Dienstag, 21. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 665763

Energieeffizientes Bier! Volles Haus bei der Riegele Brauerei beim Thema Ressourceneffizienz

Augsburg, (lifePR) - Ist Ihr Feierabend-Bier nachhaltig produziert? Wenn es ein Bier der Brauerei Riegele ist, kann man beim Trinken gleich ein besseres Gewissen haben. Denn die Brauerei Riegele arbeitet schon seit vielen Jahren systematisch und langfristig daran, die Produktion nachhaltiger und energieeffizienter zu gestalten. Davon konnten sich über 100 Gäste beim A³ Wirtschaftsdialog vor Ort überzeugen. Die Veranstalter – die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH und das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) – wurden vom großen Interesse bei Augsburger Unternehmen und dem Ansturm der Anmeldungen überrollt und mussten die Veranstaltung gleich zweimal durchführen.

Investitionen für die nächsten 20 Jahre: 16 Kilometer neue Leitungen und 600.000 € für ein neues Dampfsystem

Energieeffizienz ist in vielen Unternehmen ein Thema. Doch nur wenige Unternehmen gehen diesen Weg seit vielen Jahren so systematisch und langfristig orientiert wie die Brauerei Riegele. „Wir haben zunächst genau analysiert, was in unseren Prozessen eigentlich genau abläuft“, erläuterte Braumeister Frank Müller, der die über 100 Teilnehmer aufgrund des übergroßen Andrangs in gleich zwei Führungen durch die Brauerei lotste. Dazu wurde jeder einzelne Verbraucher aufgelistet und 16 Kilometer Leitungen neu verlegt, um alle Ströme und Prozesse genau zu analysieren. Dass sich das lohnt, davon ist man bei Riegele überzeugt. „Natürlich kostet das alles Geld, aber das ist sinnvoll investiertes Geld, denn es hat uns ermöglicht, uns für die nächsten 20 Jahre gut aufzustellen“, betonte Sebastian B. Priller bei der Begrüßung der Teilnehmer. So investierte Riegele auch 600.000 € in ein neues Dampfsystem – eine Investition, die sich langfristig auszahlt: Auf 30 Jahre gerechnet lassen sich damit 6,5 Mio. € einsparen.

Beeindruckt von dieser systematischen Herangehensweise ist auch Matthias Voigtmann von ECA Concept GmbH, der die Brauerei Riegele seit mehr als 10 Jahren als Berater für Energie- und Ressourceneffizienz begleitet. „Mittelständler wie die Brauerei Riegele haben einen entscheidenden Vorteil: Sie denken langfristig und realisieren auch Investitionen, die sich nicht innerhalb der nächsten 2 bis 3 Jahre realisieren“, betont der Experte. „Es gibt Unternehmen, die gehen als erstes auf ihre Beleuchtung los – dabei ist das gar nicht ihr Problem“, weiß Herr Voigtmann aus langjähriger Erfahrung. „Bevor ich einen einzelnen Produktionsschritt energetisch optimiere, muss man sich doch zuerst fragen, wozu brauche ich diesen Schritt überhaupt?“ Bisweilen stellten Unternehmen dann fest, dass sie durch eine Umstellung ihres Prozesses oder andere Verfahren viel größere Effekte erzielen können. Dies zeigen auch die beeindruckenden Ergebnisse der Brauerei Riegele: Schon bevor die Beratung im Rahmen einer typischen KfW-geförderten Erstberatung vor 10 Jahren begann, hatte die Brauerei Riegele bereits alle wichtigen „Hausaufgaben gemacht“, lobte Voigtmann. Dennoch fanden wir gemeinsam durch die systematische Analyse bei jährlichen Energiekosten in Höhe von über 600.000 € noch Einsparpotenziale von weiteren 200.000 € jährlich.“

Datenschätze heben: Auf dem Weg zum Bier 4.0.

Das setzt natürlich zunächst voraus, dass das Unternehmen einen guten Überblick über seine Materialströme und Produktionsprozesse hat. Die hierfür benötigten Daten seien in fast jedem Unternehmen bereits vorhanden, so Voigtmann. Allerdings oft in autonomen Systemen, verschiedenen Abteilungen und unterschiedlichen Datenformaten und deswegen meist nicht sinnvoll zugänglich. „Wir waren schon in Unternehmen, da hat ein Mitarbeiter der Produktion jahrelang genau die Daten gesammelt, die das ganze Unternehmen dringend brauchte. Als wir ihn fragten, warum das niemand wusste, antwortete er, es hätte ja auch nie jemand danach gefragt.“

Entscheidend ist es vor allem, die Daten auch in aussagekräftige Zusammenhänge zu bringen: „Niemand interessiert der absolute Energieverbrauch. Es ist ja auch uninteressant, wie viele Liter Sie bei der Tankstelle tanken. Mit solchen Zahlen kann man nur etwas anfangen, wenn man sie in einen Zusammenhang bringt, also z.B. wie viele Liter das Auto auf 100 Kilometer verbraucht“, erläuterte Matthias Voigtmann das Vorgehen. Für die Brauerei Riegele wurde deswegen nicht nur ein Messstellenkonzept erarbeitet, sondern auch systematisch zielführende Messräume definiert, z.B. wie viel Dampf pro Hektoliter Bier benötigt wird. „Über diese Messräume dürfen Sie nicht nur mit dem Leiter der Produktion reden, sondern auch mit dem Controller und dem Buchhalter“, betonte der Experte. „Wenn Sie so vorgehen, dann fangen die Daten an, Geschichten zu erzählen und Sie sind auf dem direkten Weg zur Industrie 4.0“. Dank dieses Datenschatzes und der zugehörigen Analysemöglichkeiten, für die in verschiedenen Workshops auch Finanzverantwortliche und andere Unternehmensbereiche hinzugezogen wurden, konnte sich die Brauerei Riegele einen fundierten Prioritätenplan verschiedenster Effizienzmaßnahmen und Investitionen erarbeiten.

Von der Energie- zur Ressourceneffizienz: Einweg oder Mehrweg?

Mithilfe solcher Daten ergeben sich weitere Ressourceneffizienz-Fragestellungen und –lösungen fast von allein: Wie wichtig dieser Überblick für verschiedenste betriebswirtschaftliche Entscheidungen sein kann, stellte Matthias Voigtmann am Beispiel der Analyse der Kosten eines Einweg-Flaschensystems und der bisherigen Mehrweglösung vor, das für die Brauerei Riegele erarbeitet wurde. Es zeigte sich, dass Mehrwegflaschen nicht nur ökologisch sinnvoller sind, sondern Einwegflaschen auch ökonomisch um das 2- oder 3fach höhere Kosten nach sich ziehen.

Anhand der fundierten Daten entschied sich die Brauerei aber auch für zahlreiche andere Investitionen. Stolz präsentierte Braumeister Frank Müller den Teilnehmern den neuen mit Erdgas betriebenen Heizkessel ebenso wie die aktuell laufenden Planungen für ein neues Heißwasser-Speichersystem. Ziel ist es, Heißwasser im Prozess wieder zurückzugewinnen – eine besondere Herausforderung angesichts der Tatsache, dass eine Brauerei von Mineralwasser über Brauwasser bis zu Brauchwasser mehrere voneinander unabhängige Wassersysteme managen muss. Mittlerweile ist die Brauerei Riegele auch auf dem Weg, zunehmend Energie selbst zu erzeugen, nicht nur durch eigene Solarzellen auf dem Dach, die 20.000 kwh Strom erzeugen, sondern auch durch eine Brennstoffzelle, die in einem Pilotprojekt gemeinsam mit den Stadtwerken Augsburg und der Firma EZ Energies GmbH installiert wurde und die 240 kg CO2 pro Kilowattstunde einspart. Derzeit wird auch der Bau von eigenen BHKWs geprüft.

Wissen anzapfen & Ideen gären lassen

Durchschlagenden Erfolg erzielte die Brauerei Riegele mit ihren Maßnahmen nicht nur in der Energie- und Ressourceneffizienz sondern auch bei den Veranstaltern und den Veranstaltungsbesuchern. „Wir waren vom großen Ansturm auf unsere Veranstaltung überwältigt“, freute sich Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. Auch Martin Dünzl vom Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) zeigte sich beeindruckt: „Wir waren überrascht vom großen Interesse der Teilnehmer und freuen uns, dass Ressourceneffizienz in Augsburg eine so wichtige Rolle spielt.“ Die über 100 Veranstaltungsteilnehmer hatten dann beim folgenden Get Together bei Bier und Weißwurstfrühstück noch hinreichend Gelegenheit, weiteres Wissen anzuzapfen und neue Ideen gären zu lassen.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

4.000 neue Bäume für die Region

, Energie & Umwelt, Taunus Sparkasse

Kunden und Berater der Taunus Sparkasse in Gummistiefeln und mit Spaten -unter dem Motto „Wir schaffen Grünes“ pflanzen sie Bäume. Seit 2011...

Alle Jahre wieder im November: Nachfrage nach XXL-Bäumen ungebremst

, Energie & Umwelt, Niedersächsische Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten sind ein Hauptlieferant für übergroße Weihnachtsbäume in Deutschland. Die Ernte von insgesamt vier XXL-Fichten...

Großer Stein und Kaninchenwerder wieder offen für Wassersportler

, Energie & Umwelt, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Die Naturschutzgebiete "Ziegelwerder" sowie "Kaninchenwerder und Großer Stein im Schweriner See" sind wieder offen für Wassersportler. Das Bundesministerium...

Disclaimer