Wenn der Schmerz nicht verschwindet

5 Fragen an den Experten zum Thema chronische Schmerzen

(lifePR) ( Wuppertal-Barmen, )
Nahezu jeder leidet hin und wieder unter Schmerzen – sei es nach einem Schnitt, einer OP oder einem Sturz. Auch gelegentliche Kopf- oder Rückenschmerzen hat fast jeder schon einmal verspürt. Doch es gibt Menschen, bei denen der Schmerz einfach nicht verschwindet. Schätzungen der Deutschen Schmerzgesellschaft zufolge leiden 23 Millionen Menschen in Deutschland unter chronischen Schmerzen. Dr. Thorsten Riethmann, Facharzt für Neurochirurgie und Leiter des Instituts für Neuromodulation am Petrus-Krankenhaus in Wuppertal, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema chronische Schmerzen:

1. Worin unterscheiden sich chronische von akuten Schmerzen?
Dauern Schmerzen länger als drei bis sechs Monate an oder treten wiederholt auf – auch nach bereits abgeschlossener Behandlung – bezeichnen Mediziner sie als chronisch. Während akute Schmerzen stets ein Alarmsignal oder Hinweis des Körpers auf eine Erkrankung darstellen, gelten chronische Schmerzen als eigenes Krankheitsbild. Zu den am häufigsten vorkommenden chronischen Leiden gehören Kopf-, Rücken- und Nervenschmerzen. Je länger die Schmerzen andauern, desto größere Folgen haben sie auf die Lebensqualität der Betroffenen – sie schränken nicht nur körperlich ein, sondern wirken sich in der Regel auch belastend auf die Psyche aus. Nicht selten verlieren Patienten sogar ihren Job und fühlen sich sozial isoliert.

2. Wie entstehen chronische Schmerzen?
Bleiben starke Schmerzen über längere Zeit unbehandelt, hat dies Auswirkungen auf das Nervensystem. Theoretisch betrachtet, können sich akute Schmerzen also immer zu chronischen entwickeln. Jedoch beeinflussen unterschiedliche biologische, psychische und soziale Faktoren, ob Schmerzen sich chronifizieren. Chronische Schmerzen lassen sich in nozizeptive und neuropathische unterscheiden. Während neuropathische Schmerzen aufgrund von Nervenschädigungen, beispielsweise durch einen Bandscheibenvorfall, entstehen, ist bei nozizeptivem Schmerz das Nervensystem intakt. Stattdessen entstehen die Beschwerden aufgrund von Gewebetraumen, zum Beispiel durch Verschleißerscheinungen bei Arthrose.

3. Was ist das sogenannte Schmerzgedächtnis?
Im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen fällt oft der Begriff Schmerzgedächtnis, denn der Mensch kann sich nicht an Schmerzen gewöhnen. Vielmehr verursacht anhaltender Schmerz eine erhöhte Empfindlichkeit der Nervenzellen des Rückenmarks und des Gehirns. Folglich sprechen sie bereits auf minimale Reize, wie sanfter Druck, an und melden dem Gehirn das Signal „Schmerz“. Es kommt sogar vor, dass überempfindliche Nervenzellen Schmerzsignale ans Gehirn senden, obwohl die Ursache längst beseitigt wurde. Die Schmerz-Überempfindlichkeit stellt also eine Fehlanpassung des Körpers dar.

4. Was können Betroffene im Alltag tun?
Dass chronische Schmerzen die Lebensqualität von Betroffenen stark einschränken, lässt sich nicht bestreiten. Um den Alltag mit den Beschwerden besser zu meistern, können Patienten jedoch selbst einiges unternehmen. Es empfiehlt sich etwa, ein Schmerztagebuch zu führen und dort Beobachtungen zum Auftreten und zur Intensität zu notieren. Oft bewegen sich Schmerzpatienten weniger, weil sie glauben, so das Auftreten der Beschwerden zu vermeiden. Dabei kann regelmäßige Bewegung schmerzlindernd wirken. Darüber hinaus gilt es Geduld zu beweisen, den Mut nicht zu verlieren und gegebenenfalls psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

5. Welche Behandlungsalternativen gibt es?
Neben der Einnahme starker Medikamente stellt die Rückenmarkstimulation eine erfolgsversprechende Behandlungsalternative dar. Diese eignet sich beispielsweise für Patienten, die unter chronischen Rückenschmerzen, nicht therapierbaren arteriellen Verschlusskrankheiten oder chronischen Leistenschmerzen leiden. Während eines minimalinvasiven Eingriffs erhalten Patienten feine Elektroden unmittelbar an die Wirbelsäule implantiert. Diese Elektroden werden mit einem Impulsgeber verbunden. Der sogenannte Schmerzschrittmacher gibt dann schwache elektrische Impulse an das Rückenmark ab. Infolgedessen ändert sich das Schmerzsignal, bevor es das Gehirn erreicht. Patienten verspüren infolge anstelle der starken lähmenden Schmerzen nur noch ein leichtes Prickeln oder Kribbeln und erhalten so ihre Lebensqualität zurück.

Weitere Informationen unter www.petrus-krankenhaus-wuppertal.de
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