Dienstag, 21. November 2017


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NABU Berlin warnt vor falsch verstandener Tierliebe

Berlin, (lifePR) - Der Berliner Winter schlägt gerade wieder eine seiner berüchtigten Eskapaden: klirrender Frost weicht Blitzeis und rasantem Tauwetter. Gerade in dieser Zeit mehren sich beim NABU Berlin wieder die Fragen nach hilfreichen Tipps, wie man die Tiere und insbesondere die Vögel unterstützen kann. Doch die Vogelwelt hat sich auf diese Wetterkapriolen eingestellt.

Wann Füttern...

Natürlich kann man die Vögel mittels artgerechter Futtermischungen unterstützen, doch der Tisch der Natur ist auch im vorangeschrittenen Januar noch mit Beeren und Grassamen gedeckt, so dass sie auf die Unterstützung durch den Menschen nicht angewiesen sind. Auch finden die Vögel auf den Straßen immer noch genug menschliche Hinterlassenschaften, die sie in ihren Ernährungsplan einbauen.

Natürlich lockt ein gut bestücktes Futterhäuschen sowohl im krachend kalten wie schmuddelig-milden Winter viele Vögel an, doch der NABU Berlin empfiehlt, dass man grundsätzlich darauf achten soll, womit man füttert und wie man das Futter präsentiert. Ideal sind Futterstellen, in denen das Futter nicht nass und matschig werden kann und dann verdirbt. Auch sollte man beim Einkauf darauf achten, dass keine Ambrosia-Samen im Vogelfutter sind. Der gezielte Blick auf die Tüte verhindert, dass die Samen dieser Beifußart sich in Berlin verbreiten und bei empfindlichen Menschen starke Allergien auslösen.

... und wann nicht

Wenn wieder tonnenweise Brot ins Wasser gekippt wird, hilft dies niemandem. Nicht den Wasservögeln, nicht dem Gewässer und nicht dem Menschen. Brot wird zwar durchaus gefressen, eignet sich aber aufgrund der Nährstoffzusammensetzung nicht für Ente, Gans und Schwan. Alle drei Arten sind Vegetarier bzw. Verwerter von Kleinstlebewesen im Wasser und suchen sich ihr Futter in unmittelbarer Gewässernähe oder auch unter Wasser. Im Winter weichen sie zu den eisfreien Stellen aus, um nach Nahrung zu suchen.

Bei Schwänen können Futterstellen auch zu üblen Konkurrenzkämpfen führen. Derzeit werden die Jungtiere des letzten Jahres von den Schwaneneltern verstoßen, damit sie sich eigene Reviere suchen. Doch eine Futterstelle ist häufig einfach zu verlockend: es kann dann zu heftigen Kämpfen kommen, bei denen sich die Schwäne auch gegenseitig verletzten.

Die Nebenwirkungen einer übermäßigen Fütterung an den Berliner Gewässern sieht man dann spätestens im nächsten Frühling, wenn eine stinkende Brühe ans Ufer schwappt und die Gewässer Probleme haben, die ungeeignete Fracht zu verdauen. Übermäßige Algenbildung ist dann eine der zu beobachtenden Folgen.

Aus diesem Grund appelliert der NABU Berlin wieder an die Berliner Bürgerinnen und Bürger mit Augenmaß vorzugehen. Gerade in der Stadt Berlin finden Vögel auch im Winter ausreichend Nahrung, die ihnen die Überwinterung leicht macht. Eine Winterfütterung ist daher nicht zwingend notwendig. Ein Futterhäuschen im Garten oder auf dem Balkon richtig angebracht und mit geeignetem Futter gefüllt ist vollkommen ausreichend, um die gefiederten Freunde zu beobachten und ihnen leichten Zugang zu Nahrung zu bieten.

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