Freitag, 15. Dezember 2017


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Porsche konzentriert sich in Shanghai auf den WM-Titelkampf

LMP1-Vorschau FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft in Shanghai, China, Lauf 8 von 9

Stuttgart, (lifePR) - Die WM geht in den Endspurt, und der Druck steigt: Der achte von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC vom 3.-5. November 2017 in Shanghai wird der vorletzte Renneinsatz des Porsche LMP Teams mit dem Porsche 919 Hybrid. Sentimentalitäten müssen dennoch warten: Auf dem chinesischen Formel-1-Kurs geht es für die Mannschaft aus Weissach um die Titelverteidigung von Fahrer- und Herstellerweltmeisterschaft.

Fritz Enzinger, Leiter LMP1: „Nach drei Le-Mans-Gesamtsiegen in Folge wollen wir nach 2015 und 2016 auch wieder beide WM-Titel holen. Diese Krönung des LMP-Programms bleibt unser Ziel. Beim zurückliegenden Sechsstundenrennen in Japan hatten wir den ersten Matchball, konnten ihn aber nicht verwandeln. Stattdessen haben wir unter schwierigen Bedingungen etwas von unserem Punktevorsprung auf Toyota eingebüßt. In Shanghai haben wir die nächste Chance. Volle Konzentration bleibt oberstes Gebot.“

Die in der Tabelle führenden Porsche-Piloten Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) haben 172 WM-Punkte gesammelt, die bestplatzierten Toyota-Fahrer kommen auf 133 Zähler. Sollte diese Toyota-Crew in China die maximale Punktzahl holen – für einen Sieg plus Poleposition gibt es 26 Punkte –, müssen Bamber/Bernhard/Hartley mindestens auf Platz drei ins Ziel kommen, um sich vorzeitig den Fahrertitel zu sichern. Das Trio mit dem zweiten Porsche 919 Hybrid, Neel Jani (CH), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB), rangiert mit 98 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz. In der Herstellerwertung liegt Porsche mit 270 Punkten an der Spitze, Toyota folgt mit 211,5 Punkten. Porsche ist Hersteller-Weltmeister, wenn der Vorsprung bei der Zieldurchfahrt in China noch mindestens 44 Punkte beträgt.

Das Rennen in China wird am Sonntag um 11:00 Uhr Ortszeit (04:00 Uhr MEZ) gestartet und kann via Internet und TV weltweit verfolgt werden.

Der Porsche 919 Hybrid

Der Le-Mans-Prototyp der Klasse 1 (LMP1) entwickelt rund 900 PS (662 kW) Systemleistung aus einem kompakten Zweiliter-V4-Turbobenziner (knapp 500 PS/368 kW) in Kombination mit zwei verschiedenen Rückgewinnungssystemen – Brems-energie von der Vorderachse und Abgasenergie. Während der Verbrenner die Hinterachse antreibt, wirkt beim Boosten ein E-Motor mit über 400 PS (294 kW) an der Vorderachse. Als Zwischenspeicher für den aus Brems- und Abgasenergie gewonnenen elektrischen Strom dient eine flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie.

Das Porsche LMP Team vor dem Rennen in China

Teamchef Andreas Seidl: „Wir gehen davon aus, dass die Streckenbeschaffenheit des Shanghai International Circuit dem Porsche 919 Hybrid eher entgegenkommt als zuletzt der Fuji Speedway. Auf dem fünfeinhalb Kilometer langen GP-Kurs sollte unser Aerodynamikpaket gut funktionieren. Wir versuchen, uns auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Wir trainieren extra hart und spielen nochmals alle Szenarien durch. Die Mannschaft kann mit Druck umgehen, das hat sie auch unter höchstem Stress in Japan bewiesen. Gleichzeitig haben wir wieder einmal erlebt, dass ein Sechsstundenrennen jederzeit überraschende Wendungen nehmen kann. In China wird jeder einzelne im Team alles geben.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 1
Neel Jani (33, Schweiz): „Mit dem vorletzten Rennen rückt der Abschied vom 919 Hybrid näher, und wir müssen noch beide Titel holen. In den vergangenen Jahren waren wir gut in Shanghai, haben dort 2015 und 2016 die Hersteller-WM fixiert. Unser neues Aero-Paket sollte dort passen. Woran ich mich auch erinnere: In Shanghai lagen besonders viele Reifenrückstände auf der Strecke. Wenn man beim Überholen die saubere Linie verlässt, kann man sich durchs Aufsammeln des Gummiabriebs mit den weichen Rennreifen leicht den Grip ruinieren.“

André Lotterer (35, Deutschland): „Ich habe von meinem Zuhause in Tokio eine relativ kurze Anreise, das ist natürlich komfortabel. Der Shanghai Circuit gehört allerdings nicht gerade zu meinen Favoriten. Die Streckenführung hat einige Kurvenradien, die ich als unnatürlich empfinde. Gleichzeitig ist der Kurs gerade deshalb technisch besonders anspruchsvoll zum Fahren und sowohl hinsichtlich der Abstimmungsarbeit als auch bezüglich des Reifen-Managements fordernd. Wir stehen sicher vor keinem einfachen, aber einem sehr wichtigen Rennen.“

Nick Tandy (32, Großbritannien): „Ich bin bislang erst einmal in Shanghai gestartet, das war 2015. Die Strecke ist anspruchsvoll, recht schnell und hart zu den Autos. Wir werden erneut mit unserem Aerodynamik-Paket für hohen Abtrieb antreten. Der Asphalt ist sehr griffig, das wird insgesamt eine große Herausforderung mit dem 919. Ich freue mich besonders auf den ersten Rundenabschnitt mit den Kurven eins und zwei. Sie wirken wie eine schier endlose Verzögerungszone, das ist nicht einfach. Der schnelle Mittelsektor hingegen ist Fahrspaß pur.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 2
Earl Bamber (27, Neuseeland): „Ich fahre sehr gerne Rennen in Shanghai, dabei ist die Nähe zu meinem Zuhause in Kuala Lumpur natürlich auch angenehm. Ich bin schon oft in Shanghai gestartet. Viele gute Erinnerungen sind mit dem Porsche Carrera Cup Asia verbunden, der im Rahmenprogramm der WEC fährt. In diesem Cup hat meine Porsche-Karriere begonnen. Die Meistertitel 2013 und 2014 halfen, dass ich zum Werksfahrer und wenig später in das LMP1-Team befördert wurde. Der Cup bedeutet in vielerlei Hinsicht Familie für mich. Mein 23-jähriger Bruder Will ist dort gut unterwegs, und ich freue mich darauf, ihn fahren zu sehen. Außerdem betreue ich schon die ganze Saison sechs Junioren, denen ich jetzt vor Ort das LMP1-Team zeigen kann. Aber im Vordergrund steht ganz klar, dass wir in China ein sauberes Rennen fahren und dem WM-Titel näherkommen.“

Timo Bernhard (36, Deutschland): „Mir hat die Rennstrecke von Shanghai schon immer viel Spaß gemacht, weil sie verschiedene Elemente bietet; beispielsweise die lange Gegengerade und den bezüglich der Fahrtechnik sehr anspruchsvollen Mittelsektor. Der Kurs liegt auch unserem Porsche 919 Hybrid. Wir haben dort 2015 und 2016 jeweils gewonnen und den Herstellertitel für Porsche geholt. Das sind tolle Erinnerungen. Eine solche Leistung wollen wir auch in diesem Jahr abliefern.“

Brendon Hartley (27, Neuseeland): „Bei mir ist momentan einiges los, ich fühle mich richtig gut und super motiviert. Das Wichtigste ist, sich immer auf die unmittelbar nächste Aufgabe zu konzentrieren. In Shanghai wollen Earl, Timo und ich mit unserem Porsche 919 Hybrid die Fahrerweltmeisterschaft für uns entscheiden. Das zurückliegende Sechsstundenrennen in Fuji ist nicht wie gewünscht gelaufen. Die Strecke in Shanghai sollte unserem Auto liegen. Dort müssen wir uns in jedem Bereich perfekt aufstellen.“

Zeitplan (Angaben in Ortszeit):
Freitag, 3. November 2017
11:00-12:30 Uhr 1. Freies Training
15:30-17:00 Uhr 2. Freies Training
Samstag, 4. November 2017
10:00-11:00 Uhr 3. Freies Training
14:30-14:50 Uhr Qualifying LMP1 & LMP2
Sonntag, 5. November 2017
11:00-17:00 Uhr Rennen

TV und Livestream (Angaben in MEZ):
- Kostenfreier Livestream unter www.sport1.de: Sonntag, 03:30-10:30 Uhr
- Sport 1 Plus, Pay-TV, live: Sonntag, 03:30-10:30 Uhr
- Sport 1, Free TV: Sonntag, Rennen live, 06:00-08:00 Uhr, Zieleinlauf ca. 10:30 Uhr, Highlights von 23:30-00:30 Uhr.
- Motorsport.TV, Pay TV, live mit deutschem Kommentar, 03:45-10:15 Uhr
- Eurosport 1, Free TV: Sonntag, Highlights und Schlussphase des Rennens am Sonntag live 08:30-10:15 Uhr.
- Die offizielle FIA WEC App ist in der Basis kostenlos und bietet gegen Gebühr eine erweiterte Version inklusive Livestream des kompletten Rennens und Zeitnahme. Der Livestream wird betreut und kommentiert vom FIA WEC TV-Team inklusive der Live-Interviews aus den Boxen.

Zahlen und Fakten:
- Das Effizienzreglement der WEC begrenzt die Energiemenge, die der Porsche 919 Hybrid pro Runde einsetzen darf. Auf dem 5,45 Kilometer langen Shanghai International Circuit sind es 4,96 Megajoule elektrische Energie aus den Rückgewinnungssystemen und 1,921 Liter (1,391 Kilogramm) Benzin.
- Bei normalem Rennbetrieb muss der 919 alle 31 Runden tanken.
- Betankung und Reifenwechsel dürfen nur nacheinander durchgeführt werden. Beim Radwechsel dürfen nur vier Mechaniker gleichzeitig arbeiten. Es darf auch nur ein Schlagschrauber zur Zeit eingesetzt werden. Der Boxenstopp dauert also viel länger als etwa in der Formel 1.
- Fahrerwechsel erfolgen normalerweise, wenn neue Reifen gebraucht werden.
- Die Reifenauswahl umfasst drei unterschiedlich harte Mischungen Slicks für trockene Strecke, einen ebenfalls profillosen Hybrid-Reifen mit weicherer Lauffläche für gemischte Bedingungen sowie Regenreifen. Es stehen vier Sätze Trockenreifen pro Fahrzeug für Qualifying und Rennen zur Verfügung. Das sind zwei Sätze weniger als 2016.
- Der seit 2004 von der Formel 1 befahrene Shanghai International Circuit hat neun Rechts- und sieben Linkskurven, wobei die bekannte „Schneckenkurve“ zum Beginn der Runde als Doppelrechts zählt. Aus der Vogelperspektive erinnert die Streckenauslegung an das chinesische Schriftzeichen shàng, das mit „aufwärts“ oder „nach oben“ übersetzt wird und auch Teil des Städtenamens Shanghai ist.
- Die Strecke liegt rund 40 Kilometer außerhalb des Stadtzentrums.

Rückblick:
- 2016 feierte Porsche in Shanghai den sechsten Saisonsieg und die erfolgreiche Verteidigung des Herstellertitels. Bernhard, Hartley und Mark Webber (AU) gewannen das Rennen von der Poleposition (Durchschnittszeit im Qualifying 1.44,462 Minuten). Das damalige Trio mit dem zweiten Porsche 919 Hybrid, Jani, Romain Dumas (FR) und Marc Lieb (DE) erreichte von Startplatz sechs aus Rang vier. Hartley fuhr die schnellste Rennrunde in 1.45,935 Minuten. Das Sechsstundenrennen fand bei konstant trockener Witterung und Temperaturen um 23 Grad Celsius statt.

Alle Punktestände: http://www.fiawec.com/en/season/result
Alle Ergebnisse: http://fiawec.alkamelsystems.com

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