Donnerstag, 16. August 2018


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Heiko Maas erinnert an Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen - Neues Verbraucherlabel unterstützt Bürger ab 1. November bei Reifenwahl

Hannover, (lifePR) - Der saarländische Verkehrsminister Heiko Maas hat an die Autofahrer appelliert, angesichts der angebrochenen kalten Jahreszeit jetzt rechtzeitig auf Winterreifen umzurüsten und das eigene Fahrzeug damit wintertauglich zu machen. In Deutschland gilt seit 2010 die sogenannte 'situative Winterreifenpflicht'. Das bedeutet: Statt eines definierten Zeitraumes ist die Witterungslage entscheidend für den verpflichtenden Einsatz von geeigneten Winterreifen. Bei Schnee, Schneematsch, Glatteis oder Reifglätte auf der Fahrbahn gilt Sommerreifen-Verbot. Maas: "Um sich und andere Verkehrsteilnehmer zu schützen, sollte man nicht auf den ersten großen Schnee warten, sondern spätestens jetzt Anfang November auf Winterreifen umrüsten. Die Kältewelle der letzten Tage hat gezeigt, dass die Autofahrer schon jetzt für Schnee und Eis gerüstet sein sollten."

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Winterreifen können Leben retten. Ein mit Winterreifen bestückter Pkw würde bei einer Vollbremsung auf Schnee aus einer Grundgeschwindigkeit von 80 km/h nach 70 Metern stehen, das sommerbereifte Pendant kommt dagegen erst nach 112 Metern zum Stillstand. Wenn das winterbereifte Fahrzeug bereits steht, ist der Pkw mit Sommerreifen noch 49 km/h schnell unterwegs.

Um die Verbraucher besser zu informieren und bei der richtigen Reifenwahl zu unterstützen, gilt ab 1. November zudem eine neue europaweite Verordnung für Winterreifen. Auf den Reifen informieren ab sofort grün-gelb-rote Aufkleber über Rollwiderstand, Lärmentwicklung und Bremsverhalten. Das Verbraucherlabel ist vom 1. November an EU-weit Pflicht und gilt für Reifen, die nach dem 1. Juli 2012 hergestellt wurden. Abzulesen sind dort Informationen zum für den Spritverbrauch bedeutenden Rollwiderstand, zur Nasshaftung des Reifens und zum Rollgeräusch. Bei den ersten beiden Punkten verrät eine Skala von A bis G die Qualität des Reifens: A ist dabei die beste, G die schlechteste Note. Das Rollgeräusch wird als Zahl in Dezibel angegeben und graphisch in Form von schwarzen Wellen. Je weniger schwarze Wellen gezeichnet sind, umso geräuschärmer ist der Reifen. Die Vorschrift soll dem Kunden helfen, sich bei der Reifenwahl besser orientieren zu können und möglichst spritsparende Reifen auswählen zu können.

Zum Hintergrund:

Was genau besagt die Winterreifenpflicht?

Seit Dezember 2010 gilt in Deutschland die sogenannte situative Winterreifenpflicht. Grundlage ist § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung in der Änderungsfassung vom 4. Dezember 2010. Die Verordnung besagt: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Autos mit Sommerreifen nicht auf öffentlichen Straßen fahren.

Wann und warum sollte man Winterreifen aufziehen?

Winterreifen sollte man nicht nur wegen der Straßenverkehrsordnung, sondern vor allem aus eigenem Interesse aufziehen. Profil und Gummimischung von Sommerreifen sind weder für extreme Minusgrade noch für Eis und Schnee ausgelegt. Deswegen ist die Haftung im Winter schlechter und der Bremsweg länger.

Was kostet ein Verstoß gegen die Winterreifenpflicht?

Wer bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit Reifen unterwegs ist, die nicht mindestens das M+S-Logo tragen riskiert ein Bußgeld von 40 Euro und einen Punkt in Flensburg. Kommt es zusätzlich zu einer Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer, können 80 Euro fällig werden.

Welche Regeln gelten im Ausland?

In einigen Ländern, z. B. Finnland, sind Winterreifen zu bestimmten Jahreszeiten vorgeschrieben. In anderen Ländern (z. B. Frankreich) gibt es Winterreifen-Pflicht für bestimmte Straßen und Gebirgspässe. Für Österreich zum Beispiel gilt: Vom 1. November bis 15. April müssen bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen an allen Rädern Winterreifen angebracht sein.

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