Keine "Verballermannisierung"erwünscht: Historischer Weihnachtsmarkt in Osnabrück soll beschaulich bleiben

(lifePR) ( Osnabrück, )
Freunde von leckerem Weihnachtsgebäck können sich freuen: Mit dem Schausteller Franz Liebe aus Lingen ist ein neuer Anbieter auf dem Historischen Weihnachtsmarkt in Osnabrück dabei, der auf eine Gebäckspezialität spezialisiert ist, die auf keinem Weihnachtsteller fehlen darf - nämlich Spekulatius-Gebäck nach alten Rezepten, das ständig frisch auf dem Weihnachtsmarkt produziert wird.

Liebe bietet in seinem Stand auf dem Domvorplatz 24 Sorten von Spekulatius-Plätzchen an, wobei darunter neben der klassischen Variante, bei der der die Kekse aus einem mit einer Gewürzmischung verfeinerten Mürbeteig hergestellt werden, noch viele weitere Sorten wie beispielsweise mit Vanille, Wall- oder Cashewnüssen, Himbeeren und sogar Chili-Pulver dabei sind. "Am besten kommen zurzeit die Sorten 'Rum-Kandis' und 'Cranberry' an", berichtet Liebe, der in dem Stand von seiner Frau Nadine und Sohn Jeffrey unterstützt wird. "Wir sind mit der Resonanz gut zufrieden, unsere Spekulatius-Plätzchen kommen gut an bei den Osnabrückern", freut sich Liebe, der mit seiner Spekulatius-Bäckerei erstmals auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt vertreten ist.

Liebe hat seine Gebäckspezialitäten in den Vorjahren auf dem Weihnachtsmarkt in Bonn angeboten und hat sich dieses Jahr erstmals auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt beworben. Bei der Produktion seiner Plätzchen setzt er nicht die traditionellen Backformen ein, sondern er dreht den Teig mit der Handkurbel durch eine Maschine, in der die Plätzchen ausgestochen und gleich Bildmotive in den Teig gedrückt werden. Die Plätzchen werden auf dem Weihnachtsmarkt ständig frisch produziert - sie kommen nur zehn Minuten lang in den Backofen.

Dass mit der Spekulatius-Bäckerei und mit einem weiteren Stand ebenfalls auf dem Domvorplatz, an dem "Handbrot" angeboten wird, zwei neue Beschicker auf dem Weihnachtsmarkt dabei sind, freut Bernhard Kracke jun., den Vorsitzenden des Schaustellerverbands Weser-Ems. Die Handbrote sind mit Käse und Schinken oder mit Käse und Champignons gefüllt, sie werden mit der Füllung im Ofen gebacken. "Bei den Besuchern kommt es gut an, dass mit neuen Speisen und Getränken für Abwechslung gesorgt wird - aber die Angebote müssen natürlich gut zu einem Weihnachtsmarkt passen", macht Kracke deutlich.

Weil es, wie Kracke sagt, auf keinen Fall zu einer "Verballermannerisierung" des Historischen Weihnachtsmarkts kommen soll, wird darauf geachtet, dass ausschließlich Beschicker mit stimmigen Angeboten aufgenommen werden, die zu einem stimmungsvollen Weihnachtsmarkt passen. Wie Kracke erklärt, soll auf dem Weihnachtsmarkt unter anderem kein Bier ausgeschenkt werden. Für Abwechslung sei aber bei den Heißgetränkespezialitäten auch so gesorgt: Im vergangenen Jahrzehnt, so Kracke, seien viele neue Heißgetränke hinzugekommen, die mittlerweile bereits Klassikerstatus hätten. "Vor zehn Jahren gab es Glühwein, Kakao, Eierpunsch und vielleicht noch Kinderpunsch und Feuerzangenbowle auf Weihnachtsmärkten - jetzt sind eine Vielzahl weiterer Getränke im Ausschank, wobei besonders die heißen Cocktails wie 'Hot Caipirinha' gut bei den Besuchern ankommen. Dieses Jahr sind aber besonders weißer Glühwein und heißer Apfelpunsch mit oder ohne Schuss der Renner.

Auch Cranberry-Punsch kommt sehr gut an", sagt Kracke.

Nach Krackes Einschätzung sind die ersten zwei Wochen des Historischen Weihnachtsmarkts in Osnabrück gut gelaufen. "Es hat zwar manchmal geregnet - aber in den Stoßzeiten am Wochenende, wenn viele Besucher auf den Markt kommen, war es trocken, so dass wir mit dem Besucheraufkommen bisher wirklich gut zufrieden sind." Nach seinen Worten ist ein "gigantischer" Zustrom von Besuchern zu verzeichnen, die mit dem Bus zum Osnabrücker Weihnachtsmarkt kommen. "Es ist wirklich enorm, was sich da allein im Vergleich zum Vorjahr getan hat. In den ersten zwei Wochen haben wir die ohnehin schon guten Zahlen des Vorjahres noch einmal deutlich übertroffen", freut sich Kracke. Auch aus den Niederlanden seien noch einmal deutlich mehr Besuchergezählt worden.

"Der Osnabrücker Weihnachtsmarkt wird mittlerweile aus dem ganzen Bundesgebiet von Busreiseunternehmen angefahren", erläutert Diana Riepenhoff von der Osnabrück - Marketing und Tourismus GmbH (OMT). Der Osnabrücker Weihnachtsmarkt punkte mit 15 Busparkplätzen direkt am Veranstaltungsgelände und weiteren innenstadtnahen Ausweichparkplätzen. "Busfahrer erhalten von uns Freifahrtscheine für den ÖPNV", so Riepenhoff. Außerdem habe man in Zusammenarbeit mit dem Schaustellerverband Weser Ems e.V. und der Hausbrauerei Rampendahl den Busfahrerstammtisch ins Leben gerufen: "Busfahrer erhalten von uns bei ihrer Ankunft Gutscheine für eine warme Mahlzeit und ein Getränk", macht Riepenhoff deutlich.

In die Wechselstube, dem Weihnachtsmarktstand auf dem Platz des Westfälischen Friedens, in dem wechselnde regionale Anbieter ihre Produkte präsentieren, ist zum Start in die neue Woche ein weiterer neuer Beschicker eingezogen: Bis zum 15.12. bieten Carola Palm und Prof. Dr. Detlev Dirkers, die seit 2017 den Naturkosmetik- Handel "Lenn & Levia Vegane Naturkosmetik" in Osnabrück betreiben, u.a. vegane Seifen, Deo- und Rasiercremes, Hautöle, Badesalze und weitere umweltfreundliche Kosmetikprodukte in der Wechselstube an. "Unsere Produkte sind sonst nur online, in den Super-Biomärkten und bei Tara unverpackt erhältlich", erklärt Carola Palm. "Wir sind in die Wechselstube gegangen, um unsere Produkte und unsere Marke in Osnabrück noch bekannter zu machen. Außerdem wollten wir ausprobieren, wie unsere Produkte auf einem solchen Markt ankommen - und da war es natürlich gut für uns, dass wir in der Wechselstube erst einmal nur einige Tage lang auf dem Weihnachtsmarkt vertreten sind."

Nach dem Naturkosmetikhandel zieht noch die "Honig-Manufaktur Jockheck" aus Melle (16. bis 22. Dezember) in die Wechselstube ein. Der von der Osnabrück- Marketing und Tourismus GmbH (OMT) eingerichtete Stand soll es ermöglichen, dass sich neue Anbieter erstmals auf dem Weihnachtsmarkt erproben können, ohne dabei ein großes Risiko für Personalkosten und das Warensortiment einzugehen.

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