Montag, 20. November 2017


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Amsel liegt in Hamburg vorn

NABU stellt Ergebnisse der "Stunde der Gartenvögel" für Hamburg vor

Hamburg, (lifePR) - Nach Auswertung von knapp 600 Einsendungen mit über 11.000 Vogelbeobachtungen in Hamburg hat der NABU Hamburg nun die Ergebnisse der diesjährigen Vogelzählung vom 11. bis 13. Mai bekannt gegeben. In Hamburg wie auch bundesweit erweisen sich die Zahlen der Vogelzählung als sehr stabil, was auf einen unproblematischen Winterverlauf hinweist. Demnach konnte die Amsel ihre Spitzenposition in der Hansestadt behaupten. Kohl- und Blaumeise belegen die Plätze 2 und 3. Der Haussperling hat seinen 3. Platz vom letzten Jahr verloren und ist auf den vierten Rang gefallen. Den 5. Platz hat die Elster wieder verteidigt.

"Insgesamt finden wir unter den ersten 10 Plätzen seit Jahren die gleichen Vogelarten", fasst der Ornithologe Marco Sommerfeld vom NABU Hamburg die Ergebnisse zusammen. Dies untermauert auch die gute Qualität dieser Citizen-Science-Kampagne, wie die wissenschaftliche Erfassung von Daten durch Laien genannt wird. "Amsel, Kohl- und Blaumeise kommen mit den Bedingungen in unserer StadtNatur sehr gut zurecht. Auch das Angebot an Nisthilfen fördert die beiden Meisenarten zusätzlich", betont Sommerfeld. Ein wenig Sorge bereitet dem Vogelexperten die Entwicklung des Haussperlings. Im Gegensatz zu anderen deutschen Großstädten nimmt der Bestand in Hamburg ab: "Die Abnahme des Haussperlings ist sicher nicht so stark, wie es zunächst aussieht. Trotzdem ist er in vielen Stadtteilen Hamburgs nur noch schwer zu finden. Er ist sehr anspruchsvoll und benötigt Nischen und Höhlen als Brutplätze, sonnige Gebüsche als Versammlungsplätze sowie offene Bodenflächen für die Gefiederpflege. Da er zu r Brutzeit Insekten an die Nestlinge verfüttert, sind Flächen wir Brachen mit Wildkräutern oder extensiv gepflegte Gärten und Wegränder zur Nahrungssuche förderlich. Wer bei sich im Wohnumfeld noch Haussperlinge als Brutvögel hat, sollte diese in jedem Fall durch ein Angebot an zusätzlichen Nistplätzen unterstützen. Auch die naturnahe Pflege von Parks und Gärten tragen wesentlich zur Attraktivität unserer StadtNatur bei." Die Dohle - Vogel des Jahres 2012 - kommt in Hamburg vor, jedoch aufgrund ihrer besonderen Biotopansprüche nur inselartig über das Stadtgebiet verteilt.

Bemerkenswert sind die vielen Beobachtungen des Buntspechts (134 Individuen), der in den grünen Hinterhöfen der Stadt mittlerweile häufig angetroffen werden kann. Buntspechte haben in Hamburg und deutschlandweit laut der Ergebnisse der Stunde der Gartenvögel kontinuierlich zugenommen. Der Bestand des Zaunkönigs hat hingegen aufgrund der letzten drei kalten Winter abgenommen und liegt mit dem 18. Platz nur einen Platz vor dem Buntspecht. Bei Zaunkönigen sind solche Bestandstiefs in Zusammenhang mit Kältewintern normal. Sie werden in der Regel nach einigen Jahren wieder ausgeglichen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass viele Arten in unserer Hansestadt gute Bestände aufweisen, die teilweise sogar zunehmen. Auf der anderen Seite nehmen einigen Arten wie der Haussperling ab. Hier können die Stadt Hamburg, Firmen, Hauseigentümer und Mieter schon mit kleinen Maßnahmen unserer StadtNatur helfen, d.h. das Grün in unserer Stadt bewahren, weiter entwickeln und fördern und damit auch den Lebensraum für die heimische Vogelwelt erhalten.

Der NABU und der Mitveranstalter Landesbund für Vogelschutz lobten das Engagement der vielen tausend Vogelfreunde, die sich eine Stunde Zeit genommen hatten und mit großer Sorgfalt ihre Beobachtungen aus Dörfern und Städten festhielten und den Umweltverbänden meldeten. Bundesweit haben sich in diesem Jahr rund 40.000 Menschen an der "Stunde der Gartenvögel" beteiligt. Vorbild ist der britische "Big Garden Birdwatch", der nach mehr als 30 Jahren über Veränderungen häufiger Vogelarten recht genau Auskunft geben kann. "Überdies weckt unser Aufruf bei vielen eine regelrechte Begeisterung für die Vogelwelt, was nicht zuletzt eine wichtige Voraussetzung für erfolgreichen Vogelschutz ist", so Marco Sommerfeld.

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