Donnerstag, 21. Juni 2018


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Hirngespinst "Überversorgung": Radikalvorschläge verursachen Versorgungsmängel von morgen

Berlin, (lifePR) - "Wer vermeintliche Überversorgung in Ballungsräumen mit Zwangsaufkäufen von Praxen und Honorarverlusten bei Ärzten abbauen will, legt den Grundstein für die Unterversorgung von morgen", erklärt der Bundesvorsitzende des Verbands der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich.

Die derzeitige Bedarfsplanung sei gerade deshalb in Überarbeitung, weil sie eben nicht mehr den tatsächlich bestehenden und zu erwartenden Bedarf an ambulanter medizinischer Versorgung widerspiegle. So werde sich die Versorgung die nächsten Jahrzehnte in Ballungsräumen konzentrieren, weil immer mehr ältere Menschen ihren Lebensabend in den Zentren verbringen wollen und dort die spezialisierte Medizin anzutreffen ist. "Praxen, die in so genannten überversorgten Bereichen existieren, arbeiten heute schon oftmals am Rande ihrer Kapazität und verzeichnen Wartezeiten bei nicht-akuten Fällen", stellt der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes fest.

"Der Ärztemangel auf dem Land ist zudem nicht ohne Ärzte aus den Zentren zu beheben. Durch den Wegfall von Praxen in derzeit als überversorgt bezeichneten Gebieten, wird daher die Möglichkeit genommen, dass diese Ärzte eine angrenzende unterversorgte Region über mobile Versorgungskonzepte mitbetreuen. Daher müsste beim Aufkauf von Arztpraxen deren Bedeutung für die zukünftige Versorgung des Umlandes berücksichtigt werden", fordert Dr. Heinrich.

Der Aufkauf von Arztsitzen könne daher nur die Ultima Ratio sein und nur vor Ort von der jeweiligen regionalen Kassenärztlichen Vereinigung in Alleinverantwortung durchgeführt werden. Dabei müsse der skurrile Nebeneffekt vermieden werden, dass durch einen Aufkauf von meist in besseren Wohnvierteln gelegenen Arztsitzen ein Schutzzaun für die dort verbleibenden Praxen gezogen wird. "Diese Praxen hätten dann quasi eine sogar noch verbesserte Umsatzgarantie zu Lasten der Versorgerpraxen in den sozialen Brennpunkten, die aufgrund fehlender Privatpatienten und miserabler GKV-Honorare jetzt schon in Existenznot stecken", befürchtet Dr. Heinrich.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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