Bund will Köhlbrandquerung teilfinanzieren

Porschke: Statt Doppelstruktur halb zu finanzieren lieber eine vernünftige Hafenanbindung

(lifePR) ( Hamburg-Borgfelde, )
Bundesverkehrsminister Scheuer hat sich zur Teilfinanzierung einer neuen Köhlbrandquerung bekannt. Dazu will der Bund die Querung von einer Kreisstraße in den Rang einer Bundesstraße anheben. Die Köhlbrandbrücke kommt in die Jahre und muss ab 2030 ersetzt werden. Die Pläne kommentiert der Alexander Porschke, 1. Vorsitzender des NABU Hamburg, wie folgt:

„Der NABU begrüßt grundsätzlich, dass sich der Bund bei der Finanzierung einer neuen Köhlbrandquerung stärker finanziell engagieren will. Rund die Hälfte der Kosten zu übernehmen wird jedoch nicht ausreichen. Da die Kosten der Köhlbrandquerung statt der ursprünglich geplanten eine Milliarde Euro mittlerweile auf über drei Milliarden Euro angeschwollen sind, würden trotzdem immer noch mindestens 1,5 Milliarden Euro den Hamburger Haushalt belasten. Es ist zu befürchten, dass dann erhebliche Finanzmittel dem dringend erforderlichen, klimafreundlichen ÖPNV-Ausbau entzogen werden. Bund und Land dürfen im Zentrum des Hafens keine halben Sachen machen. Der zeitgemäße Ausbau des gesamten Veddeler Damms, die eigentliche Hauptschlagader des Hamburger Hafens, ist viel dringlicher als eine zusätzliche Hafenpassage im Süden. Dazu gehört auch, im Osten den aus der Olympia-Planung angedachten Tunnel auf der Veddel mit Anschluss an die A252 zu realisieren. Allein dieser Tunnel, der die Menschen auf der Veddel und im neu geplanten Stadtteil Grasbrook in Bezug auf Lärm und Emissionen durch die Hafenverkehre stark entlasten würde, wird mit weiteren 300 Millionen Euro veranschlagt. Ein Ausbau des Veddeler Damms ist aus Sicht des NABU schon deswegen angezeigt, weil es sich um die Ertüchtigung einer bestehenden Verkehrsinfrastruktur handelt. Solche Vorhaben bevorzugt auszubauen, steht als Ziel in der Präambel des Bundesverkehrswegeplans: Erhalt vor Neubau. Dies sollte der Bund sollte entsprechend seiner selbstgesteckten Ziele nicht aus den Augen verlieren.

Der NABU setzt sich dafür ein, dass der Bund die finanzielle Gesamtverantwortung für die nördliche Haupthafenroute über den Veddeler Damm zwischen A7 und A252 übernimmt und dafür auf den Neubau der nur wenige Kilometer weiter südlich zusätzlich geplanten A26 Ost verzichtet. Denn aus Sicht des NABU ist es aus zahlreichen ökonomischen und ökologischen Gründen völlig absurd, eine überdimensionierte Doppelinfrastruktur in einer Zeit umsetzen zu wollen, in der in Hamburg Klimaschutz zum Staatsziel erhoben wird.“

Hintergrund:

Die Planung für die A 26 Ost war an ein lineares Wachstum gekoppelt, das so nie eingetreten ist. Statt der im Hafenentwicklungsplan von 2012 prognostizierten 25 Millionen Container werden im Hamburger Hafen aktuell lediglich 8,5 Millionen TEU umgeschlagen. Wirtschaftsfachleute gehen davon aus, dass das Wachstum langfristig allenfalls um die 10 Millionen TEU liegen werde. Zusätzliche Infrastruktur ist also angesichts der mäßigen Umschlagerwartungen überdimensioniert. Mit Blick auf die  Klimakrise sollte graue Energie für Autobahnneubau im Hamburger Süden ebenso vermieden werden wie die Förderung des motorisierten Individualverkehrs. Stattdessen sollte vor allem der Wirtschaftsverkehr auf die Schiene verlegt werden. Der Autobahnneubau bedeutet zudem den Verlust ökologisch und klimatischer wertvoller Moorbereiche und würde wichtige Lebensräume für bedrohte Arten zerstören. Moore sind Kohlenstoffspeicher und Hotspots der Biodiversität. Sie in einer Zeit wachsender ökologischer Bedeutung zu ruinieren, ist aus Sicht des NABU inakzeptabel und passt weder zu den Hamburger Anstrengungen zum Klimaschutz, noch zu denen des Bundes.
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