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Pressemitteilung BoxID: 339637 (Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.)
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.
  • Klaus-Groth-Straße 21
  • 20535 Hamburg-Borgfelde
  • https://www.hamburg.nabu.de
  • Ansprechpartner
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  • +49 (172) 4037167

NABU mahnt Entscheidung für die Hafenstromversorgung von Kreuzfahrtschiffen an

NABU: Kreuzfahrtunternehmen müssen nun Lösungen für den Fahrtbetrieb schaffen

(lifePR) (Hamburg, ) Der NABU Hamburg begrüßt die Vorstellung einer zweiten Möglichkeit für die externe Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen im Hamburger Hafen, die heute im Hafenclub vorgestellt worden ist. Die längst überfällige konzeptionelle Entscheidung des Senats werde nun noch dringlicher, so der Umweltverband.

"Das vorgestellte Konzept ist neben der Landstromversorgung eine zweite Option für den Schutz der Anwohner vor den schädlichen Abgasen aus der Kreuzfahrtschifffahrt. Jetzt kommt es darauf an, wenigstens eine der Möglichkeiten tatsächlich zu realisieren", meint Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg. "Die Zeit drängt, denn neben den negativen Auswirkungen auf das globale Klima schaden Dieselrußemissionen der Gesundheit der Bevölkerung vor Ort, insbesondere in der Hamburger Innenstadt." Allein für 2012 sind über 160 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen angekündigt, die insgesamt 6200 t CO2-Emissionen und 3,5 t Ruß- und Staubemissionen ausstoßen sollen, denn der eingesetzte Schiffsdiesel ist hundertmal schwefelhaltiger als Autodiesel und die Schiffsabgase belasten ungefiltert die unmittelbare Umgebung. Dieselruß erhöht beispielsweise erheblich das Risiko, an Krebs zu erkranken und verursacht Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Ob die vorgestellte technische Lösung tatsächlich die präsentierten Leistungen erbringen wird, werden die Betreiber allerdings noch in der Wirklichkeit beweisen müssen. Immerhin besteht der eingesetzte Brennstoff LNG weit überwiegend aus dem Klimagift Methan, das vollständig verbrannt werden muss, wenn es nicht seinerseits eine Klimabelastung werden soll.

"Sobald das Schiff den Anker im Hafen lichtet, sind Landstrom- und LNG-Optionen wirkungslos. Schon bei der Fahrt ab der Hafencity bis zur Elbeinmündung pusten die Schiffe dann weiterhin ihren Dreck in die Stadt Die Kreuzfahrtunternehmen sind nun am Zug, endlich auch den Fahrbetrieb umweltfreundlich zu machen, denn dabei entsteht ein noch viel größerer Teil der Emissionen. "Erste Schritte bestehen darin, sofort auf den Einsatz von Schweröl zu verzichten und mindestens alle Neubauten mit geeigneten Abgasreinigungsanlagen, also einem Rußpartikelfilter und einem SCR-Katalysator, auszustatten", meint der NABU-Chef. "Nur so ist eine umfassende Abgasreduktion möglich." Ob hinter den Aktivitäten von AIDA wirklich das Bestreben steht, die Hamburger Luft sauberer zu machen oder - kurz vor den Cruise Days - nur eine Image-Show, bleibt abzuwarten.

Weitere Informationen gibt es unter www.NABU-Hamburg.de/schiffsruss.