Donnerstag, 23. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 516363

Mehr Anstrengungen gegen Schiffsabgase notwendig!

NABU zur Taufe der LNG Hybrid Barge: "Gutes System, aber keine finale Lösung."

Hamburg-Borgfelde, (lifePR) - Anlässlich der am morgigen Samstag am Kreuzfahrtterminal Hafencity stattfindenden Taufe der LNG Hybrid Barge fordert der NABU, die Anstrengungen zur Reduzierung der Schiffsabgase zu verstärken. Das schwimmende Gaskraftwerk, das die Firma Becker Marine Systems gemeinsam mit AIDA Cruises entwickelt hat, soll zukünftig Kreuzfahrtschiffe mit externem Strom versorgen. Kreuzfahrtschiffe emittieren durch laufende Motoren, die zur Stromversorgung der schwimmenden Kleinstädte benötigt werden, auch im Hafen große Mengen Stickoxide, Schwefeldioxid, Feinstaub und Ruß. Die Emissionen sind sowohl schädlich für Natur und Klima, als auch problematisch für die menschliche Gesundheit.

"Das Barge-System ist ein guter Baustein, um die mäßige Luftqualität zu verbessern. Eine Lösung der Probleme ist eine LNG-Barge aber nicht", sagt Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik beim NABU Hamburg. Flüssiggas sei einerseits ebenfalls ein fossiler Brennstoff und tauge deswegen allenfalls als Brückentechnologie. "Wenn die Schiffe den Stecker aus der Dose ziehen und ihre gewaltigen Motoren hochfahren, werden zudem sofort mitten im Hafen große Mengen schädlicher Abgase ausgestoßen. Deswegen brauchen alle Schiffe, egal ob Kreuzfahrt- oder Handelsschiff, neben einem Landstromanschluss zwingend Katalysatoren und vor allem Rußpartikelfilter." Während es für Stickoxide, Feinstaub oder Schwefeldioxid europäisch festgesetzte Grenzwerte gibt, ist Ruß überhaupt nicht geregelt. "Dieser mangelnde politische Wille zur Regulierung von Ruß grenzt an Körperverletzung. Politik und maritime Wirtschaft wissen, dass Ruß nachweislich krebserregend und zudem verantwortlich für Asthma, Bronchitis oder Herz-Kreislauferkrankungen ist. Gibt es keine Regulierung auf europäischer Ebene, müssen Städte eigene Maßnahmen ergreifen", so Siegert. Mittlerweile gibt es erste Überlegungen, in international attraktiven Kreuzfahrt-Destinationen wie Venedig oder Sydney, Kreuzfahrtschiffen angesichts der negativen Effekte den Zugang zum Hafen ganz zu verwehren.

In Europa sterben nachweislich rund 50.000 Menschen pro Jahr vorzeitig an den Folgen schlechter Luft durch die Schifffahrt. Insgesamt haben Häfen einen erheblichen Einfluss auf die ohnehin schon schlechte Luftqualität in großen Städten, wenn ihre industriell genutzten Häfen so dicht an Wohngebieten liegen wie unter anderem in Hamburg. Die Rußwolke des Containerschiffs "MS Yang Ming Utmost" am 4. Oktober 2014 in der Hansestadt habe nach Auffassung des NABU deutlich gezeigt, dass ein dringender Handlungsbedarf bestehe, der weit über die Einführung einer LNG-Barge oder eines Landstromanschlusses hinausgehen müsse.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Mit dem CarTuner von SWISS HARMONY den Gefahren durch Elektrosmog entkommen

, Energie & Umwelt, Swiss Harmony International GmbH

SWISS HARMONY, das Unternehmen, das Produkte und Dienstleistungen für die Reduktion von Umweltbelastungen entwickelt und produziert, stellt sein...

TÜV SÜD prüft die weltweite erste Wasserbatterie in Gaildorf

, Energie & Umwelt, TÜV SÜD AG

Im Auftrag des Landratsamtes Schwäbisch Hall hat TÜV SÜD die bautechnische Einzelprüfung für Turm, Wasserspeicher und Gründung des Naturstromspeichers...

Ausbau der E-Mobilität in Bayern: Das Bayernwerk will eine Schlüsselrolle spielen

, Energie & Umwelt, NewsWork AG

Bayerns führender Stromnetzbetreiber will zum Schlüssel der „sauberen Revolution“ auf unseren Straßen werden. Diesel-Fahrverbote in den Städten,...

Disclaimer