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Pressemitteilung BoxID: 166400 (Porzellanikon - Staatliches Museum für Porzellan)
  • Porzellanikon - Staatliches Museum für Porzellan
  • Werner-Schürer-Platz 1
  • 95100 Selb
  • http://www.porzellanikon.org
  • Ansprechpartner
  • Ramona Scherg
  • +49 (92) 8791800-44

Porzellan - (k)ein typisches Frauenthema?

Die Ausstellung "Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan" erzählt eine etwas andere Geschichte

(lifePR) (Selb, ) Ist Porzellan ein typisches Frauenthema? - Am Anfang jedenfalls war der Mann: Egal ob August der Starke, Johann Friedrich Böttger oder Johann Joachim Kaendler - Porzellan ist zunächst Männersache. Der eine gab das Geld, der andere entschlüsselte die fernöstliche Formel und der Dritte gestaltete es. Doch Frauen dienten nicht nur als Motiv oder später als Kundin - auch sie waren Auftraggeberinnen und Künstlerinnen.

Katharina die Große ließ, auf dem Höhepunkt ihrer Macht angekommen, mehrere prunkvolle Service für ihren Zarenhof anfertigen, die sie klug zur Demonstration ihrer Herrschaft einsetzte. Berühmt ist etwa das St. Georg-Service, mit dem sie nur die hochrangigsten ihrer Militärs einmal jährlich im Petersburger Winterpalais bewirten ließ. Die Werke der klassizistischen Malerin Angelika Kauffmann hingegen waren derart beliebt, dass man sie auf Porzellangefäße adaptierte. So zum Beispiel auf eine prächtige Volutenvase von 1818, die den von einer Nymphe gefesselten Amor zeigt.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts nehmen die Frauen in der industriellen Formgebung des Porzellans eine zunehmend bedeutende Stellung ein: Mit Marguerite Friedlaender und Trude Petri sind zwei weibliche Ikonen des Designs genannt. Ihrem Beispiel folgt heute etwa Barbara Schmidt, deren zahlreiche Auszeichnungen vom reddot award bis zum Good Design Award Japan reichen. Bei der künstlerischen Gestaltung des Porzellans sind ebenfalls viele weibliche Namen vertreten, wie beispielsweise Cindy Sherman, Hella Jongerius, Wieki Somers, Sylvie Fleury, Matali Crasset.

Die jüngst eröffnete Ausstellung "Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan" dokumentiert unter anderem auch die Geschichte der Frau und ihr Verhältnis zum Porzellan und zeigt mit ausgesuchten Positionen und Ausschnitten eine sich langsam wandelnde Frauenrolle in der europäischen Geschichte der letzten 300 Jahre. Das Porzellan, auch "das Weiße Gold" genannt, begleitet den Menschen wie sonst kein zweites Material durch den Alltag und bildet somit diesen gesellschaftlichen Wandel besonders plastisch ab.

"Königstraum und Massenware. 300 Jahre europäisches Porzellan", bis zum 02.11.2010 im Porzellanikon Selb und Hohenberg a.d. Eger (www.koenigstraumundmassenware.org)

Die größte Porzellanausstellung, die es je in Europa gab.