Freitag, 20. Juli 2018


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Zweites Halbjahr: Welche Ideen die Investmentprofis haben

Ratingen, (lifePR) - Die ersten sechs Monate des Jahres 2013 sind rum. An der Börse gab es Erwartetes, aber auch Überraschendes. Womit müssen die Anleger im zweiten Halbjahr rechnen? Welche Branchen haben Potenzial? Welche Anlageklassen sind attraktiv? Renommierte Vermögensverwalter, Fondsmanager und Strategen geben Antworten.

"Aktien bleiben unsere bevorzugte Anlageklasse, Rentenanleger müssen sich eher mit Verlustbegrenzung als mit Gewinnmaximierung auseinandersetzen"

Dan Morris, Anlagestratege für globale Märkte, J.P. Morgan Asset Management:

"Aktien haben zuletzt wieder zugelegt und sind nach wie vor unsere bevorzugte Anlageklasse. Da sich die Anleger den Aktienmärkten der Peripherieländer zuwenden, gibt es ausreichend Spielraum für eine deutliche Outperformance gegenüber den Kernmärkten. Die Bewertungen zahlreicher Randmärkte sind überdurchschnittlich gut - insbesondere in Italien und Spanien - und die dort erzielten Dividendenrenditen generell höher. In Kombination mit dem gegenüber den USA verzeichneten Abschlag für Dividendeneinnahmen könnte sich eine Strategie, die auf die Renditen der Peripherieländer abzielt, in den kommenden Monaten auszahlen.

Auch wenn es momentan keine unmittelbaren Anzeichen dafür gibt, dass sich das Gewinnwachstum in den Schwellenländern beschleunigen wird, sind wir der Ansicht, dass der mittelfristige Ausblick auch für Schwellenmarktaktien weiterhin erfreulich ist. Die steigenden Löhne schmälerten zweifellos die Gewinnmargen der Unternehmen, gleichzeitig wird damit die Kaufkraft der Verbraucher gestärkt und letztendlich eine höhere Nachfrage generiert.

An den Rentenmärkten gibt es - wenn überhaupt - nur noch wenige ertragsstärkere sichere Häfen. Die zuvor unbeliebten Peripherieländer der Eurozone genießen inzwischen einen guten Ruf, und auf der Suche nach Renditen gehen die Investoren auf diesen Märkten immer höhere Risiken ein. Gemessen am Risiko bieten Staatsanleihen der Peripherieländer gegenüber deutschen Bundesanleihen weiterhin einen höheren Renditevorteil als Unternehmensanleihen. Paneuropäische Hochzinsanleihen werden gegenüber US-amerikanischen Hochzinspapieren mit einem leichten Aufschlag notiert. Derweil gehen die Emissionen in Deutschland zurück, da das Land für 2013 und 2014 einen Haushaltsüberschuss anstrebt. Die rückläufigen Renditen italienischer und spanischer Staatsanleihen deuten darauf hin, dass diese Märkte zu einem soliden und risikofreien Status zurückkehren. Es dürfte jedoch noch eine Weile dauern, bis sie als Alternative für Bundesanleihen betrachtet werden. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach Staatsanleihen der Kernländer nach wie vor hoch sein wird.

Rentenanleger müssen sich zukünftig intensiver mit der Verlustbegrenzung auseinandersetzen als mit der Gewinnmaximierung. Eine der besten Alternativen besteht derzeit darin, Abstriche bei der Liquidität hinzunehmen, um damit die Erträge zu steigern."

"Die Aktienbörsen bleiben ein Spielball der Notenbanken und ihrer Kommunikationspolitik"

Arndt Kussmann, Leiter der Finanzanalyse der quirin bank AG:

"Nachdem US-Notenbankchef Ben Bernanke kürzlich noch über ein mögliches Ende des US-Anleiheaufkaufprogramms philosophiert hat, gibt er nun zu verstehen, dass die Fed ihre ultralockere Geldpolitik bis auf Weiteres fortsetzen wird. Die US-Zentralbanker sind sich offenbar weiter uneins, wann die Politik des billigen Geldes gedrosselt werden soll. Dieses Tauziehen wird uns in den

nächsten Monaten erhalten bleiben. Demgegenüber hat sich die EZB erstmals in der Geschichte bereits lange im Voraus auf niedrige Leitzinsen festgelegt.

Damit bleiben die Aktienbörsen ein Spielball der Notenbanken und ihrer Kommunikationspolitik. Erst ein verfestigter Aufschwung würde die Gewinnaussichten der Unternehmen nachhaltig verbessern, was die Aktienkurse nach einer anfänglichen Holperpartie stützen sollte - diesmal mit harten Wirtschaftsdaten und nicht mit aufgeblasener Liquidität.

Wir gehen davon aus, dass die US-Aktienmärkte für die Industrieländer weiterhin den Takt vorgeben. In den nächsten Monaten rechnen wir mit einer Aufwärtsbewegung an den US-Börsen. Die andauernde Flutung der Märkte mit Liquidität ist die wichtigste Voraussetzung für steigende Aktienkurse. Der Beginn einer Rotation bei Großinvestoren - raus aus Anleihen, rein in Aktien - könnte den Kursen ebenfalls weiteren Schub verleihen. Zudem liegt momentan eine extreme Marktbreite vor. Bevor ein Hausse-Trend stirbt, steigen immer weniger Aktien innerhalb der Indizes. Der sehr breit gestreute Russell-2000-Index ist jedoch erst jüngst auf ein Allzeithoch gestiegen.

In China hat sich Ministerpräsident Li Keqiang erstmals seit längerer Zeit besorgt zur konjunkturellen Entwicklung geäußert. Sollte es der Regierung gelingen, die Wachstumsraten zu stabilisieren und gleichzeitig den Bankensektor zu bändigen, ergäben sich gute Chancen für ein Ende der Durststrecke am chinesischen Aktienmarkt. China ist ein wichtiger Taktgeber für die Emerging Markets. Eine Aufhellung im Reich der Mitte dürfte positiv auf viele andere Schwellenländer ausstrahlen."

"Ein klarer Trend ist weiterhin nicht zu erkennen - Anleger sollten steigende Volatilität einkalkulieren"

Anja Welz, Vorstand der Laureus AG Privat Finanz:

"Die Richtung der Börsen scheint momentan wenig vorhersehbar zu sein. Auf der einen Seite profitieren die Aktienmärkte von niedrigen Zinsen und mangelnden Anlagealternativen. Auf der anderen Seite steigt die Unsicherheit. Selbst positive Konjunkturdaten aus den USA werden negativ interpretiert, weil sie auf ein Ende der lockeren Zinspolitik der Fed hindeuten könnten. Hinzu kommen immer stärkere Sorgen um eine drastische Abkühlung der Wirtschaft in China. Wir gehen davon aus, dass weiterhin kein klarer Trend erkennbar ist und dass zugleich die Volatilität an den Märkten weiter zunimmt. Vor diesem Hintergrund haben wir in unserem MultiAsset-Fonds bereits Anlageinstrumente beigemischt, die von einer steigenden Volatilität profitieren.

Im Rentenmarkt ist das Umfeld extrem schwierig. Während Anleihen bester Bonität unterhalb der Inflationsrate rentieren, nehmen die Schwankungen von Schwellenländeranleihen und Unternehmensanleihen weiter zu. Jetzt sind hohe Flexibilität und ein aktives Management im Rentenportfolio gefragt. Je länger die Laufzeit der Anleihen, desto höher das Risiko von Kursverlusten. Daher gefallen uns auf der Rentenseite flexible Rentenfonds mit einer aktiven Durationssteuerung und aktivem Management in unterschiedlichen Segmenten, Ländern und Währungen."

"Deutsche Bundestagswahl steht im Fokus der Märkte"

Thomas Metzger, Fondsmanager bei Bankhaus Bauer:

"Wir gehen davon aus, dass sich die konjunkturelle Erholung in den USA im zweiten Halbjahr langsam, aber stetig fortsetzen wird. Die US-Industrie hat durch gesunkene Lohnkosten an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, was dem Arbeitsmarkt und damit letztlich auch dem Konsum zugutekommen sollte. Ob dieser Aufschwung reicht, um die Rolle als weltweite Wachstumslokomotive wieder zu übernehmen, bleibt abzuwarten. Für Europa, das sich weiterhin in einer Rezession befindet, wäre dies sehr hilfreich. Zwar beginnen sich erste Vorlaufindikatoren zu stabilisieren, die Wirtschaftskrise in der Eurozone ist aber keinesfalls ausgestanden. Vor allem die Rekord-Arbeitslosigkeit bleibt ein großes Problem, mit dem sich nicht zuletzt Frankreich konfrontiert sieht. Dort sind ebenso wie in Italien tiefgreifende Reformen notwendig, wenn man die Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangen will. Wir rechnen deshalb allenfalls mit einer leichten wirtschaftlichen Erholung. Deutschland wird vor allem aufgrund des positiven Konsumklimas weiter eine Ausnahmestellung in Europa einnehmen.

Die Sensibilität der Märkte auf Hinweise zur künftigen Strategie der Notenbanken wird auch in den kommenden Monaten weiterhin bestehen bleiben. Vor allem die Aussagen der Federal Reserve in den USA könnten im zweiten Halbjahr für Bewegung an den Märkten sorgen. Sollte das bestehende Anleihenkaufprogramm aufgrund guter Wirtschaftsdaten tatsächlich zurückgefahren werden, würden die kurzfristigen Kursrisiken wohl zunehmen. Der US-Dollar sollte von diesem Politikwechsel profitieren können. Dies könnte eine Zinswende in den USA einleiten. Einer solchen Entwicklung könnte sich auch Europa nicht vollends entziehen. Vor diesem Hintergrund haben die Risiken an den Rentenmärkten zuletzt deutlich zugenommen.

Während die Entwicklung an den Aktienmärkten bisher primär liquiditätsgetrieben war, muss in der zweiten Jahreshälfte der Übergang zu einer fundamental unterstützten Aufwärtsbewegung gelingen. Im September wird die deutsche Bundestagswahl wohl im Fokus der Märkte stehen. Sollte Angela Merkel eine dritte Amtsperiode als Bundeskanzlerin antreten können, wäre dies grundsätzlich positiv für die Aktienmärkte zu bewerten, da die Bundeskanzlerin sich in der europäischen Krisenbewältigung hohes Ansehen erworben hat. Der japanische Aktienmarkt sollte weiterhin von den expansiven Maßnahmen der Regierung und Notenbank sowie von einem schwachen Yen profitieren.

Wir halten die Aktienmärkte im Euroland und in den Emerging Markets aktuell für günstig bewertet, vor allem im Vergleich zu US-Aktien. Die Marktentwicklung dürfte aufgrund bestehender Unsicherheiten aber auch im zweiten Halbjahr volatil bleiben. Zum Jahresende rechnen wir aber mit höheren Kursen."

"Zykliker gehören ins Depot"

Christoph Leichtweiß, Finanzplaner bei der YPOS Consulting GmbH, Darmstadt:

"Besondere Risiken sehen wir bei den beliebten sicheren Häfen, die zwar eine feste Verzinsung, aber keinen Schutz gegen steigende Inflationsraten bieten. In einem Umfeld extremer Verschuldung der westlichen Industrienationen ist dies keine gute Aussicht, da ein Abbau der Schulden durch Wirtschaftswachstum und steigende Einnahmen nicht möglich erscheint. Stattdessen ist nach wie vor der Schuldenabbau durch Inflation der wahrscheinlichste Ausweg.

In Europa steht die Bewährungsprobe noch bevor. Die Politik hat schwere Entscheidungen zu fällen. Das wirtschaftliche Umfeld wird auf niedrigem Niveau freundlicher und entfernt sich immer mehr von dem auf Weltuntergangsstimmung befindlichen Preisniveau für "sichere" Anleihen und Währungen.

Nahezu alle Segmente von Anleihen bieten keine angemessene Vergütung von Kredit- und Laufzeitrisiken. Am attraktivsten erscheint noch das Segment der High-Yield-Anleihen, da sich dort eine Stabilisierung der Wirtschaft positiv auswirkt. Dennoch: Auf Sicht der nächsten sechs Monate fühlen wir uns mit einer Portfoliostruktur aus Tagesgeld und Aktien am wohlsten. Die Segmente dazwischen sind fast ausnahmslos unattraktiv gepreist.

Bei den Aktien favorisieren wir zunehmend zyklische Unternehmen. Der regionale Fokus liegt auf Japan, USA und Europa. Die Schwellenländer erachten wir für diesen Zeitraum als nicht attraktiv. Wir meiden direkte Investitionen in Positionen, die seit Beginn des Jahrtausends maßgeblich durch die starke Nachfrage aus China beflügelt wurden. Dies sind Rohstoffe, Rohstoffaktien und Währungen rohstofforientierter Ländern wie beispielsweise Australien.

Für Anleger, die bislang noch nicht in Edelmetallen investiert sind, jedoch Interesse an einem langfristig orientierten physischen Besitz haben, bietet das aktuelle Niveau die Möglichkeit für erste Investitionen."

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