Dienstag, 17. Oktober 2017


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Praktische Einblicke in den Hochwasserschutz: 30 Bürgerinnen und Bürger informieren sich über Baufortschritte beim Rückhalteraum Elzmündung bei Kappel-Grafenhausen (Ortenaukreis)

Regierungspräsidium Freiburg informiert über Arbeiten am Einlassbauwerk // Austausch mit Bevölkerung geht weiter

Freiburg, (lifePR) - Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg zu einer Baustellenbesichtigung des zentralen Einlassbauwerkes für den Rückhalteraum Elzmündung bei Kappel- Grafenhausen (Ortenaukreis). Dabei ging es unter anderem um das Einlassbauwerk, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Mit Harald Klumpp, Andrea Rosenfelder und Philipp Schäfer erläuterten drei Fachleute die Pläne des Regierungspräsidiums zu den laufenden Arbeiten. Unter den Teilnehmern waren auch Kappel-Grafenhausens Bürgermeister Jochen Paleit, Rhinaus Bürgermeister Jean-Paul Roth und Wittenweiers Ortsvorsteher Sven Kehrberger. Die Experten standen Rede und Antwort zur Herstellung und Funktion des Einlasses im heutigen Rheinseitendamm, mit dem Wasser aus dem Rhein in den künftigen Rückhalteraum geleitet wird.

Die Baustelle wurde durch umfangreiche Kampfmittelerkundungen nach Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg um etwa ein halbes Jahr verzögert. Danach errichteten die beteiligten Firmen eine mit Spundwänden gesicherte Baugrube in den Damm, brachten Anker in den Untergrund ein, installierten Bewehrungen und Schalungen für das Bauwerk und betonierten Stück für Stück. "Die Sicherheit des Rheinseitendammes wird durch den Bau des Einlassbauwerks jederzeit sichergestellt", so Andrea Rosenfelder, Projektingenieurin für den Rückhalteraum Elzmündung. Nach aktuellem Stand wird das Einlassbauwerk bis Ende 2017 fertiggestellt sein. Die Umleitung des Wander- und Radweges wird mit Abschluss der Baustelle aufgehoben, sodass der Rheinseitendamm voraussichtlich ab Anfang 2018 wieder freigegeben werden kann. Anhand von Karten und Bildern wurde ein Überblick über die weiteren Baumaßnahmen gegeben.

Sanierung des Hochwasserdammes VI

Die Sanierung des Hochwasserdammes VI im Naturschutzgebiet Taubergießen ist im Zeitplan. Die Kampfmittelerkundung südlich der L 103 blieb ohne Funde. Der Dammverteidigungsweg auf der Landseite wird von Nord nach Süd fertiggestellt. Das ganze Projekt wird voraussichtlich bis Mai diesen Jahres fertig.

Schutzmaßnahmen im Bereich der Ortslage Kappel

Die europaweite Ausschreibung für die Brunnengalerien zum Schutz gegen ansteigendes Grundwasser ist bereits kürzlich erfolgt. Der Baubeginn ist für Anfang Juni diesen Jahres geplant. "Vor Baubeginn wird das Regierungspräsidium im Rahmen einer Veranstaltung vor Ort über den Umfang und den Ablauf der etwa 18 Monate dauernden Baustelle informieren", so Philipp Schäfer, Projektingenieur für den Rückhalteraum Elzmündung.

Weitere Baumaßnahmen in 2017

Die Erhöhung des Bermenweges entlang des Rheinseitendammes wird auf den Gemarkungen Rhinau und Kappel voraussichtlich ab Juni 2017 beginnen. Zeitgleich wird auch der Querriegel zwischen dem Hochwasserdamm VI und dem Rheinseitendamm - die sogenannte Engstelle Kappel - auf Gemarkung Kappel erstellt. Auf Gemarkung Schwanau wird der Abschlussdamm des Rückhalteraumes Elzmündung in diesem Jahr in Bau gehen. Die erforderlichen Rodungsarbeiten sollen bis Ende Februar erfolgen. Mit dem eigentlichen Bau wird voraussichtlich ab Juni 2017 begonnen. Um die Flächen für den Bau des Abschlussdammes zu erhalten, musste eine Besitzeinweisung der im Eigentum der Gemeinde Schwanau befindlichen Flächen erwirkt werden, um den Hochwasserschutz zügig zu realisieren.

Der Leiter der Projektgruppe Offenburg des Integrierten Rheinprogramms Harald Klumpp konnte auch zahlreiche Mitglieder des Polderbeirates begrüßen. Er bekräftigte die Absicht des RP, kontinuierlich über die Arbeiten zu informieren. Es soll weitere offene Baustellentermine geben, wenn es etwas zu sehen gibt. "Wir wollen mit Ihnen im Gespräch bleiben und Ansprechpartner für Fragen und Anregungen sein", so Klumpp, der sich für den angeregten Austausch bedankte.

Weitere Informationen:

Das Integrierte Rheinprogramm ist ein Konzept des Landes Baden-Württemberg mit dem Ziel vorrangig umweltverträglichen Hochwasserschutz zu erreichen. Dazu sind auf den ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim 13 Rückhalteräume erforderlich. Mit dem Bau des Hochwasserrückhalteraumes Elzmündung wird einer dieser Rückhalteräume realisiert. Erste Baumaßnahmen sind bereits abgeschlossen. Dazu gehört die Sanierung des Hochwasserdammes VII auf seiner Gesamtlänge von der Kläranlage Nonnenweier bis in den Süden von Wittenweier, die Sanierung der denkmalgeschützten Mühlbachschleuse im Hochwasserdamm VII bei Wittenweier, sowie zahlreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen auf den Gemarkungen Kappel-Grafenhausen und Rhinau.

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