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Pressemitteilung BoxID: 342692 (Organisationskomitee der Studierenden-Weltmeisterschaft Reiten 2012 c/o Hochschulsportzentrum der RWTH Aachen)
  • Organisationskomitee der Studierenden-Weltmeisterschaft Reiten 2012 c/o Hochschulsportzentrum der RWTH Aachen
  • Mies-van-der-Rohe-Straße o. Nr.
  • 52074 Aachen
  • http://www.wuec2012.de
  • Ansprechpartner
  • Peter Lynen

Deutscher Medaillenregen am verregneten Finaltag der WUEC 2012 presented by Volkswagen Nutzfahrzeuge

(lifePR) (Aachen, ) Gold in der Dressur, Gold im Team, Gold im Individual Combined - so lautet die Ausbeute für Charlotte Rehborn, Nadine Kraft und Lisette Ahrens bei der WUEC 2012 in Aachen. Damit bleiben drei von vier Studierenden-Weltmeistertiteln bei den Gastgebern, die ihrer Favoritenrolle absolut gerecht wurden.

Mit der Dressurentscheidung begann der Medaillensonntag der WUEC. Im kleinen Finale sicherte sich Lisette Ahrens den dritten Rang vor Milou Anthonisse aus den Niederlanden und damit zum ersten Mal an diesem Tag einen Platz auf dem Podium. Die Freude darüber blendete sie jedoch vorerst aus, da für Ahrens noch die Chance auf drei weitere Medaillen vorhanden war - im Springen, im Team und in der kombinierten Einzelwertung aus Dressur und Springen. Auch im großen Finale stellte die Gastgebernation mit Charlotte Rehborn eine der beiden Goldanwärterinnen. In der aus Pflichtprogramm und Kür bestehenden Aufgabe ritt sie gegen Charlotte Dobretsberger aus Österreich. Mit insgesamt 130,99 Prozentpunkten lag Rehborn am Ende ganz knapp vor Dobretsberger, die 130,22 Prozentpunkte in Addition der beiden Wertungen erreichte. "Es war ein ganz besonderes Erlebnis hier zu reiten, wo sonst nur die ganz Großen unseres Sports antreten. Und dann noch der Sieg in der Dressur, die nicht meine Spezialdisziplin ist, das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl", zeigte sich Rehborn am Ende rundum zufrieden mit der Weltmeisterschaft.

Anschließend ging es im kombinierten Mannschaftswettbewerb - bestehend aus einer Dressuraufgabe für das Team sowie den Sprungprüfungen der drei Reiter - um Gold, Silber und Bronze. Bereits nach dem ersten Teil in der Dressur lag die deutsche Equipe mit 37,99 Punkten auf dem ersten Platz vor Frankreich mit 36,48 Punkten (Benoit Denisot, Thibault Destrebecq, Estelle Quittet) und Neuseeland mit 35,75 Punkten (Chloe Akers, Rachael Bentall, Helen Bruce). Im anschließenden Springen blieb es bis zur letzten Minute spannend. Der Parcours mit elf Hindernissen verlangte den Reiterinnen und Reitern auf Gralsträger, Castro Boy und Classic alles ab. Lag die deutsche Equipe nach dem ersten Umlauf noch mit anderthalb Prozentpunkten vorn, hatte sie nach dem Zweiten einen ähnlich knappen Rückstand auf die Franzosen. Die beiden letzten Reiter, Lisette Ahrens und Benoit Denisot, mussten die Entscheidung bringen. Diese fiel zugunsten der Deutschen aus. Am Ende konnten sie sich mit 78,34 Punkten gegenüber 77,53 der Franzosen die zweite Goldmedaille des Tages sichern. Bronze ging mit 63,13 Punkten an Neuseeland. "Dieser Sieg war unser ganz großes Ziel vor Beginn der WUEC. Wir hatten darauf gehofft, aber angesichts der großen Konkurrenz nicht unbedingt damit gerechnet", sagte eine überglückliche Lisette Ahrens auf der Pressekonferenz.

Rein deutsches Podium in der kombinierten Einzelwertung

Im kleinen Finale Springen (Einzelwertung) kämpften Thibault Destrebecq und Lisette Ahrens um die Bronzemedaille. Auf Fortunas Forever konnten beide Reiter den Parcours mit 20 Fehlerpunkten bezwingen, so dass der Sieger über die Zeitwertung ermittelt werden musste. Mit einer Zeit von 57,93 Sekunden war Thibault Destrebecq rund fünf Sekunden schneller im Parcours gewesen als Lisette Ahrens und holte die Bronzemedaille. Im Finale trafen Emil Flam aus Norwegen und die Spanierin Diana Marsa aufeinander. Flam legte auf Capitols Rouge vor und musste all seine reiterlichen Fähigkeiten aufbieten, um das Pferd vor dem vierten Hindernis von einer Verweigerung abzuhalten. Am Ende standen für ihn nach der ersten Runde 16,75 Fehlerpunkte bei einer Zeit von 74,64 Sekunden fest. Seine spanische Kontrahentin Diana Marsa ritt eine beachtliche Nullfehlerrunde auf Cypriano in einer Zeit von 71,38 Sekunden und hatte somit zunächst die Nase vorn. Dann wurden die Pferde gewechselt und Marsa konnte mit nur vier Fehlerpunkten und 69,15 Sekunden den Kampf um die Goldmedaille vorzeitig für sich entscheiden. Damit machte sie sich zwei Tage nach ihrem 23. Geburtstag selbst das schönste Geschenk. "Das gibt mir Motivation, weiter hart zu trainieren und vielleicht in der Zukunft noch einmal nach Aachen zurückzukehren", erklärte sie.

Die vierte Goldmedaille des Tages ging dann wieder nach Deutschland. In der kombinierten Einzelwertung, bei der die Endplatzierungen aus Dressur und Springen addiert werden, war das Podium sogar ausschließlich durch die Reiterinnen der Gastgebernation besetzt - Gold für Lisette Ahrens, Silber für Charlotte Rehborn und Bronze für Nadine Kraft. "Wir haben beim Training im Vorfeld des Wettkampfes versucht, viele verschiedene Pferde zu reiten und uns so auf die Besonderheit der Zulosung der Pferde vorzubereiten", benennt Kraft das Erfolgsgeheimnis der Equipe. Auch der Heimvorteil war sicherlich nicht zu unterschätzen. "Die Unterstützung der Fans war der Wahnsinn", zeigte sich Teamkollegin Rehborn beeindruckt vom Aachener Publikum.

Nach fünf spannenden Wettkampftagen zog Daniel Armbruster, Technischer Delegierter Reiten des Hochschulsportweltverbandes FISU ein durchweg positives Fazit der WUEC 2012. "Das Turnier war ein Erfolg auf ganzer Linie. Sowohl das Niveau der Reiter als auch der Pferde war gut und das Organisationskomitee hat uns allen eine besondere Weltmeisterschaft präsentiert." Dr. Verena Burk, Präsidentin der WUEC 2012, berichtet: "Aus vielen Gespräche während der WUEC habe ich mitnehmen können, dass sich die Nationen hier in Aachen sehr wohlgefühlt haben. Wir konnten als Organisatoren und Gastgeber überzeugen und haben die Latte für kommende Studierenden-Weltmeisterschaften sehr hoch gelegt."

Große Emotionen zum Schluss

Die abschließende Siegerehrung bot bereits zu Beginn einen ersten Höhepunkt. Zur Melodie von Black Pearl zogen die Protagonisten der ersten Medaillenübergabe ins Stadion ein. Mit stehenden Ovationen feierten die Zuschauer das deutsche Team und ihre Goldmedaille. Auch Charlotte Rehborn durfte sich von den begeisterten Fans für ihre Goldmedaille feiern lassen. Nicht mehr zu halten waren deutsche Schlachtenbummler und neutrale Beobachter gleichermaßen, als zuletzt die Siegerehrung in der kombinierten Einzelwertung anstand. Abermals ließen die Zuschauer ihrem Jubel freien Lauf, als zu Ehren des deutschen Mehrfacherfolgs drei deutsche Flaggen über Aachen gehisst wurden. In seiner abschließenden Rede dankte Bayasgalan Danzandorj, Schatzmeister der FISU, den Ausrichtern, den Partnern und Sponsoren der WUEC 2012 sowie allen ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement. Mit der Überreichung der FISU-Flagge von OK-Präsidentin Dr. Verena Burk an Danzandorj im Anschluss an die Siegerehrungen ging die WUEC 2012 in der Aachener Soers offiziell zu Ende.

Allgemeine Informationen und Hintergrund

Veranstalter der WUEC Aachen 2012 ist der Weltverband des Hochschulsports FISU. Ausgerichtet wird die WUEC vom Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband und dem Hochschulsportzentrum der RWTH Aachen in enger Zusammenarbeit mit dem Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV), der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), dem Deutschen Akademischen Reiterverband (DAR) und dem Bundesministerium des Innern sowie dem Ministerium für Familien, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. An der WUEC nehmen 26 Nationen teil.

Der besondere Reiz der studentischen Wettbewerbe liegt darin, dass die Sportler nicht auf eigenen Pferden reiten. Die Pferde stammen in der Regel aus Reitställen oder Landesgestüten, die den akademischen Pferdesport unterstützen. Welche Teilnehmenden auf welchen Pferden an den Start gehen, das entscheidet das Los. Das Resultat dieses besonderen Modus ist eine Herausforderung für die Reiter und fördert den Respekt im Umgang mit den Tieren.

Viele der erfolgreichen deutschen Reitsportler - wie Karsten Huck, Sven Rothenberger und Frank Ostholt - sammelten im Studierenden-Reitsport wichtige Erfahrungen, bevor sie die Bühne des internationalen Spitzensports betraten.

Programmübersicht
Mittwoch, 22. August
12:00-16:45 Uhr: 1. Runde Dressur
18:00-19:30 Uhr: Eröffnungsfeier mit anschließendem Get-Together

Donnerstag, 23. August
8:30-13:00 Uhr: 2. Runde Dressur
14:00-16:30 Uhr: 3. Runde Dressur

Freitag, 24. August
8:30-14:00 Uhr: 1. Runde Springen mit Fan-Contest

Samstag, 25. August
9:00-11:30 Uhr: 2. Runde Springen
12:00-13:15 Uhr: 3. Runde Springen
14:00-14:30 Uhr: Halbfinale Springen
16:30-17:45 Uhr: Halbfinale Dressur

Sonntag, 26. August
8:00-8:45 Uhr: Kleines Finale Dressur
9:15-9:45 Uhr: Mannschaftsfinale Dressur
10:00-11:00 Uhr: Großes Finale Dressur
13:00- 13:45 Uhr: Kleines Finale Springen
14:15-15:15 Uhr: Mannschaftsfinale Springen
15:45-16:30 Uhr: Großes Finale Springen
17:00-17:30 Uhr: Siegerehrung
17:30-18:30 Uhr: Abschlussfeier