Montag, 22. Januar 2018


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Über 30 ärztliche Verbände einig: Nächste Woche gezielte Aktionen gegen Krankenkassen

Berlin, (lifePR) - Im derzeit schwelenden Honorarstreit haben über 30 ärztliche Berufsverbände in einer Schaltkonferenz beschlossen, dass ab kommender Woche die ersten Protestmaßnahmen gegen die Krankenkassen beginnen. "Um die Auswirkungen auf die Patienten zunächst so gering wie möglich zu halten, nehmen wir ab Anfang nächster Woche die Kassen ins Visier", erklärt Dr. Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände und Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes. Der NAV-Virchow-Bund fungiert als Koordinationsstelle für die Berufsverbände.

"Aus taktischen Gründen werden wir die konkreten Maßnahmen erst ab kommenden Montag bekannt geben. Wir zielen aber in erster Linie auf die Kassenbürokratie. Wir werden den Kassen direkt und plastisch deutlich machen, wie aufgeheizt die Stimmung der Ärzte ist", erklärt Dr. Heinrich.

Nachdem die Kassenärztliche Bundesvereinigung ebenfalls "gezielte Nadelstiche" gegen die Krankenkassen angekündigt hat, werden die Aktionen der Verbände den Druck auf die Kassen spürbar erhöhen. "Die Verbände sind in ihrem Aktionsradius deutlich freier und flexibler als die Körperschaften der Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Verbände werden die Maßnahmen der Kassenärztlichen Vereinigungen daher wirksam verstärken", ergänzt Dr. Heinrich.

Die freien Verbände fordern weiterhin, den von den Krankenkassen vergangene Woche gegen die Stimmen der Ärzteschaft durchgesetzten Honorarabschluss zurückzunehmen. "Die Krankenkassen werden aufgefordert, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zudem müssen die Kassen endlich mit den Schmutzkampagnen gegen die Ärzteschaft aufhören", fordert Dr. Heinrich.

Derzeit läuft eine bundesweite Urabstimmung unter den niedergelassenen Ärzten über weitergehende Protestmaßnahmen und Praxisschließungen. Diese Urabstimmung wird am Mittwochabend zu Ende gehen. Mit den Ergebnissen ist am Donnerstag zu rechnen. Dann werden weitere Maßnahmen bekannt gegeben.

Die rund 30 ärztlichen Berufsverbände vertreten insgesamt weit über 100.000 niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen.

Die freien Verbände in alphabetischer Reihenfolge:

Allianz deutscher Ärzteverbände (Berufsverband der Deutschen Internisten, Bundesverband der Ärztegenossenschaften, Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände, Hartmannbund, Medi Deutschland, NAV-Virchow-Bund) Bayerischer Facharztverband, Berufsverband der Dermatologen, Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU), Berufsverband der Frauenärzte (BvF), Berufsverband der HNO-Ärzte, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Berufsverband der niedergelassenen Facharztinternisten, Berufsverband der Orthopäden und Unfallchirurgen, Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP), Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh), Berufsverband niedergelassener Chirurgen (BNC), Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng), Bundesverband Ambulantes Operieren, Bundesverband der Pneumologen (BdP), Bundesverband niedergelassener Diabetologen (BVND), Bundesverband Niedergelassener Hämatologen und Onkologen (BNHO), Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK), Facharzt Allianz Bayern (FAABY), Freie Ärzteschaft e.V., Gesundheitsnetz Süd e.G., GFB Bayern, NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V., Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa)

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