Montag, 18. Dezember 2017


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NABU: Deutschland ist auf mehr Waldfläche mit Qualitätssiegel angewiesen

Studie belegt: Nachfrage nach heimischem FSC-Holz größer als Angebot

Berlin, (lifePR) - FSC-zertifiziertes Holz aus heimischen Wäldern ist in Deutschland Mangelware, dabei wird die Nachfrage in Zukunft eher noch weiter ansteigen. Das ist das Ergebnis einer vom NABU in Auftrag gegebenen Studie bei rund 100 Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie und des Holzhandels. Weil es zu wenig FSC-Holz aus heimischen Wäldern gibt, muss viel importiert werden. Die Studie wurde unterstützt vom Holzhandelsverbund Der Holzring GmbH und der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).

"Das Qualitätssiegel des Forest Stewardship Council (FSC) steht für eine vergleichsweise naturverträgliche Forstwirtschaft und hohe soziale Standards. Wir Umweltverbände fordern daher schon seit Jahren, dass die Wälder von Bund und Ländern nach FSC zertifiziert werden. Nach Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hamburg haben nun auch die waldreichen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg die Zeichen der Zeit erkannt und werden ihre Staatswälder nach FSC zertifizieren lassen", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Mit der im Herbst 2011 durchgeführten Umfrage hatte der Hamburger Holzmarktforscher Dr. Helge Hedden für den NABU den Bedarf an FSC-zertifizierten Rohstoffen in Holzindustrie und -handel untersucht. Die Unternehmen wurden auch nach den Kosten der FSC-Zertifizierung und den Vermarktungsmöglichkeiten von FSC-Holz befragt. Von den bundesweit 700 angeschriebenen Unternehmen haben rund 100 geantwortet. Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer geht demnach von einem steigenden oder zumindest gleichbleibenden Bedarf an FSC-zertifizierten Rohstoffen und Produkten aus - insbesondere aus heimischen Wäldern. Bei den bereits heute FSC-zertifizierten Unternehmen konnten mehr als die Hälfte aller Kundenanfragen nicht erfüllt werden, weil der nachgefragte FSC-Rohstoff fehlte. Die Sorge, Kundenaufträge an Konkurrenten mit FSC-Zertifikat zu verlieren, sei für viele Unternehmen ein Grund, FSC ins Portfolio aufzunehmen, obwohl dies häufig auch mit höheren Kosten verbunden ist, so die Kernaussagen der Studie.

Das bestätigte auch Hans Röhrs, Mitinitiator der Studie und Verkaufsleiter der Holzring GmbH, einem Verbund von über 200 Unternehmen des Holzgroßhandels. "Unsere Erfahrung zeigt, dass ein Mehrerlös aus dem Verkauf von FSC-Produkten nicht garantiert ist, da die Kunden häufig nicht dazu bereit sind, einen höheren Preis für FSC-Holz zu zahlen." Bei geschickter Vermarktung sei es jedoch durchaus möglich, zumindest die Kosten für die Zertifizierung wieder einzuspielen. In Einzelfällen könne sogar ein Gewinn erzielt werden.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), die sich vor allem für die Belange der Waldarbeiter einsetzt, sieht in der FSC-Zertifizierung einen Zugewinn. "Für uns stellt die Zertifizierung eine wichtige Qualitätssicherung dar. So wird zum Beispiel überprüft, ob die Waldarbeiter tariflich entlohnt werden, ob Maßnahmen zur Unfallverhütung eingehalten werden und dass nicht nur die Angestellten, sondern auch die Dienstleister eine ausreichende Qualifizierung aufweisen", so Volker Diefenbach vom Bundesvorstand.

www.NABU.de

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