Mittwoch, 13. Dezember 2017


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NABU: Deutschlands größte Vogelzählung startet wieder

Gibt es wirklich weniger Vögel in unseren Gärten? Bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel" vom 6. bis 8. Januar 2017 soll Aufschluss geben / Vogelkundliche Führungen in und um Hamburg

Hamburg-Borgfelde, (lifePR) - Vom 6. bis 8. Januar  2017 findet zum siebten Mal die bundesweite "Stunde der Wintervögel" statt: Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

In den vergangenen Monaten erreichten den NABU bundesweit vermehrt Meldungen, dass die zu dieser Jahreszeit üblichen Vögel am Futterhäuschen oder im Garten vermisst werden. Vermutet wird dabei oft ein Zusammenhang mit der Vogelgrippe, den der NABU aber nicht bestätigen kann, da Singvögel nicht von der Geflügelpest befallen werden. Möglich ist also, dass es sich beim vermuteten Fehlen der Gartenvögel lediglich um einen psychologischen Effekt handelt, hervorgerufen durch zahlreiche Medienberichte über verschiedene Vogelkrankheiten. Andererseits zeigen erste Auswertungen von gesammelten Beobachtungen, dass in der Tat, einige Arten wie Kohl- und Blaumeisen, aber auch Eichelhäher und Amseln in diesem Jahr deutlich weniger häufig beobachtet werden.

"Erst die große und bundesweit durchgeführte ,Stunde der Wintervögel' wird klären können, ob es in diesem Winter wirklich außergewöhnlich wenig Gartenvögel gibt. Je mehr Teilnehmer, desto genauer werden die Ergebnisse sein. Die gesammelten Meldungen werden uns auch verraten können, welche Vogelarten und welche Regionen besonders betroffen sind und damit wertvolle Hinweise auf mögliche Ursachen liefern. Daher freuen wir uns, wenn möglichst viele Menschen mitmachen", sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Denkbar wäre, so Lachmann, ein geringerer Zuzug von Vögeln aus dem Norden und Osten oder dass viele Vögel aufgrund des bisher sehr milden Winters auch außerhalb der Gärten noch viel Nahrung finden. Genauso sei es aber auch möglich, dass heimische Gartenvögel im vergangenen Jahr besonders wenige Jungvögel aufgezogen haben.

Bei Amseln und Grünfinken rechnen die Forscher mit Auswirkungen wegen  aufgetretener Vogelkrankheiten:  Mit Spannung erwartet wird das Ergebnis zum Amsel-Bestand. Denn im Herbst 2016 kam es in Teilen des Landes erneut zu einem Amselsterben durch das Usutu-Virus, über 1300 Verdachtsfälle wurden dem NABU gemeldet. "Ein Vergleich der Amselzahlen in den betroffenen Regionen mit denen Usutu-freier Gebieten wird zeigen, welche Auswirkungen diese neue Vogelkrankheit auf die Bestände hatte", erklärt Lachmann. Das sogenannte "Grünfinkensterben" (Trichomoniasis) wird dagegen durch einen einzelligen Parasiten ausgelöst, der die Art vor allem im Umfeld sommerlicher Vogelfütterungen befällt. Seit einigen Jahren tritt es gehäuft in Deutschland auf, und seit 2014 haben die Forscher einen deutlichen Rückgang der Grünfink-Zahlen festgestellt. Sie befürchten eine Fortsetzung dieses Trends.

Mancher Vogelfreund wird am Zählwochenende vielleicht auch eine freudige Entdeckung machen können: Denn die nur unregelmäßig aus dem hohen Norden nach Deutschland wandernden exotisch anmutenden Seidenschwänze sind in diesem Jahr anscheinend vermehrt unterwegs. Auch das Ausmaß dieses Einflugs wird sich aus den Zählergebnissen ablesen lassen.

Das pure Interesse und die Freude an der Vogelwelt reichen zur Teilnahme aus, eine besondere Qualifikation ist für die Wintervogelzählung nicht nötig. Und so funktioniert es: Von einem ruhigen Beobachtungsplätzchen aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die innerhalb einer selbstgewählten Beobachtungsstunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die festgestellten Anzahlen können dann im Internet unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 16. Januar gemeldet werden, die Ergebnisse werden dort  ausgewertet und regelmäßig aktualisiert. Zudem ist am 7. und 8. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet.

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2016 beteiligten sich mehr als 93.000 Menschen, davon über 1.300 in Hamburg. Insgesamt gingen Meldungen aus 63.000 Gärten und Parks mit über zwei Millionen gezählten Vögeln ein. Die Amsel ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Hamburgs Gärten, die Kohlmeise Platz zwei. Auf den Plätzen drei bis fünf folgten Blaumeise, Haussperling und Feldsperling. Nun erhofft sich der NABU auch 2017 wieder eine rege Beteiligung in Hamburg. Denn je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse.

Im Rahmen der "Schulstunde der Wintervögel" vom 9. bis 13. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Für alle Interessierten, die eine Einführung in die Vogelwelt Hamburgs erhalten möchten, bietet der NABU Hamburg anlässlich der "Stunde der Wintervögel" mehrere Führungen an:

Sa., 7.1., 10 Uhr
Führung im Eppendorfer Moor
NABU Eimsbüttel
Treff: Schautafel des NABU, Ecke Alsterkrugchaussee / Groß Borsteler Chaussee
Dauer: 1,5 Std.

Sa., 7.1., 14 Uhr
Führung in Wedel
Jens Sturm
Treff: vor dem S-Bahnhof Wedel

So., 8.1, 9 Uhr
Führung in Wandsbek
NABU Wandsbek
Treff: Wandsebrücke Nordmarkstraße

So., 8. 1., 10 Uhr
Führung rund um den Bramfelder See
NABU Bramfeld/ Ohlsdorf/ Barmbek
Treff: am Bramfelder See gegenüber Graureiherinsel, nahe Bus-Endhaltestelle Fabriciusstraße. Bitte Fernglas mitbringen.

So., 8.1., 10:10 Uhr
Die Vogelwelt im Winter am Öjendorfer See
Geert Tafelsky (NABU Öjendorf)
Treff: NABU-Hütte, Nordseite Öjendorfer See, Parkplatz Bruhnrögenredder (10 Minuten Fußweg vom HVV-Busstopp 263 Gleiwitzer Bogen).
Bitte Ferngläser mitbringen. Keine Hunde.
Falls der See zugefroren ist, findet die Führung auf dem Öjendorfer Friedhof statt.

Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos. Spenden sind willkommen.

Informationen zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de
Zur Aktion stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten sowie Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung. Für Printmedien gibt es einen druckfähigen Teilnahmecoupon samt Vogelgalerie, Onlinemedien können die Meldemöglichkeit zur "Stunde der Wintervögel" als Widget einbinden. Neue Info-Grafiken zum Thema "Wer frisst was?" stellt der NABU kostenlos zum Abdruck zur Verfügung unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ueber-die-aktion/medieninfos.html, Pressefotos zum Download gibt es unter www.nabu.de/presse/fotos/#stundederwintervoegel. Ein Video, das zeigt, wie man einfach selbst einen Futterspender für Vögel bauen kann, finden Sie zum kostenlosen Einbinden unter: www.NABU.de/futterspender-bauen. Audio-Files der häufigsten Gartenvögel stellen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Hamburg e.V.


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