la rosa dei venti: "Der mündliche Verrat. Ein Musikepos über den Teufel"

Donnerstag, 15. Dezember 2011, 20 Uhr (Premiere)

(lifePR) ( Saarbrücken, )
Gefördert von Netzwerk Neue Musik, einem Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, sowie durch die Landeshauptstadt Saarbrücken - Dezernat für Kultur, Bildung und Wissenschaft, den Fonds Darstellende Künste e. V., das Ministerium des Saarlandes für Inneres, Kultur und Europa und die Saarland Sporttoto GmbH

Saarbrücken. Was wäre ein Kagel-Festival ohne Musiktheater? Mit Mauricio Kagels "Der mündliche Verrat. Ein Musikepos über den Teufel" (1981/83) steht am 15., 18. und 22. Dezember (sowie am 2. und 3. Februar 2012) im Theater im Viertel (TiV) das erste und einzige Musiktheater innerhalb der großen Saarbrücker "Hommage à Mauricio Kagel" von Pandoras Box auf dem Programm. Zugleich markiert die Premiere des Ensembles la rosa dei venti die vorletzte Produktion des gesamten Kagel-Festivals, das am 21. Dezember mit einer "Langen Kagel-Nacht" in der Hochschule für Musik (HfM) Saar ausklingt.

"Der mündliche Verrat" zeugt von Kagels Intention, Gattungsbegriffe zu sprengen: Bereits kurze Zeit, nachdem der argentinische Komponist nach Europa gekommen war, begann er, konsequent und fantasievoll die traditionellen Vorstellungen von Musiktheater zu revolutionieren. Nicht selten überschritt er die Grenze zum Absurden, machte den alltäglichen Wahnsinn zum Thema. Im "Mündlichen Verrat" geht es um Teufelszeug: um die Eigenschaften, Mythologien, Erscheinungen und Verwandlungskünste des Beelzebubs, wie sie in zahlreichen Legenden, Sprichwörtern, Zauberformeln und alten Liedern des Volksgutes geschildert sind. Kagel witterte bereits in der schriftlichen Fixierung der mündlichen Tradition einen Verrat an deren authentischer Überlieferung. Während er für die Uraufführung auf den Sammelband "Les Evangiles du Diable" (Paris 1964, herausgegeben von Claude Seignolle) zurückgriff, ist in der Saarbrücker Fassung auch mit saarländischen Hexen und Teufeln zu rechnen: Gemäß Kagels Anweisung "Man soll, wenn immer möglich, Originalquellen der Sprache verwenden, in der das Stück aufgeführt wird" und seinem Verweis auf entsprechende Anthologien wurde vieles aus der Pariser Fassung ersetzt durch Mythen über Teufel und Hexen und durch Texte aus Volksglauben und Brauchtum aus der Region - hierfür offenbart unter anderem Karl Lohmeyers Sammlung "Die Sagen der Saar" einen reichhaltigen Fundus.

In Kagels Urfassung ist die Besetzung variabel; die Reihenfolge, Instrumentierung und Auswahl der Nummern offen. In der Saarbrücker Fassung des Ensembles la rosa dei venti singen und spielen Claudia Kemmerer (Stimme, Instrumente), Ralf Peter (Stimme, Instrumente) und Lutz Gillmann (Klavier, Stimme, Instrumente, musikalische Leitung). Das variabel besetzte Ensemble la rosa dei venti wurde 2010 von Lutz Gillmann gegründet. In seiner programmatischen Arbeit sucht es Neue und Alte, vokale und instrumentale sowie weltliche und geistliche Musik mit anderen Kunst- und Präsentationsformen zu verbinden. Mit "Der mündliche Verrat" präsentiert das Ensemble einen ebenso absurden wie amüsanten und tiefgründigen Musiktheater-Abend, bei dem der Zuhörer eingeladen ist, aktiv am Entstehen von Bedeutungen mitzuarbeiten.

- Premiere: Donnerstag, 15. Dezember, 20 Uhr, Theater im Viertel (TiV), Landwehrplatz 2, 66111 Saarbrücken. Weitere Termine: 18. Dezember, 19 Uhr; 22. Dezember sowie 2. und 3. Februar 2012 je 20 Uhr. Eintritt 12 Euro/ermäßigt 7 Euro. Karten: Tel. 0681 - 390 46 02. Weitere Infos zu dieser Veranstaltung und zum gesamten Kagel-Festival unter www.netzwerk-musik-saar.de, www.kagel80.org

- Sonntag, 18. Dezember 2011, 19 Uhr
- Donnerstag, 22. Dezember 2011, 20 Uhr
- Freitag/Samstag 2./3. Februar 2012, 20 Uhr
- Theater im Viertel, Landwehrplatz 2, 66111 Saarbrücken
- Eintritt: 12 EUR/erm. 7 EUR

Im Rahmen von "Hommage à Mauricio Kagel - Festival für hinterhältige Musik"

Im Rahmen von "strukturwandel - neues hören und sehen" von Netzwerk Musik Saar
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