier Experten aus Deutschland und Polen.

Ihre Gedanken über Realität und Ideal ethischer Maßstäbe in den Medien runden das aktuelle OWEP-Heft "Medien als Macht?" ab. Der Gewinn an persönlicher Freiheit, der mit der Einführung elektronischer und digitaler Medien einhergeht, bedeute für Konsumenten und Produzenten ein gesteigertes Verantwortungsbewusstsein: "Für jeden tut sich plötzlich das Fenster zu einer anderen Welt auf, die ihm bis dahin verschlossen war."
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