Freitag, 20. April 2018


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NABU bittet Autofahrer um Rücksicht / Meldeaktion für überfahrene Erdkröten

Frösche und Kröten wandern

Berlin, (lifePR) - Nach dem verspäteten und langen Winter stehen jetzt Frösche, Kröten und Molche in den Startlöchern für die Wanderung zu ihren Laichplätzen. Der NABU erwartet, dass mit den steigenden Temperaturen die Amphibienwanderung jederzeit beginnen kann. Der Umweltverband bittet daher Autofahrer, auf entsprechenden Strecken vorsichtig und langsam zu fahren, und ruft dazu auf, überfahrene Erdkröten zu melden. Der NABU möchte damit einen besseren Überblick über das Ausmaß der Todesfälle auf den Straßen bekommen.

Amphibien legen auf ihren Wanderungen Strecken von bis zu zwei Kilometern zurück. Bereits während der Kaulquappenphase erfolgt die Prägung auf das Laichgewässer. Zur Fortpflanzung kehren viele Amphibien an ihr Geburtsgewässer zurück. "Während dieser Laichwanderung müssen die Lurche viele Straßen überqueren", erklärt Biologe Bernd Quellmalz, Sprecher des NABU Hamburg. "Viele dieser stark bedrohten Tiere überleben das nicht!" Die Amphibien sterben aber nicht nur durch das direkte Überrollen unter den Autoreifen. Auch der geschwindigkeitsabhängige Strömungsdruck der Autos auf die Fahrbahn tötet sie. An die Autofahrer appelliert Quellmalz daher, auf Straßen und Wegen mit Amphibienwanderungen Tempo 30 nicht zu überschreiten, um den Druck gering zu halten und die Überlebenschance der wandernden Tiere zu erhöhen. Wo Amphibien in der Hansestadt wandern, erfährt man auf der Website des NABU Hamburg.

"Seit vielen Jahren engagieren sich Naturschützer an unseren Straßen für den Schutz dieser bedrohten Tiere", so Quellmalz. In und um Hamburg sind beispielsweise in Harburg, Bergedorf, Wedel, Duvenstedt und Rahlstedt Jahr für Jahr NABU-Gruppen aktiv, stellen Fangzäune auf, tragen Kröten über die Straße und legen Ersatzlaichgewässer an. "Weitere Helferinnen und Helfer sind in unseren Gruppen vor Ort, aber auch in unserer Fachgruppe Amphibien- und Reptilienschutz herzlich willkommen!" Hilfe benötigt der NABU sofort: "Wir möchten gerne wissen, wie viele Erdkröten in einer Laichperiode auf ihren traditionellen Wanderungen auf den Straßen sterben müssen", bittet Quellmalz um Meldungen von überfahrenen Amphibien. "Mit einer aussagekräftigen Straßenopferanzahl kann der NABU nicht nur die Behörden zu erhöhten Anstrengungen im Amphibienschutz an Straßen auffordern, sondern auch seine eigenen Aktivitäten lenken!"

Überfahrene Amphibien bittet der NABU auf der Seite unter www.amphibienschutz.de/opfer/strassenopfer.html zu melden. Dort steht ein Meldeformular bereit, das auch mit iPhone und weiteren Smartphones aufgerufen und ausgefüllt werden kann. Die NABU-Fachgruppe Amphibien- und Reptilienschutz trifft sich jeden 4. Mittwoch im Monat, 18.30 Uhr in der NABU-Geschäftsstelle, Sitzungsraum EG, Klaus-Groth-Straße 21 in Hamburg-Borgfelde (Kontakt über Thomas Jenkel, Tel.: 040 / 21988251). Weitere Infos zu Amphibien und deren Wanderung gibt es unter www.NABU-Hamburg.de.

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