Dienstag, 24. Oktober 2017


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Wasserknappheit in Lima benötigt ein nachhaltiges Management von Wasser und Abwasser

Projektpartner aus Deutschland und Peru trafen sich in Suderburg

Wolfenbüttel, (lifePR) - Bereits seit eineinhalb Jahren forscht eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland und Peru gemeinsam an "LiWa". Die Rede ist von einem Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis ins Jahr 2013 mit einem Gesamtvolumen von etwa 2 Millionen Euro gefördert wird. Neun Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Peru arbeiten in diesem Projekt zusammen. Eine unter ihnen ist die Fakultät Bau-Wasser-Boden der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Suderburg. Ziel des Forschungsvorhabens ist die konzeptionelle Entwicklung von Lösungsvorschlägen für das nachhaltige Management von Wasser und Abwasser in der Metropolregion Lima.

Megastadt Lima

Lima ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das bedeutendste Wirtschafts- und Kulturzentrum von Peru mit zahlreichen Hochschulen, Museen und Baudenkmälern. Die Altstadt von Lima wurde 1991 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Mit rund 8 Millionen Einwohnern zählt die peruanische Hauptstadt zu den Megastädten. Etwa 3.000 Menschen verteilen sich derzeit auf einen Quadratkilometer Fläche Lebensraum. Experten prognostizieren bis zum Jahr 2025 weitere vier Millionen Menschen - und damit den Kollaps für die Metropolregion.

Ein wesentliches Problem, das es im Rahmen des LiWa-Forschungsprojektes bestmöglich zu entschärfen gilt, ist die extreme Wasserknappheit in Lima. Bereits seit Jahren kämpft die Metropolregion dagegen an. Die Hauptursache ist in der geografischen Lage zu sehen, denn Lima liegt an der Westküste von Peru. Während in großen Teilen von Peru - östlich der Anden - tropisches Klima herrscht, liegt Lima in der Küstenregion mit Wüstenklima. Es werden jährlich nur etwa 10 mm Niederschlag verzeichnet. Die Wasserversorgung hängt am "Tropf" des Schmelzwassers aus den Anden, das vor allem über den Rio Rimac Richtung Pazifik fließt. Aufgrund des steigenden Wasserverbrauchs wird jedoch zunehmend auch auf das Grundwasser zurückgegriffen mit der Folge, dass die Quellen übermäßig beansprucht sind.

"Erschwerend kommen die Auswirkungen des Klimawandels hinzu wie das Abschmelzen der Gletscher, die Erhöhung des Meeresspiegels sowie die damit verbundenen Veränderungen der Temperaturen und Niederschläge. Die Situation in Regionen, die bereits unter extremer Wasserknappheit leiden, wird sich weiterhin verschärfen", sagt Prof. Dr. Artur Mennerich, Projektleiter LiWa an der Ostfalia Hochschule in Suderburg.

LiWa - Treffen in Suderburg

Mit seinen Forschungskollegen hat sich Professor Mennerich vom 13. bis 16. April auf dem Campus Suderburg der Ostfalia getroffen. Neben dem Informationsaustausch und den persönlichen Sachstandsberichten der beteiligten Forschungseinrichtungen standen insbesondere Workshops im Vordergrund. In kleinen Arbeitsgruppen beschäftigten sich die deutschen und peruanischen Wissenschaftler u. a. mit der Frage, wie man im Wasserverteilungsnetz von Lima Verluste an Wasser und Abwasser vermeiden kann. "Die Aufbereitung und Wiederverwertung spielt eine große Rolle", sagt Mennerich. Deshalb setzte sich das Forschungsteam auch mit Themen zur Errichtung von Kläranlagen auseinander. "Aufgrund der vielen Außen- und Stadtbezirke von Lima ist die Abwasserbehandlung nicht ausschließlich mit großen Kläranlagen, wie wir sie hier in Deutschland kennen, lösbar. In den Außenbereichen sind dezentrale, leicht bedienbare Kläranlagen sinnvoller. Zudem dürfen sie nicht zu kostenintensiv sein, müssen aber dennoch hohe Reinigungsleistungen erbringen", so Mennerich. Im Spätsommer werden Experten aus dem Bereich Wasser- und Abfallwirtschaft Suderburg ihre Kollegen in Peru wieder treffen. Dort steht ein gemeinsam veranstaltetes Fortbildungsseminar auf dem Programm, denn der Schwerpunkt der Ostfalia-Projektbeteiligung ist der Wissenstransfer. "Wir führen in Lima intensive Schulungen durch und vermitteln somit hochqualifiziertes Fachwissen. Nur so sind mittel- und langfristig bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, wenn es um die Schaffung der erforderlichen Voraussetzungen für ein nachhaltiges Management von Wasser und Abwasser in Lima geht", berichtet Mennerich. Weitere Informationen zum Projekt und den Projektpartnern: www.lima-water.de

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