Donnerstag, 14. Dezember 2017


Regionalität und regionale Lebensmittel auf der Internationalen Grünen Woche 2012

Berlin, (lifePR) - Regionalität ist Entwicklungsmotor für den ländlichen Raum und schafft Verbrauchervertrauen für Lebensmittel. Pro agro begleitet und unterstützt seit 1992 Regionalinitiativen und Unternehmen als Berater und Partner bei der Vermarktung der regionalen Lebensmittel und Angebote des ländlichen Tourismus in der Metropolenregion Brandenburg-Berlin.

Am heutigen Tag beteiligte sich der Verband zur Förderung des ländlichen Raumes im Land Brandenburg e.V. an zwei Veranstaltungen zum Thema Regionalität. Zum Einen beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2012, Begleitveranstaltung Nr. 16 "Regionalsiegel" und zum Anderen live von der IGW in der Marktplatzsendung des Deutschlandfunks zum Thema: Heimat auf dem Tisch - Lebensmittel aus der Region

Regionale Initiativen im ländlichen Raum wollen vorrangig die Wertschöpfung in sogenannten Wertschöpfungsketten von der landwirtschaftlichen Primärproduktion bis zum Verbraucher steigern. Sie wollen die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig und zum Nutzen der Unternehmen und Einwohner der Region gestalten. Dazu gehört auch die Verarbeitung der eigenen landwirtschaftlichen Rohstoffe zu Lebensmitteln mit hoher handwerklicher Qualität nach traditionellen Rezepten und Verfahren.

Öko-Test hat im September 2011 die Regionalität bei der Vermarktung von Lebensmitteln durch große Unternehmen der Ernährungswirtschaft, des Lebensmittelhandels und regionale Initiativen in Deutschland kritisch betrachtet. Damit wurde die laufende Diskussion zur Auslobung der Regionalität auf Produkten verstärkt. Die Autoren haben in diesem Artikel nur eine einseitige Betrachtungsweise der Regionalität ohne Begründung dargestellt. Dabei vertreten die Autoren die Auffassung: regional sind nur Lebensmittel, die aus regionalen Rohstoffen innerhalb der Region hergestellt und zusätzlich auch nur innerhalb dieser Region vermarktet werden. Wie eine Region definiert ist, lassen die Autoren dabei offen.

Im Lebensmitteleinzelhandel ist eine eindeutige Kennzeichnung der regionalen Lebensmittel erforderlich, um dem Verbraucher die Möglichkeit zu geben, die regionale Herkunft der Produkte in seine Kaufentscheidung einfließen zu lassen. Der Einkauf beim Direktvermarkter macht dagegen eine regionale Kennzeichnung weitgehend überflüssig, da der Kunde in diesem Fall bereits seine Entscheidung für Regionalität getroffen hat und von entsprechenden Produkten im Sortiment ausgeht.

Der Verbraucher möchte Lebensmittel mit regionaler Herkunft kaufen, unabhängig davon, ob diese aus dem Nachbarort oder einige Orte weiter stammt. Die Entscheidung, was Regionalität bedeutet, liegt dabei beim Verbraucher selbst. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Information wo und woraus das Lebensmittel hergestellt wurde, am Produkt zu finden bzw. leicht zu beschaffen ist (z.B. www.vonhier.com). Bei unverarbeiteten Lebensmitteln, wie beispielsweise Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Eiern, Geflügel und Direktsäften, ist für die ehrliche Regionalität eine 100%ige Herkunft der Produkte aus der bezeichneten Region zwingend. Dafür ist der Verbraucher auch bereit, etwas höhere Preise zu bezahlen.

Durch diese überregionale Verbrauchernachfrage kann mit Regionalität entscheidend die wirtschaftliche Entwicklung in strukturschwachen Regionen Deutschlands dauerhaft gefördert werden. Dass die Verbraucher mit ihrer Kaufentscheidung für regionale Produkte bewusst auch den ländlichen Raum unterstützen wollen, zeigen zahlreiche Befragungen.

Im Osten Deutschlands existieren in vielen Regionen keine Verarbeitungsstätten für Milch, Schlachthöfe oder andere spezialisierte Verarbeitungsstandorte, wodurch nicht alle Verarbeitungsschritte innerhalb einer Region erfolgen können. Außerdem stammen beispielsweise traditionell nicht alle Gewürze aus der Region bzw. aus Deutschland und dennoch bestimmen gerade diese traditionellen Rezepturen mit ihren speziellen Würzmischungen und Herstellungsverfahren die Wertschätzung für bestimmte regionale Spezialitäten, z.B. für die Thüringer Wurstwaren.

Auch hier gilt, dass für den Verbraucher die Informationen zur Herkunft der Rohstoffe, als auch der Ort der Verarbeitung erkennbar sein müssen, um eine eigene Kaufentscheidung treffen zu können.

Eine Besonderheit der regionalen Initiativen ist ihre Unabhängigkeit bei der Festlegung ihrer speziellen Kriterien und Schwerpunkte für ihre regionalen Lebensmittel. Die Zusammenstellung der verschiedenen Regionalzeichen in dem genannten Artikel der Öko-Test zeigt genau diese Vielfalt in der Kriterienwahl. Für Regionalität ist genau diese Vielfalt das wesentliche Charakteristikum und zeigt damit die unterschiedlichen Interessen der Initiativen. Diese Vielfalt wird vom Verbraucher anerkannt und mit seiner Kaufentscheidung belohnt.

Pro agro vertritt daher die Auffassung, dass Regionalzeichen für Lebensmittel transparent für den Verbraucher gestaltet sein müssen und die Wahl der Kriterien für Regionalität in der Gemeinschaft der regionalen Akteure selbst getroffen werden sollen. Die Überwachung zur Einhaltung der Kriterien sollten einer neutralen, externen Kontrollinstanz übertragen werden. So sind beispielsweise bereits jetzt die akkreditierten Kontrollstellen für BIO-Lebensmittel oder andere Lebensmittelstandards dafür hervorragend geeignet.

Eine gesetzliche Regelung für die Verwendung von Regionalmarken bei Lebensmitteln würde die Vielfalt der Regionalinitiativen in ihrer Entwicklung, Erhaltung und Etablierung am Markt entscheidend behindern und den Regionalmarken des Handels in die Hände spielen.

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