Montag, 27. Februar 2017


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Metro, Wal-Mart und Co. zerstören indischen Einzelhandel

Neue Oxfam-Studie zeigt: Europäische Supermarkt-Riesen bedrohen Millionen Arbeitsplätze in Indien

(lifePR) (Berlin, ) Metro, Wal-Mart und andere Handelsketten drängen massiv auf den indischen Markt. Millionen Arbeitsplätze sind bedroht und es besteht die Gefahr, dass viele Menschen ihre Einkommensquelle verlieren. Vor allem Straßenhändler und kleine Ladenbesitzer, aber auch Kleinbauern werden betroffen sein. Zu diesem Ergebnis kommt Oxfams heute veröffentlichte Studie "Zur Kasse bitte!".

"Straßenhändler, Ladenbesitzer und später auch Kleinbauern werden von den Handelsriesen in den Ruin gedrängt. Mittlere und größere landwirtschaftliche Betriebe gehören zu ihren bevorzugten Vertragspartnern. Kleinbäuerinnen und -bauern bleiben weitestgehend außen vor", warnt Marita Wiggerthale, Handelsexpertin bei Oxfam Deutschland und Autorin der Studie.

Bisher wird nur ein Prozent aller Lebensmittel in Indien in Supermärkten gekauft. Die Supermarktketten lockt das Markterschließungspotenzial von 99 Prozent. Die Ausbreitung der großen Supermarkt-Riesen in Indien werde weitreichende soziale und wirtschaftliche Folgen haben, so Wiggerthale: "Die kleinen Tante-Emma-Läden und der Straßenhandel ersetzen in Indien für große Teile der Bevölkerung das soziale Sicherungsnetz. Das wird nun brüchig."

Im indischen Einzelhandel arbeiten derzeit etwa 35 Millionen Menschen. "Der Markteintritt von Wal-Mart, Tesco, Carrefour und Metro wird Einzelhandel und Landwirtschaft - die Sektoren mit der höchsten Beschäftigung in Indien - völlig umkrempeln", sagt Dharmendra Kumar, Direktor von India FDI Watch, einem Bündnis von Gewerkschaften, Berufsverbänden und Nichtregierungsorganisationen, das gegen die Liberalisierung ausländischer Direktinvestitionen in Indien kämpft. "Bäuerinnen und Arbeiter, Verkäufer und Ladenbesitzerinnen, genossenschaftliche Läden und Verarbeiter, sie alle wären unmittelbar negativ betroffen", so Kumar.

Die Liberalisierung von ausländischen Investitionen im Einzelhandel ist ein Streitpunkt in den laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien. Anlässlich des EU-Indien-Gipfels am 6. November warnt David Hachfeld, Oxfams Referent für europäische Handelspolitik: "Das vorgeschlagene Abkommen würde die Möglichkeit der indischen Regierung, Handel und Investitionen entwicklungsfreundlich zu gestalten, erheblich einschränken." Oxfam Deutschland fordert den Stopp der Gespräche, bis die Verhandlungstexte öffentlich sind und sichergestellt ist, dass das Abkommen eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung in Indien nicht behindert.

Die Studie "Zur Kasse bitte!" können Sie herunterladen unter:
www.oxfam.de/download/zur_kasse_bitte.pdf (auf Deutsch)

Die Zusammenfassung der Ergebnisse der Studie erhalten Sie hier:
www.oxfam.de/download/zur_kasse_bitte_kurz.pdf (auf Deutsch)
www.oxfam.de/download/to_checkout_please.pdf (auf Englisch)

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