Deutsch-französische Freundschaft mit Salzbelastung?

(lifePR) ( Karlsruhe, )
In Frankreich wird derzeit die Einleitung von Salzwasser in den Rhein geprüft. Konkret handelt es sich um Calciumchlorid aus dem Steinsalzabbau bei Nancy, das künftig über eine Pipeline an den Rhein bei Achern gepumpt werden soll. Hierüber informierte die Verwaltung des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein die Mitglieder des Planungsausschusses in seiner Sitzung am letzten Mittwoch (25.02.) in Karlsruhe. "Der Rhein symbolisiert für uns heute das blaue Band der deutsch-französischen Freundschaft am Oberrhein. Die Früchte dieser Verbindung möchten wir uns nicht versalzen lassen", machte Verbandsdirektor Gerd Hager deutlich.

Durch Abbau von Steinsalzvorkommen südöstlich von Nancy wird das Wasser der Meurthe und der Mosel erheblich belastet. Jährlich leiten die Unternehmen Solvay in Dombasle und Novacarb in Laneuveville-devant-Nancy knapp eine Million Tonnen Calciumchlorid in die Meurthe ein. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat eine Verbesserung der Qualität der Fließgewässer zum Ziel. Dieses Ziel ist auch im Bewirtschaftungsplan des Gebietes Rhein-Maas festgeschrieben. Der Aktionsplan sieht bis 2015 eine Prüfung der Möglichkeit zur Verringerung des Chloridgehaltes in der Mosel vor. Ab 2015 sollen dann Maßnahmen zur Annäherung an den natürlichen Chloridgehalt getroffen werden. Eine der untersuchten Maßnahmen ist die Einleitung belasteten Wassers auf der Höhe von Achern direkt in den Rhein.

Die Einleitung chloridbelasteten Wassers in den Rhein würde eine Verschlechterung des ökologischen Zustands des Rheins bedeuten und damit ebenfalls dem Ziel der Wasserrahmenrichtlinie zuwiderlaufen. Das Wasser müsste mit einer Pipeline von Nancy über die Vogesen zum Rhein transportiert werden.

Alternativen sieht Frankreich in einer Einleitung der salzbelasteten Wässer in den Unterlauf der Mosel, ebenfalls durch den Bau einer Pipeline sowie in der Aufbereitung der Salzeinleitungen durch Umkehrosmose: Bei diesem Verfahren wird vor der Einleitung in den Fluss das Calciumchlorid vom Wasser getrennt. Die Machbarkeit der verschiedenen Varianten sowie die gesellschaftliche Akzeptanz soll bis Ende des Jahres 2015 geprüft werden.

Danach entscheidet der französische Staat über das weitere Vorgehen. Über die Internationale Kommission zum Schutz von Mosel und Saar (IKSMS) und die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) ist Frankreich verpflichtet, die anderen Vertragsparteien, über das Vorhaben zu informieren. Deutschland ist durch das Bundesumweltministerium in der IKSR vertreten. Sollte Frankreich die Einrichtung einer Pipeline in Betracht ziehen, müsste es die zu-ständigen Behörden in den betroffenen deutschen Bundesländern im Rahmen der erforderlichen grenz-überschreibenden Beteiligung einbinden.
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