Mittwoch, 26. Juli 2017


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Lärmschutz - eine Frage der Fensterwahl

Bundesweiter Tag gegen Lärm rückt die wachsende Lärmbelastung in den Fokus der Aufmerksamkeit

Gladbeck, (lifePR) - Lärm zählt zu den größten und zugleich meistunterschätzten Umweltproblemen der heutigen Zeit. Insbesondere bauliche Lärmschutzvorkehrungen gewinnen daher immer mehr an Bedeutung. Dabei ist eine effektive Schalldämmung nicht zuletzt eine Frage der richtigen Verglasung.

Unter dem diesjährigen Motto "Kostbare Ruhe - teurer Lärm" macht der Tag gegen Lärm bereits zum 13. Mal mit zahlreichen Aktionen auf die zum Teil gravierenden Folgen aufmerksam, die durch dauerhaften Lärm entstehen können. Das sind nicht wenige: Allein in 19 Ländern Europas sind nach einer Schätzung der Europäischen Umweltagentur mindestens 41 Millionen Menschen Belastungen durch Straßenverkehrslärm ausgesetzt, die gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Folge haben können. Diese reichen von Konzentrationsproblemen bis hin zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Kein Wunder also, dass sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebau das Thema Schallschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt. Vor allem Fenster gelten, was die Schalldämmung bei Gebäuden angeht, häufig als Schwachstellen - zu Unrecht, denn auch hier hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die Einstufung eines Fensters in eine der sechs Schallschutzklassen (SSK) nach VDI 2719 erfolgt in der Regel nach einer Baumuster- oder Eignungsprüfung, die in einem Labor durchgeführt wird. Diese Einteilung erleichtert die Auswahl des passenden Fensters in der Praxis erheblich. Schon in der Planungsphase lässt sich auf diese Weise das geeignete Fenster für die zu erwartende Lärmbelastung auswählen. So muss beispielsweise ein Fenster der SSK 3 im Prüfstand eine Schalldämmung von mindestens 37 dB erreichen. Fenster der höchsten Schallschutzklasse, der SSK 6, erzielen mittlerweile sogar Dämmwerte von mehr als 52 dB, was einer Lärmbelastung einer stark befahrenen Schnellstraße entspricht. Darin eingeschlossen ist eine "Reserve", da die optimierten Bedingungen des Prüfstandes von der Realität leicht abweichen können. Welche Schallschutzklasse im jeweiligen Fall die richtige ist, sollte idealerweise durch Schallmessungen vor Ort bestimmt werden.

Alternativen zum Klimakiller SF6

Die einfachste Art, Fenster gegen Lärm zu dämmen, besteht darin, viel Glas zu verwenden. So hat eine 12-mm-Einfachscheibe einen Schalldämmwert von 34 dB, während eine 4-mm-Scheibe lediglich 29 dB erreicht. Auch der Scheibenzwischenraum lässt sich für die Schalldämmung nutzen, etwa durch dessen Vergrößerung oder durch das Einfüllen eines speziellen Gases. Bis vor einiger Zeit wurde hierfür das farb- und geruchlose Schwefelhexafluorid (SF6) verwendet, das mittlerweile jedoch in Deutschland und weiten Teilen Europas verboten ist. Der Grund: SF6 gilt als eines der schädlichsten aller Klimagase und trägt somit erheblich zum Treibhauseffekt bei. Eine Tonne SF6 schädigt die Atmosphäre in einem Maße, das mehr als 20.000 Tonnen CO2 entspricht. Und auch aus energetischen Gesichtspunkten ist das Gas nicht zu empfehlen: Die Befüllung mit SF6 führt bei Isolierfenstern zu einer deutlich verringerten Wärmedämmung.

Mittlerweile lassen sich auch ohne den Einsatz von SF6 hervorragende Schalldämmwerte erzielen. Zum Beispiel, indem man Gießharz-Verbundglas oder ein Schalldämm-Verbundsicherheitsglas verwendet. Die Funktionsweise ist in beiden Fällen die gleiche: Durch das sehr weich eingestellte Verbundmaterial werden die Einzelscheiben entkoppelt und die Schwingungen über einen weiten Frequenzbereich äußerst effektiv gedämpft. Mit anderen Worten: Die Scheibe schwingt weniger lange nach. Das Ergebnis kann sich hören lassen: "Durch die Verwendung von zwei Schalldämm-Verbundsicherheitsgläsern erreichen wir mittlerweile eine Reduzierung des Lärms von über 50 dB", berichtet Christoph Troska, Leiter der Anwendungstechnik bei Pilkington. "Damit nähern wir uns den Grenzen des technisch Machbaren." In den oberen Schallschutzklassen setzen sich die modernen Schalldämm-Verbundgläser im Vergleich zu den Gießharzprodukten immer mehr durch. Das liegt unter anderem daran, dass diese als Bandmaß lieferbar sind und man mit ihnen zusätzlich eine Absturzsicherung erreichen bzw. Überkopfverglasungen realisieren kann.

Soundcheck mit Pilkington

Glashersteller wie Pilkington setzen auch in Zukunft verstärkt auf das Thema Schalldämmung. "Der Trend geht auch bei der Schalldämmung in Richtung Dreifach-Verglasung", stellt Christoph Troska fest. "Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass das Thema Schallschutz in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen wird." Hilfe bei der Auswahl des passenden Schalldämmglases finden Architekten und Bauplaner auf den Internetseiten von Pilkington. Unter www.pilkington.de bietet ihnen der "Sound Simulator" in der Rubrik "Bauglasprodukte" die Möglichkeit, unterschiedliche Gläser und ihre schalldämmende Wirkung praxisnah auszuprobieren. Das interaktive Tool zeigt, wie sich der Umgebungslärm durch den Einsatz verschiedener Gläser reduzieren lässt. So kann die schalldämmende Wirkung unterschiedlicher Glastypen auf verschiedene Lärmquellen, zum Beispiel Flugzeuge, Autobahnen, Stadtverkehr oder Züge, simuliert werden. Ein Diagramm veranschaulicht das jeweilige Lärmspektrum im Verhältnis zur Frequenz. Um die Wirkung noch stärker zu verdeutlichen, kann die Lärmbelastung sowohl bei geschlossenem als auch bei geöffnetem Fenster nachgebildet werden. Architekten und Bauplaner können sich auf diese Weise praxisnah darüber informieren, welches Schalldämmglas für ihren konkreten Anwendungsfall am besten geeignet ist.

Links zum Thema:
- www.ennah.eu (Europäisches Netzwerk für Lärmforschung)
- www.euro.who.int (Richtlinien der WHO und aktuelle Forschungsübersicht)
- www.pilkington.de (Informationen über Schalldämmgläser und Möglichkeit zum interaktiven Test mit dem "Sound Simulator")
- www.tag-gegen-laerm.de (Informationsseite zum International Noise Awareness Day 2010)

Die NSG Group, zu der Pilkington seit 2006 gehört, ist einer der weltweit größten Hersteller von Glas und Glasprodukten für die Bau- und Fahrzeugmärkte. Das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von umgerechnet rund € 5,1 Mrd. beschäftigt über 30.000 Mitarbeiter. Es besitzt bzw. ist beteiligt an 48 Floatglaslinien auf vier Kontinenten. Die Gruppe hat drei Business Lines: Building Products, Automotive und Specialty Glass.

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