Montag, 25. Juni 2018


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Nein zur Giftspritze!

NABU kritisiert Umgang mit unerwünschter Pflanze in Naturschutzgebieten

Hamburg, (lifePR) - Das Spritzen von Gift auf Wiesenflächen in Naturschutzgebieten soll zukünftig genehmigt werden können, ohne dass vorher Naturschutzverbände dazu gehört werden, kritisiert der NABU Hamburg. Dies hat gestern der SPD-Senat beschlossen. Nach Auffassung des NABU haben solche Regelungen in Naturschutzgebieten aber nichts verloren, da sie der Idee und dem Zweck des Naturschutzes widersprechen.

"Weder die Intensivierung der Landwirtschaft noch der Einsatz von Gift sind in Naturschutzgebieten akzeptabel. Wenigstens in Naturschutzgebieten muss der Naturschutz Vorrang vor landwirtschaftlichen Interessen haben", empört sich die Botanikerin Christina Wolkenhauer vom NABU Hamburg.

Zum Hintergrund: Als Grundlage für den SPD-Beschluss dient das Jakobskreuzkraut, eine einheimische Pflanze, die in einigen Schutzgebieten vorkommt und für Weidetiere wie Pferde oder Rinder giftig sein kann. Allerdings wird das Kreuzkraut normalerweise vom Vieh nicht im frischen Zustand gefressen. Nur im Heu stellt es eine Gefahr dar. Dagegen dient das Jakobskreuzkraut aber zahlreichen Insekten als wichtige Nahrungsquelle und ist für die Schmetterlingsraupe des Jakobskrautbären die wichtigste Wirtspflanze.

"Statt durch Einsatz von Gift, welches langfristige Schäden in Gewässern anrichten kann, lässt sich das Kreuzkraut auch auf herkömmliche Weise eindämmen, etwa durch Ausstechen oder Herausreißen, wie es in der ordnungsgemäßen Landwirtschaft schon immer Praxis war", betont Wolkenhauer. Sollte sich das Problem auf mechanischem Wege einmal nicht beheben lassen, ist auch jetzt schon in Hamburgs Naturschutzgebieten eine Ausnahme vom Herbizidverbot möglich: Ein solcher Antrag wurde bisher nur für ein einziges Naturschutzgebiet (Boberger Niederung) gestellt und mit Zustimmung der Naturschutzverbände genehmigt. Dieser Einsatz wird zurzeit wissenschaftlich begleitet, um die Folgen auf die Natur abschätzen zu können.

"Hamburg würde ein schlechtes Vorbild abgeben, wenn zur Bekämpfung unliebsamer heimischer Pflanzen nun ausgerechnet in den ökologisch wertvollsten Gebieten der Stadt der Agrochemie Tür und Tor geöffnet wird", so die Botanikerin vom NABU. "Wir fordern daher, auf den Einsatz von Gift in Naturschutzgebieten im Interesse des Artenschutzes und der Artenvielfalt grundsätzlich zu verzichten."

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