Sonntag, 17. Dezember 2017


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Lachseeschwalbe durch Elbvertiefung vom Aussterben bedroht

Aktionsbündnis Tideelbe will neue wissenschaftliche Erkenntnisse ins laufende Verfahren einbringen

Hamburg-Borgfelde, (lifePR) - Gemeinsame Pressemeldung von NABU, BUND und WWF- Aktionsbündnis Tideelbe

Recherchen für die NDR-Sendung 45 Min (Thema: Elbvertiefung: Was wir riskieren?) haben ergeben, dass die neunte Elbvertiefung eine Bedrohung für die Fluss- und Lachseeschwalben darstellt.
Die Vorhabenträger Hamburg Port Authority (HPA) sowie die Wasser- und Schifffahrtsdirektion des Bundes wurden vom Bundesverwaltungsgericht im vergangenen Jahr zu umfangreichen Ergänzungen in Bezug auf mögliche Auswirkungen auf Habitate und Pflanzen- und Tierarten aufgefordert. Weder in früheren Gutachten noch in den jetzt aktuell den Verbänden zur Stellungnahme vorgelegten Planergänzungsunterlagen taucht dieser naturschutzfachlich wesentliche Aspekt auf.

Hierzu erklärt das Aktionsbündnis "Lebendige Tideelbe": "Das Risiko, dass der Bestand einer hoch bedrohten Vogelart in Europa erlischt, wenn für die Elbvertiefung die Medemrinne zugeschüttet wird, ist ein weiteres Argument gegen die Elbvertiefung. Die dargestellte Wirkungskette macht außerdem deutlich, wie vielfältig und komplex die Auswirkungen sein können. Weitere unerkannte Risiken sind anzunehmen."

Die geplante Verfüllung der "Medemrinne" mit Baggergut könnte den Totalverlust in Deutschland der fast ausgestorbenen Lachseeschwalbe zur Folge haben. Die Lachseeschwalbe steht auf der Roten Liste in Deutschlands und ist nach der EU-Vogelschutzrichtlinie besonders geschützt. Mit 36 Brutpaaren auf dem Neufelderkoog sind sie die fast letzten ihrer Art. Gleichzeitig lebt im Gebiet der östlichen Medemrinne die bedeutendste und größte Flussseeschwalbenkolonie an der Elbe. Würde nun die Rinne in diesem Bereich zugeschüttet, gehen Wissenschaftler davon aus, dass die Priele dadurch versanden. Die Lebensgrundlage für die Flussseeschwalbe wäre damit weg, da die Seeschwalbe sich von den in den Prielen lebenden Stinten ernährt. Da Lach- und Flussseeschwalbe in Koexistenz leben, ist davon auszugehen, dass durch die geplanten Maßnahmen zwei nennenswerte Seeschwalbenkolonien verloren gingen.

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