Donnerstag, 19. Juli 2018


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Richtfest beim Kreuzfahrtterminal Steinwerder

NABU fordert mehr Engagement zur Luftreinhaltung im Hafen

Hamburg-Borgfelde, (lifePR) - Nach Einschätzung des NABU tragen die Kreuzfahrtschiffe mit ihrem enormen Energiebedarf erheblich zur Luftverschmutzung im Hamburger Hafen bei, da ihre Motoren minderwertigen Kraftstoff verbrennen und die Abgase ungefiltert in die Umgebungsluft abgeben. Für den Straßenverkehr habe die Europäische Union Stickoxid-, Schwefeloxid- oder Feinstaubemissionen als Gefahr für Umwelt, Klima und besonders die menschliche Gesundheit anerkannt und entsprechend strikt reguliert. Daraufhin hätten Pkw- und Lkw- Hersteller wirksame Katalysatoren und Partikelfiltersysteme entwickelt, die den Schadstoffausstoß signifikant gesenkt hätten und heute zur Standardausstattung eines jeden Fahrzeugs gehörten.

Bei Kreuzfahrtschiffen sind vergleichbare Abgasnachbehandlungssysteme dagegen nach wie vor die Ausnahme, und der verwendete Kraftstoff dürfe trotz strikterer Grenzwerte seit Januar 2015 immer noch hundert Mal dreckiger sein als der im Straßenverkehr. "Es ist doch völlig absurd, dass ein Kreuzfahrtschiff auf einer Wasserstraße quasi in der Innenstadt parken und ungestraft die Luft verpesten darf. Sowohl auf europäischer Ebene als auch durch die Stadt Hamburg selbst müssen deutlich mehr Anstrengungen unternommen werden, um die Bürgerinnen und Bürger vor den erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen zu schützen", sagt Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg. Neben Asthma und Bronchialerkrankungen durch Stickoxide und Schwefeldioxid erhöhten vor allem ungefilterte ultrafeine Partikel von Dieselmotoren, die über die Lunge in die Blutbahn übergehen, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Alzheimer oder Krebs. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Rußpartikel als so krebserregend wie Asbest ein und nachweislich sterben in der EU 50.000 Menschen vorzeitig an den Folgen schlechter Luftqualität durch Schiffsabgase.

Dass Hamburg als attraktive Kreuzfahrtdestination jährlich viele Tausend Besucher anzieht und zur Abfertigung des wachsenden Gästeaufkommens ein weiteres Terminal in Betrieb nehmen will, wird vom NABU Hamburg dann nicht in Frage gestellt, wenn Politik und Reeder ihrer Verantwortung zur Verbesserung der Luftqualität stärker nachkommen als bisher. Die Kreuzschifffahrtsbranche verdiene nach Auffassung des NABU sehr viel Geld und habe überproportionale Wachstumsraten. Die Kosten für auf dem Markt verfügbare Abgasnachbehandlungssysteme würden dabei um ein Vielfaches vom volkswirtschaftlichen Nutzen - etwa für vermiedene Gesundheitskosten - überstiegen. "Reedereien dürfen sich nicht auf Kosten von Mensch und Natur die Taschen voll machen. Deswegen muss die Politik die Verursacher zeitnah in die Pflicht nehmen, damit ihre Schiffe endlich sauber werden", so Siegert.

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