Dienstag, 20. Februar 2018


  • Pressemitteilung BoxID 694194

n.b.k. Showroom - Eric Baudelaire - Walked The Way Home

Kuratorin: Kathrin Becker

Berlin, (lifePR) - .
6. März – 29. April 2018 *
* Am Karfreitag, 30. März 2018, bleibt die Ausstellung geschlossen.
Anlässlich des Gallery Weekends ist der Showroom am Samstag, 28. April 2018, und am Sonntag, 29. April 2018, von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Eröffnung: Freitag, 2. März 2018, 19 Uhr
Die Pressevorbesichtigung findet am Freitag, den 2. März 2018, um 17 Uhr statt.

Für seine Ausstellung im Neuen Berliner Kunstverein schuf Eric Baudelaire eine neue Videoarbeit mit dem Titel Walked The Way Home, die auf Beobachtungen zur wachsenden Präsenz bewaffneten Militärs im urbanen Raum verschiedener europäischer Städte – als Folge terroristischer Anschläge – basiert. Die aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommenen Soldat*innen werden in unmittelbarer Nähe zu Zivilist*innen gezeigt, sodass die Gegensätze zwischen beiden Personengruppen deutlich hervorstechen und ein unwirklicher Eindruck entsteht. Baudelaire nutzt Slow Motion und verwendet eine verstörende Komposition des in Rom ansässigen amerikanischen Pianisten und Komponisten Alvin Curran für den Soundtrack des Videos, auch der Titel der Arbeit ist von einem Werk Currans von 1973 inspiriert. Die ersten Beobachtungen zur militärischen Präsenz im Stadtraum machte Baudelaire auf dem Heimweg von seinem Studio in Paris und setzte diese in Rom fort, wo er sich zur Zeit im Rahmen eines Stipendiums an der Villa Medici der Französischen Akademie aufhält.

In seinem Werk nimmt Eric Baudelaire die Repräsentations- und Rezeptionsformen von Geschichte und Geschichtsschreibung in den Fokus. Im Wesentlichen produziert er Film- und Videoinstallationen, arbeitet jedoch auch mit Fotografie, Collage, Drucktechniken und Büchern. Nach aufwändigen Recherchen, die auf seiner ursprünglichen Tätigkeit als Politikwissenschaftler basieren, baut Baudelaire seine Arbeiten auf einzelnen Protagonist*innen auf, die einen historischen, zeitgenössischen oder fiktiven Charakter haben und entwickelt – auch in Interaktion mit realen Personen – fiktive Dokumentationen und alternative Narrative zu historischen Inhalten, unter Einbeziehung von historischen Dokumenten und Elementen einer mündlichen Überlieferung. Mit feiner Ironie schafft er Verbindungen zwischen unterschiedlichen sozio-politischen Kontexten, wobei er die Gegensätzlichkeit seiner Quellen betont.

Zu den früheren und mittlerweile bekanntesten Arbeiten Baudelaires gehört The Ugly One (2013), für dessen Dreh der Künstler mit dem japanischen Linksaktivisten und ehemaligen Mitglied der Japanischen Roten Armee, dem Regisseur Masao Adachi, kooperierte. Adachi trat 1971 der palästinensischen Befreiungsorganisation PFLP bei. Diese erlangte kurze Zeit später weltweite Bekanntheit im Zusammenhang mit dem Attentat auf den damaligen Flughafen Lod (heute Ben Gurion) in Tel Aviv, das 26 Menschen das Leben kostete. Militante politische Aktionen und ihre Folgen sind auch das Thema der sich in The Ugly One entwickelnden Geschichte über zwei Widerstandskämpfer*innen – Lili und Michel – in der von militärischen Auseinandersetzungen gezeichneten Stadt Beirut. Zeiten und Generationen, Dokumentation und Fiktion, Liebesgeschichte, politische Erzählung und die Erinnerungen Adachis, dessen Stimme aus dem Off zu hören ist, durchmischen sich. Die Debatte der Protagonist*innen über die Möglichkeiten politischen Widerstands lassen den*die Betrachter*in ohnmächtig zurück.

Biografie

Eric Baudelaire (* 1973 in Salt Lake City, lebt in Paris). Einzelausstellungen (Auswahl): Centre Pompidou, Paris (2017); Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig (2017); Witte de With, Rotterdam (2017); Ludwig Forum, Aachen (2015); Berkeley Art Museum, San Francisco (2015); Fridericianum, Kassel (2014); Bergen Kunsthall (2014); Beirut Art Center (2013); Gasworks, London (2012); Hammer Museum, Los Angeles (2010); Musée de la Photographie, Charleroi (2007). Gruppenausstellungen (Auswahl): ISCP, New York (2017); MAXXI, Rom (2017); Ural Industrial Biennial of Contemporary Art, Jekaterinburg (2017); Whitney Biennale (2017); Biennale de Montréal (2016); Museo Reina Sofía, Madrid (2016); EVA International, Ireland’s Biennale, Limerick (2016); Sharjah Biennale (2015); Palais des Beaux Arts, Paris (2015); Yokohama Triennale (2014); Museum of Modern Art, Tokio (2013); Steirischer Herbst, Graz (2013); Museum of Modern Art, Kyoto (2013); MACBA, Barcelona (2013); Taipei Biennale (2012); Baltic Triennial of International Art, Vilnius (2012); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2012); La Triennale, Palais de Tokyo, Paris (2012); Centre Pompidou, Paris (2007); Le Mois de la Photo, Montréal (2007).

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