30. Nordischer Klang in Greifswald: Flexibilisierter Festivalplan setzt auf Hybridveranstaltungen im Mai und zweigeteiltes Open-Air-Festival im Sommer

(lifePR) ( Greifswald, )
Auf Grund der gegenwärtigen Corona-Lage in Europa wird der Nordische Klang in diesem Jahr zusätzlich auf die Sommermonate ausgeweitet. Im eigentlichen Festivalzeitraum vom 7. bis 22. Mai wird mit digitalen Lesungen, Kolloquien und Konzerten ein virtuelles Festivalprogramm angeboten, in dem dennoch der Live-Charakter überwiegen soll. Nach wie vor verfolgt das international renommierte Kulturfestival zudem sein Ziel, dem Publikum auch wieder vor Ort gemeinsame Kulturerlebnisse mit den etwa 50 eingeladenen Künstler*innen zu ermöglichen. Daher soll eine Vielzahl der geplanten Konzerte im Rahmen von Open-Air-Veranstaltungen an zwei Wochenenden im Juli (23.-25.7.21) und August (20.-22.8.21) stattfinden. Die traditionelle feierliche Eröffnung soll als Festveranstaltung anlässlich des 30. Festivaljubiläums am 21. August im Theater Vorpommern in Greifswald nachgeholt werden.

„Der Nordische Klang lebt von seiner Internationalität und der Begegnung vor Ort; daher die Entscheidung zum Umbau unseres Festivalplans“, so Festivalleiter Prof. Dr. Marko Pantermöller. „Wir kommen nun in drei mitreißenden Wellen, mit denen wir unterschiedlichen äußeren Umständen vor Ort und in den nordischen Ländern verantwortungsvoll Rechnung tragen können.“

Als Programmpunkte der digitalen Mai-Ausgabe sind unter anderem eine Lesung der studentischen Anthologie Neue Nordische Novellen sowie Lesungen mit dem Historiker Bernd Wegner (DE), der Sachbuchautorin Maja Nielsen (DE) und dem finnischen Schriftsteller Miika Nousiainen geplant. Ebenso soll ein Literaturwissenschaftliches Kolloquium zur Ästhetik des nordischen Protestantismus digital durchgeführt werden. Erstmalig findet sich außerdem die russische Stadt Wiborg, zu der Greifswald seit 2018 eine freundschaftliche Beziehung pflegt, im Festivalprogramm wieder. Der Historiker Robert Schweitzer (DE) wird einen kulturell umrahmten digitalen Vortrag zur deutschen und finnischen Geschichte der Stadt halten. Als musikalischer Programmpunkt des virtuellen Festivals ist unter anderem ein Radiokonzert mit der in Berlin lebenden finnischen Pianistin Terhi Dostal geplant, die ein Programm mit Welturaufführungen zu Ehren des Komponisten und Klaviervirtuosen Ilmari Hannikainen spielen wird. Traditionelle Volkslieder Islands bilden hingegen die Basis für Arrangements und Improvisationen des Projekts Rímur (DE/IS), bestehend aus den beiden Halbisländern Stefan Karl Schmid (Klarinette und Saxophon) und Lars Duppler (Piano), das ebenfalls als digitaler Act eingeplant ist. Ein virtuelles schwedisches Liederkonzert soll mit den beiden Greifswalder Musiker*innen Johann Putensen (Klavier) und Jacoba Arekhi (Sopran) realisiert werden. Mit dem schwedisch-georgischen Spielfilm „Als wir tanzten“ (2019) wird in Kooperation mit dem Filmclub Casablanca schließlich auch das cineastische Festivalerlebnis in die heimischen Wohnzimmer transportiert.

Vor Ort und mit Publikum stattfinden soll hingegen die Festveranstaltung anlässlich des 30. Festivaljubiläums im August dieses Jahres. Der ursprünglich als Eröffnungs-Act vorgesehene finnische Akkordeonvirtuose Antti Paalanen wird die Veranstaltung musikalisch begleiten. „Mit Antti Paalanen und Suistamon Sähkö kommen die skurrilsten und verwegensten Acts der finnischen Folktronica zum diesjährigen Festival. Beide bringen das Akkordeon mit Electro-Beats furios in Szene. Paalanen schreit, stampft und kämpft mit seinem Instrument. Die Band Suistamon Sähkö mixt in ihrer irrwitzigen Show den Hiphop mit Tanz und Rap in die karelische Folklore“, so der Künstlerische Leiter Dr. Frithjof Strauß.

Dank der Förderung durch das bundesfinanzierte Programm NEUSTART KULTUR stehen dem Nordischen Klang in diesem Jahr neben Geldern für die Umsetzung digitaler Formate auch zusätzliche finanzielle Mittel für die Durchführung von Open-Air-Veranstaltungen zur Verfügung, womit das Festival sowohl dem Publikum als auch den Künstler*innen eine Perspektive bieten will. „Wir sind in enger Abstimmung mit den Künstler*innen und hoffen, möglichst viele Konzerte im Sommer realisieren zu können“, sagt Dr. Frithjof Strauß. Neben den bereits im Februar bekanntgegebenen Acts wird im Sommer mit der dänischen Bassistin Ida Hvid eine Künstlerin zum Nordischen Klang erwartet, die im letzten Jahr schon fester Bestandteil des digitalen Festivals war. In diesem Jahr spielt sie im Trio Blonde Bass (DK) an der Seite von Helle Marstrand und Kristin Korb. Gemeinsam bringen die drei singenden Bassistinnen einen Mix aus Swing, virtuosem Jazz und Acapella-Balladen auf die Bühne. Weitere mitreißende Entdeckungen aus Nordeuropa sind die junge Gypsy-Jazz-Band Titoks (EE) und das Trio Wolski (SE), das in der Plauener Konzertreihe „FolkHerbst“ den European Folk Music Award 2019 gewann. Kammermusik ist diesen Sommer mit dem Duo Vardøg (NO) vertreten, das mit barocken Liedern über den Liebeswahnsinn zum 400. Jubiläumsjahr der Greifswalder Dichterin Sibylla Schwarz beitragen möchte. Das UniversitätsSinfonieOrchester der Uni Greifswald unter der Leitung von Harald Braun plant darüber hinaus, im Sommer die 2. Sinfonie des berühmten finnischen Komponisten Jean Sibelius in der Hansestadt erklingen zu lassen. Zudem sollen im Sommer auch die bereits bekanntgegebenen Ausstellungen sowie die Schau „SIE kommen!“ über weibliche Comicfiguren in der schwedischen graphischen Literatur für ein breites Publikum geöffnet werden.

Die Schirmherrschaft des Festivals wird ein Mitglied der finnischen Regierung gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig übernehmen. Als langjähriger Medienpartner wird der Norddeutsche Rundfunk den Nordischen Klang auch in diesem Jahr wieder medial begleiten und unterstützen.

Die vorangegangene Pressemitteilung vom 4.2.2021 mit der Bekanntgabe erster Programmpunkte ist hier abrufbar. Alle Informationen zum Festival gibt es online unter www.nordischerklang.de oder als News auch auf den Social-Media-Kanälen Facebook, Instagram, Twitter sowie auf dem YouTube-Kanal oder via Newsletter. Auf dem festivaleigenen Spotify-Kanal gibt es einen Vorgeschmack auf das Musikprogramm der kommenden Festivalausgabe.
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