Mittwoch, 17. Januar 2018


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STADTGRÜN 3.0 muss StadtNatur berücksichtigen!

NABU fordert Einbeziehung naturschutzfachlicher Belange und den Erhalt der städtischen Artenvielfalt auch in öffentlichen Grünflächen

Hamburg-Borgfelde, (lifePR) - Die Auseinandersetzung mit neuen Herangehensweisen an die Gestaltung des städtischen Grüns wie in Form der Ausstellung STADTGRÜN 3.0 begrüßt der NABU Hamburg grundsätzlich. Aus Sicht des NABU birgt ein "neuartiger Umgang mit städtischem Raum" großes Potential für die StadtNatur und die darin lebenden Tiere und Pflanzen. Deshalb fordert der Naturschutzverband Senat und Bezirke auf, bei der Grüngestaltung neben Erholung, Freizeitgestaltung und gestalterischen und ästhetischen Ansprüchen vor allem aber auch den Naturschutz zu berücksichtigen.

"StadtNatur bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen und erfüllt wichtige Ökosystemfunktionen, übrigens auch für den Menschen", erläutert Dr. Katharina Schmidt, Referentin für StadtNatur beim NABU Hamburg. Sie fordert: "Zur Erhaltung der städtischen Artenvielfalt muss daher bei neuen Grünkonzepten und auch bei der Flächenauswahl darauf geachtet werden, Lebensräume für die Flora und Fauna zu bewahren und zu schaffen. Es darf nicht allein der gestalterische Anspruch eine Rolle spielen, sondern der Schutz der StadtNatur muss mitberücksichtigt werden!" Die NABU-Expertin empfiehlt, dass nicht alles "durchdesignt" und übermäßig gepflegt wird, sondern immer auch Raum zur wilderen Entwicklung gelassen wird. Schmidt: "Diese städtische Wildnis bietet für manche Arten die letzte Rückzugsmöglichkeit in der Stadt." Daher sind auch Stadtbrachen wichtige temporäre Lebensräume. Für die Artenvielfalt ist zudem ein hoher Strukturreichtum hilfreich, denn die einheitliche modische Gestaltung mi t ähnlichen Arten hat nur wenig ökologischen Wert. Dazu sollten heimische Pflanzenarten verwendet werden, denn diese erfüllen wertvolle ökologische Funktionen wie die Bereitstellung von Lebensräumen für Tiere, klimatische Ausgleichsfunktionen und Luftfilterung usw. Darüber hinaus sind sie auch viel besser an die hiesigen Klimabedingungen angepasst als Zierpflanzen; sie sind somit robuster und weniger pflegebedürftig.

Die städtische Artenvielfalt ist durch viele Faktoren bedroht, wie z.B. Flächenverbrauch und Versiegelung, energetische Gebäudesanierung, zu viel und falsche "Pflege", die Beseitigung von Grün sowie der Nutzungsdruck durch die Bevölkerung gefährden die StadtNatur. Eine artenreiche Flora und Fauna hält die Funktionalität von Ökosystemen aufrecht und bietet "Dienstleistungen" für den Menschen: z.B. Sauerstoffproduktion, Nahrungsmittel, Medizin, Klima. Gerade in Städten sind Ökosystemfunktionen wie Abmilderung des Stadtklimas, Filterung von Luftschadstoffen, Lärmdämmung und Beschattung für Menschen lebenswichtig, außerdem bietet die StadtNatur die Möglichkeit, Artenvielfalt vor der Haustür zu erleben und fördert somit auch die Entwicklung eines Umweltbewusstseins. Artenvielfalt sorgt zudem für ein gesteigertes Wohlbefinden der Bevölkerung und bietet nicht zuletzt Erholungsraum. "Umso dringender müssen unserer Ansicht nach die Behörden sich viel stärker um eine naturnahe Gestaltung der öffentlichen Grünanlagen bemühen", verlangt die NABU-Biologin. "Konzepte und Ideen liegen ihnen hierfür bereits vor. Sie müssen nur noch umgesetzt werden."

AKTIV FÜR HAMBURGS STADTNATUR

Der Schutz von Pflanzen und Tieren darf nicht an den Grenzen von Schutzgebieten enden. Unter dem Motto "Aktiv für Hamburgs StadtNatur" macht sich der NABU Hamburg stark für die vielfältigen Lebensräume der Stadt. Der Eisvogel jagt an renaturierten Bächen, Fledermäuse bewohnen alte Bunker, Spechte finden Nahrung in abgestorbenen Bäumen, Spatzen und Mauersegler bauen Nester an Wohn- und Industriegebäude. Verkehrsinseln werden zu Schmetterlingswiesen, Gartenteiche zu Amphibienbiotopen. Ein grünes Netz entsteht. Werden Sie aktiv für Hamburgs StadtNatur. Gartenbesitzer, Kleingärtner, Hausbesitzer, Unternehmen und Bezirke - alle können mitmachen. Weitere Infos finden Sie unter www.NABU-Hamburg.de/stadtnatur und www.facebook.com/nabu.hamburg.

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