Nutri-Score: Gesündere Lebensmittel sofort erkennen!

(lifePR) ( Frankfurt / Main, )
Die ernährungsphysiologisch ungünstige Lebensmittelauswahl und die damit verbundene Fehlernährung sind nicht nur in Deutschland ein Problem. Übergewicht, Adipositas und mögliche Folgeerkrankungen wie Diabetes stellen eine große Belastung für die Gesundheitssysteme dar. Doch wie können Verbraucher bei einer gesünderen Lebensmittelauswahl unterstützt werden? „Mit den Angaben auf Lebensmittelverpackungen sind viele Verbraucher überfordert. Sie können die Nährwerte von Produkten sowie deren Bedeutung für die eigene Ernährung nur schwer einschätzen“, sagt Dr. Anette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio. „Daher könnte eine einfache, leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf Verpackungen helfen.“ Ein zurzeit viel diskutierter Ansatz ist der sogenannte Nutri-Score. Neben zahlreichen Fachgesellschaften und Verbraucherverbänden unterstützen auch Unternehmen wie Nestlé die Einführung des Modells. In Frankreich wird es bereits seit 2017 angewandt. Doch was ist der Nutri-Score eigentlich? Wie wird der Score berechnet? Und was kann er leisten?

Was ist der Nutri-Score?

Der Nutri-Score ist ein von renommierten Wissenschaftlern konzipiertes fünfstufiges Kennzeichnungssystem, das Lebensmittel und Getränke anhand ihres Nährwertprofils in fünf Kategorien einteilt. Dabei werden „weniger günstige“ sowie „günstige“ Nährwertelemente berücksichtigt. Es geht auf ein in 2005 im Auftrag der britischen Food Standards Agency (FSA) entwickeltes Berechnungssystem für Nährwertprofile zurück und wurde in Frankreich weiterentwickelt. Die Produkte werden auf einer Skala von „A“ (gesündere Wahl) bis „E“ (weniger gesunde Wahl) eingeordnet. Darüber hinaus wird der jeweilige Buchstabe farblich hervorgehoben – von Dunkelgrün bei A über Gelb bei C bis hin zu Rot bei E. Durch das Symbol auf der Vorderseite von Verpackungen (Front-of-pack) kann der Verbraucher das Nährwertprofil von Lebensmitteln und Getränken auf einen Blick erfassen.

Ein Produkt der Kategorie B weist ein eher gesundes Nährwertprofil auf.

Wie erfolgt die Bewertung?

„Für die Berechnung des Nutri-Scores wird der Gehalt an Nahrungsenergie, Zucker, gesättigten Fettsäuren und Salz (Natrium) pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter ermittelt, da sich ein zu hoher Verzehr dieser Nährstoffe langfristig ungünstig auf die Gesundheit auswirken kann“, erklärt Dr. Annette Neubert. „Das Modell berücksichtigt aber auch günstige Nähr- und Inhaltsstoffe wie Proteine und Ballaststoffe sowie den Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen.“ Für jeden einzelnen Nähr- beziehungsweise Inhaltsstoff, den das System berücksichtigt, werden Punkte vergeben und miteinander verrechnet. Anhand des Gesamtergebnisses erfolgt dann die Einordnung auf der Bewertungsskala vom dunkelgrünen „A“ bis zum roten „E“. Dabei gilt: Je geringer die Gesamtpunktzahl, desto gesünder das Nährwertprofil.

Was soll das farbliche fünfstufige Modell leisten?

Der Nutri-Score ist ein Ansatz, der Konsumenten bei einer besseren Lebensmittelauswahl und damit bei der Umsetzung einer gesünderen Ernährung unterstützen kann. Denn wie verschiedene Verbraucher- und Vergleichsstudien* belegen, ermöglicht das Kennzeichnungssystem, die Nährwertqualität von Lebensmitteln innerhalb einer Lebensmittelgruppe sowie über Lebensmittelgruppen hinweg einfach und intuitiv zu unterscheiden. „Das Nutri-Score-Modell bietet dem Verbraucher die Möglichkeit, günstigere Nährwertprofile von Produkten leicht zu erkennen“, betont Dr. Annette Neubert. „Zudem hat der Nutri-Score auch das Potential, die Produktreformulierung voranzutreiben, beispielsweise die Reduktion von Salz und Zucker. Denn Veränderungen des Nährwertprofils können sich auch in der Nutri-Score-Bewertung bemerkbar machen.“

Auf einen Blick ist die Bewertung durch den Nutri-Score auf der Verpackung zu erkennen.

Allein kein Garant für eine bessere Ernährung

Der Nutri-Score ist nicht automatisch Garant für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. „Nach wie vor kommt es auf ein gewisses Ernährungswissen, die sinnvolle Kombination von verschiedenen Lebensmittelgruppen und deren Verzehrmenge an. Nichtsdestotrotz kann eine für den Verbraucher leicht verständliche Nährwertkennzeichnung zusammen mit verbraucherorientierten Ernährungsinformationen die Ernährungsgewohnheiten nachhaltig beeinflussen“, so Dr. Annette Neubert.

Wie geht es weiter?

Derzeit führt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Verbraucherbefragung zu vier „Front-of-Pack-Modellen“ durch. Neben dem Nutri-Score stehen drei weitere Modelle zur Auswahl – eines des Lebensmittelverbands Deutschland, des Max Rubner-Instituts sowie das skandinavische Keyhole-Modell. Die Ergebnisse dieser Verbraucherbefragung werden die Grundlage für eine politische Empfehlung eines Nährwertkennzeichnungssystems in Deutschland sein. Die Ergebnisse werden im September 2019 erwartet.

*Studien:


Julia C., Hercberg S. (2017) Nutri-score: Evidence of the effectiveness of the French front-of-pack nutrition label. ErnährungsUmschau 64(12):181-187 (https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2017/12_17/EU12_2017_WuF_Nutriscore_englisch.pdf)
Szabo de Edelenyi et al. (2019) Ability of the Nutri-Score front-of-pack nutrition label to discriminate the nutritional quality of foods in the German food market and consistency with nutritional recommendations. Archives of Public Health. 77:28
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