Mittwoch, 18. Juli 2018


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Ende eines Bürokratiemonsters - Dr. Heinrich fordert Abschaffung der Praxisgebühr

Berlin, (lifePR) - "Das Bürokratiemonster Praxisgebühr gehört abgeschafft", fordert der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich. Die zehn Euro pro Quartal, die die Patienten beim Arzt bezahlen müssten, so der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes weiter, hätten nicht zu weniger Arztbesuchen und damit einer Entlastung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geführt. Vielmehr sei der Bürokratieaufwand in den Praxen deutlich gestiegen.

"Wenn die Kassen zu ihrer Finanzierung auf Zuzahlungen angewiesen sind, sollen sie sie selbst erheben", sagt Dr. Heinrich. Schließlich sei die sogenannte Praxisgebühr schon immer eine Kassengebühr gewesen und damit die Einnahme und Verwaltung der Gelder genuine Aufgabe der Versicherer. "Es ist höchste Zeit, das Verfahren vom Kopf auf die Füße zu stellen und die Kassen in die Pflicht zu nehmen. Wir Ärzte sind nicht die Dienstleistungsunternehmen für Kassenverwaltungen", mahnt Dr. Heinrich.

In den Praxen werden Jahr für Jahr rund 1,5 Milliarden Euro ohne Ausgleich der Aufwendungen für die Krankenkassen eingenommen. Der gesamte Verwaltungsaufwand, also das Kassieren und Quittieren, das Dokumentieren der EDV, das separate Kassenbuch für den Steuerberater, die Kassenkontrolle und der Abgleich der Listen mit der Kassenärztlichen Vereinigung sowie nicht zuletzt die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen liegen bei etwa fünf Euro pro Fall. "Das sind Kosten, auf denen der Arzt sitzen bleibt und Zeit, die für die Patienten fehlt", konstatiert der Bundesvorsitzende.

Die Kassengebühr sei heute eine reine Zuzahlung für das GKVSystem, die die gewünschte Steuerungswirkung verfehlt. Nach wie vor, so Dr. Heinrich, sei die Zahl der Arztkontakte hierzulande unverändert hoch. "Um die GKV langfristig leistungsfähig zu halten", erklärt Dr. Heinrich, "brauchen wir ein größeres Kostenbewusstsein bei den Versicherten sowie intelligentere Steuerungsmechanismen zur Vermeidung unnötiger Arztbesuche."

"Die Politik muss endlich damit beginnen, den Menschen unmissverständlich klar zu machen, dass die Chipkarte keine Vollkasko- Versicherung bedeutet und dass an mehr Eigenverantwortung bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen kein Weg vorbeiführt." Eine Alternative könne die Kostenerstattung mit sozialverträglicher Eigenbeteiligung sein, erläutert Dr. Heinrich.

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