Freitag, 26. Mai 2017


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Oxfam-Studie: Wie billiges EU-Milchpulver Lebensgrundlagen in Bangladesch zerstört

WTO-Ministerkonferenz in Genf vom 30.11. bis 2.12.2009

(lifePR) (Berlin, ) Anlässlich der am Montag beginnenden WTO-Ministerkonferenz in Genf fordert Oxfam die Einführung international gültiger, fairer Handelsregeln. Wie wichtig Schutzmaßnahmen für arme Bevölkerungsgruppen und das Beenden des Agrardumpings gerade angesichts der Nahrungsmittel- und Wirtschaftskrise sind, belegt auch Oxfams neuer Milchbericht "Abgedrängt".

"Abgedrängt" beschreibt, welche Auswirkungen billige Milchpulverimporte nach Bangladesch auf die Milchbauern vor Ort haben. Das Fazit der Studie: Eine unfaire Handelspolitik trifft die ohnehin schon Ärmsten am härtesten. "Fallen die Milchpreise in Bangladesch um 2,5 Cent je Liter Milch, sinkt das tägliche Familieneinkommen der Ärmsten von mageren 63 Cent auf 54 Cent", erklärt Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale.

Unhaltbar ist, dass die in Bangladesch produzierte Frischmilch derzeit teurer ist als die Import-Milch. Die Folge: Die Erzeugerpreise für Milchbauern stürzen ab. Betroffen sind davon sieben Millionen Bangladescher/innen. "Die Überschussproduktion in der EU, die Exportsubventionen und der Export billigen EU-Milchpulvers nach Bangladesch haben ein Preisdumping losgetreten und ruinieren die Existenzen der Milchbauern", erklärt Wiggerthale.

Bangladesch gehört zu den Top-5-Importländern von subventioniertem EU-Magermilchpulver. Bis Ende Juni 2009 wurden allein 5.674 Tonnen (36.881 Tonnen Milchäquivalente) subventioniertes Magermilchpulver - auch aus Deutschland - dorthin exportiert. Das entspricht einem Anteil von 1,7 Prozent der gesamten Milchproduktion in Bangladesch.

Dass die EU die Exportsubventionen am 19. November 2009 wieder ausgesetzt hat, reicht nicht aus, um in Zukunft die Einfuhr von Billigimporten in arme Ländern zu verhindern. Denn die EU heizt die Überschussproduktion weiter an und drängt zudem auf einen Zollabbau in armen Ländern, um die Überschüsse über den Weltmarkt zu beseitigen.

"Arme Länder brauchen wirksame Schutzmöglichkeiten für ihre kleinbäuerliche Landwirtschaft und ihre im Aufbau befindliche Lebensmittelindustrie", unterstreicht Wiggerthale. Andernfalls seien arme Milchbauern im Süden der billigen europäischen Konkurrenz schutzlos ausgesetzt. Die bisherigen Verhandlungsvorschläge der WTO würden diesen Anforderungen allerdings nicht gerecht.

Oxfams Agrarexpertin Marita Wiggerthale ist vom 30.11. bis 2.12. auf der WTO-Ministerkonferenz in Genf zu erreichen.

Die Oxfam-Studie "Abgedrängt" können Sie herunterladen unter: www.oxfam.de/download/studie_milch_bangladesch.pdf

Eine Kurzfassung der Studie finden Sie hier: www.oxfam.de/download/summary_milch_bangladesch.pdf

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