Ein großes Herz für Schwalben

StadtGut Blankenfelde wird geehrt - Die gefiederten Glücksbringer haben es in Berlin immer schwerer

(lifePR) ( Berlin, )
Kommende Woche wird der NABU Berlin das StadtGut Blankenfelde mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" ehren. Mit gut 25 Nestern von Rauch- und Mehlschwalben ist das Stadtgut im Norden Berlins ein außergewöhnlich guter Lebensraum für die gefiederten Glücksbringer. Schwalben finden in der Großstadt Berlin immer weniger Lebens- und Nistmöglichkeiten. Das Engagement der StadtGut-Bewohner zeigt, wie man ihnen im urbanen Raum ein Zuhause schafft und in guter Nachbarschaft lebt.

Wir laden Sie ein zur Verleihung der Plakette Donnerstag, 14. Juni 2018, Beginn: 11 Uhr

StadtGut Blankenfelde
Hauptstr. 24-30
13159 Berlin-Pankow

Als Ansprechpartner werden vor Ort sein:

Dr. Mirjam Nadjafzadeh
Artenschutz-Referentin des NABU Berlin

Oskar Tschörner
StadtGut Blankenfelde

Hintergrund:

Der Bestand der Mehlschwalbe ist in Berlin in den letzten 20 Jahren um circa ein Drittel zurückgegangen. Derzeit geht man von 3.000 bis 4.000 Brutpaaren aus. Bei der diesjährigen großen Vogelzählung des NABU, der "Stunde der Gartenvögel" im Mai, zeigte sich für die Mehlschwalben ein deutlicher Rückgang von 22%. Den Rauchschwalben ging es mit einem Plus von 12% zwar besser. Doch beide Schwalbenarten haben es in Berlin immer schwerer. So geht die Zahl an Mehlschwalben seit vielen Jahren zurück - auch bundesweit.

Eine der Hauptursachen ist der Verlust an Brutplätzen. Mehl - und Rauchschwalben töpfern sich an Hauswänden ihre Niststätten - die einen innen, die anderen außen. Sie bauen kunstvolle Nester aus Lehm, die sie über Jahre immer wieder nutzen. Bei Fassadensanierungen werden jedoch viele Nester ohne Rücksicht entfernt, manche Hausbesitzer stört auch der Kot und sie schlagen die Nester mit Absicht ab. Außerdem werden auch in Berlin zunehmend Brachen bebaut und die offenen Böden an Straßen und Plätzen versiegelt, so dass die Vögel immer weniger nassen Lehm für ihren Nestbau finden.

Zunehmend macht sich auch der Rückgang der Insekten bemerkbar: Schwalben ernähren sich ganz überwiegend von fliegenden Insekten wie Mücken und Fliegen. Fehlen die Insekten, haben sie es immer schwerer, natürliche Nahrung zu finden. Eine weitere Gefährdungsursache ist die Bejagung der Tiere in den Mittelmeerstaaten.

Die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus"

Mit der Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" setzt sich der NABU Berlin für den Schutz der Schwalben ein und zeichnet Menschen aus, die die gefiederten Glücksbringer willkommen heißen und Brutplätze schaffen oder erhalten. Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Eine feucht gehaltene Lehmpfütze im Garten oder Innenhof hilft beim Nestbau. Rauputzstreifen oder Brettchen sind bei Schwalben willkommen, aber auch Kunstnester werden von ihnen angenommen. Wer nahe den Nestern naturnah gärtnert - mit einheimischen Blumen und Sträuchern und ohne Pestizide - tut nicht nur den Insekten Gutes, sondern unterstützt so auch die Schwalben.

Im vorigen August hat der NABU Berlin die Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus" erstmals verliehen. Ausgezeichnet wurde eine Familie in Berlin-Gatow, die seit gut zehn zehn Jahren Schwalben willkommen heißt. Seitdem sind weitere beispielhafte Projekte hinzu gekommen: Auch in einer Mietwohnung kann man ein guter "Schwalben-Gastgeber" sein, wie ein Beispiel in Berlin-Köpenick zeigt. Und am Schlachtensee stellen die Mitglieder eines Rudervereins mit viel Engagement unter Beweis, dass man als Wassersportler gut "Tür an Tür" mit Schwalben aktiv sein kann.

Jeder Schwalbenliebhaber kann seine Untermieter melden und sich um eine Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" beim NABU Berlin bewerben.

Schwalben sind besonders geschützt

Schwalben sind wie alle Vogelarten der Europäischen Union besonders geschützt. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz dürfen auch ihre Fortpflanzungsstätten nicht aus der Natur entnommen, beschädigt oder zerstört werden, auch dann nicht, wenn sie gerade nicht genutzt werden. Ausnahmen etwa im Rahmen von Gebäudesanierungen können erteilt werden. Es muss jedoch ausgeschlossen sein, dass Tiere zu Schaden kommen und es müssen Ersatzniststätten angebracht werden.

Nähere Informationen und das Bewerbungsformular zum "Schwalbenfreundlichen Haus" finden Sie unter: https://berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/Schwalbenfreundliches-Haus/index.html 

Eine Infografik zum "Schwalbenjahr" finden Sie unter: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/schwalbenfreundliches-haus/24102.html 
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.