Holländische Wasserverteidigungslinien und Kolonien der Barmherzigkeit auf UNESCO-Welterbeliste

(lifePR) ( Köln, )
Die Niederlande freuen sich doppelt: Am 26. Juli verlieh das UNESCO-Welterbekomitee zwei Mal den Status des Weltkulturerbes in unserem Nachbarland. Zum einen an die Holländische Wasserverteidigungslinien in den Provinzen Nordholland, Utrecht, Gelderland und Nordbrabant. Zum anderen an die Kolonien der Barmherzigkeit Wortel in Belgien und Veenhuizen und Frederiksoord-Wilhelminaoord in den Niederlanden.

Die Niederlande freuen sich doppelt: Am 26. Juli verlieh das UNESCO-Welterbekomitee zwei Mal den Status des Weltkulturerbes in unserem Nachbarland. Zum einen an die Holländische Wasserverteidigungslinien in den Provinzen Nordholland, Utrecht, Gelderland und Nordbrabant. Der Festungsgürtel von Amsterdam, der den Status bereits seit 1996 trägt, wurde damit um die Neue Niederländische Wasserlinie erweitert. Gemeinsam formen sie nun das Weltkulturerbe der Holländischen Wasserverteidigungslinien. Zum anderen an die Kolonien der Barmherzigkeit Wortel in Belgien und Veenhuizen und Frederiksoord-Wilhelminaoord in den Niederlanden. Das Welterbekomitee würdigt mit diesem Schritt die Kolonien der Barmherzigkeit als Zeugnis eines ebenso außergewöhnlichen wie groß angelegten sozialen Experiments zur Bekämpfung der herrschenden Armut durch die Einrichtung von Agrarkolonien im entlegenen inländischen Brachland.

Holländische Wasserverteidigungslinien sind Welterbe
Am 26. Juli hat das Welterbekomitee entschieden, den Holländischen Wasserverteidigungslinien den Status des Weltkulturerbes zu verleihen. Der Festungsgürtel von Amsterdam, der den Status bereits seit 1996 trägt, wurde damit um die Neue Niederländische Wasserlinie erweitert. Gemeinsam formen sie nun das Weltkulturerbe der Holländischen Wasserverteidigungslinien in den Provinzen Nordholland, Utrecht, Gelderland und Nordbrabant.

Abgeordnete Zita Pels, Vorsitzende der Linienkommission: „Wir freuen uns sehr, dass der Weltkulturerbe-Status des Amsterdamer Festungsgürtels nun um die Neue Niederländische Wasserlinie erweitert wurde. Gemeinsam mit den vier Provinzen entlang der Wasserverteidigungslinien setzen wir uns bereits seit Jahren für den Schutz, den Erhalt, und die Weiterentwicklung dieses einzigartigen Stückchens Niederlande ein. Wir sind dankbar, dass dieser Einsatz nun vom Welterbekomitee belohnt wurde. Wir hoffen, dass Menschen aus aller Welt die Holländischen Wasserverteidigungslinien besuchen und bestaunen werden.“

Krönung der Arbeit
Bereits vor 1996, als der Festungsgürtel von Amsterdam zum Weltkulturerbe ernannt wurde, wurde ebenfalls über die Nominierung der Neuen Niederländischen Wasserlinie gesprochen. Nachdem diese 2011 bereits in die vorläufige Liste für eine UNESCO-Nominierung aufgenommen wurde, legten die vier Wasserlinien-Provinzen 2014 in einem gemeinsamen Abkommen fest, sich auf die tatsächliche Nominierung der Neuen Niederländischen Wasserlinie als Erweiterung des Weltkulturerbes des Amsterdamer Festungsgürtels vorzubereiten. Als das Nominierungsdossier 2017 fertiggestellt wurde, riet die ICOMOS, das beratende Organ der UNESCO, allerdings dazu, die Grenzänderungen des Amsterdamer Festungsgürtels in einem gemeinsamen Dossier mit der Neuen Niederländischen Wasserlinie einzureichen. Dadurch verzögerte sich die Nominierung. Im Januar 2019 wurde das entsprechende Dossier schließlich bei der UNESCO in Paris eingereicht. Aufgrund der Corona-Pandemie fand 2020 keine Sitzung des Welterbekomitees statt. Doch jetzt ist die Entscheidung endlich getroffen. Der Festungsgürtel von Amsterdam und die Neue Niederländische Wasserlinie sind gemeinsames Weltkulturerbe: Die Holländischen Wasserverteidigungslinien.

Wissenswertes über die Holländischen Wasserverteidigungslinien:


Festungsgürtel von Amsterdam 135 km + Neue Niederländische Wasserlinie 85 km = zusammen 220 Kilometer lang 
96 Forts mit Sperrzonen, inklusive zwei Schlössern und sechs Festungen 
grünes Band entlang der Randstad und Amsterdam, 1 – 5 km breit 
mehr als 1000 Betonbauwerke: Bunker, Kasematten und Gruppenunterkünfte 
9 Überschwemmungsbecken
ausgeklügeltes Wasserwirtschaftssystem mit über 100 militärischen Schleusen, Deichen und Kanälen


Weitere Informationen unter: https://nieuwehollandsewaterlinie.nl/de/ und https://en.unesco.org/whc

Kolonien der Barmherzigkeit auf UNESCO-Welterbeliste
Die Kolonien der Barmherzigkeit Wortel in Belgien und Veenhuizen und Frederiksoord-Wilhelminaoord in den Niederlanden wurden in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Diese Entscheidung traf das Welterbekomitee am 26. Juli 2021 auf einer internationalen Tagung in Fuzhou (China). Das Welterbekomitee würdigt mit diesem Schritt die Kolonien als Zeugnis eines ebenso außergewöhnlichen wie groß angelegten sozialen Experiments zur Bekämpfung der herrschenden Armut durch die Einrichtung von Agrarkolonien im entlegenen inländischen Brachland.

Die Aufnahme in die Welterbeliste bildet den krönenden Abschluss einer jahrelangen niederländisch-belgischen Zusammenarbeit zwischen vier Provinzen, acht Kommunen, der flämischen Agentur für Bauliches Kulturerbe, dem niederländischen Reichsdienst für Kulturerbe, der flämischen Stiftung Kempens Landschap, sowie zahlreichen weiteren Partnern. Die Kolonien sind damit die erste Weltkulturerbestätte, die nicht von einem Staat, sondern von den Regionen selbst zur Nominierung vorbereitet wurde - unter der Federführung der niederländischen Provinz Drenthe und der belgischen Stiftung Kempens Landschap. Diese tatkräftige Kooperation und eine gemeinsame Vision führten schließlich dazu, dass diese Erbstätten künftig auch weltweit Anerkennung finden.

Eine außergewöhnliche Geschichte
Die niederländisch-flämischen Kolonien der Barmherzigkeit entstanden zwischen 1818 und 1825 als integrale Lösung zur Armutsbekämpfung. Nach den Napoleonischen Kriegen waren Armut und Bettelei im Königreich der Vereinigten Niederlande (Niederlande, Belgien und Luxemburg) weit verbreitet, insbesondere in den Städten. Mit der Gründung der Agrarkolonien wurde die karge, entlegenere Landschaft durch menschliche Eingriffe neu geordnet und mit einer gleichmäßigen geometrischen Struktur versehen. Die so entstandene rekultivierte Landschaft mit großzügig angelegten Alleen, Siedlerhäusern, verschiedenen Anstalten und Höfen, Feldern und Weideland bot Raum für die Rückkehr ärmerer Menschen in die Gesellschaft und spiegelt die aufgeklärten Ideen der Zeit wider.

Ein Besuch der verschiedenen Kolonien führt in die Vergangenheit. Obwohl die einstigen Siedler längst verschwunden sind, sind ihre Spuren auch heute noch deutlich sichtbar. Sie zeigen, wie die Menschen vor zwei Jahrhunderten mit der Bekämpfung der Armut experimentierten und wie eine sich wandelende Sozialmoral die Landschaft prägte.

Weitere Informationen unter: https://www.kolonienvanweldadigheid.eu/de

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